Mit Infoständen und Vorführungen präsentierten sich am Samstag 103 Firmen, Institutionen, Verbände und Behörden auf der 22. Ausbildungsmesse in der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels. Hunderte von Schülern nahmen die Gelegenheit wahr, sich in Arbeitskursen oder an den Ständen der Unternehmen über bestimmte Berufsbilder zu informieren.

Hans-Jürgen Lichy, der Leiter der Berufsschule Lichtenfels, der zahlreiche Vertreter aus Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung, Kommunalpolitik und viele Schüler begrüßen konnte, verwies auf den enormen wirtschaftlichen Fortschritt in der Region. Dabei nannte er als herausragende aktuelle Themen E-Commerce, 3D-Druck, die Berufsschule als "Industrie-4.0"-Projektschule und das als "Green Hospital" konzipierte neue Klinikum. Er stellte die Frage in den Raum: "Wird der Landkreis Lichtenfels das neue Silicon Valley?" Eines könne man voraussagen: dass die Betriebe und Institutionen der Region in den nächsten Jahren eine Menge qualifizierter Nachwuchskräfte benötigen, unterstrich der Berufsschulleiter.

Aber nicht nur in den hochtechnisierten und digitalisierten Bereichen brauche es gut ausgebildete Nachwuchskräfte, schließlich würden Handwerk, Handel, Dienstleistung und Sozialberufe die unverzichtbare Infrastruktur einer Region bilden.


Breite Palette

Die Ausbildungsmesse bietet eine breite Palette von über hundert Ausbildungsbetrieben und Institutionen, vom High-Tec-Unternehmen bis zur Pflegeschule, um die Nachwuchsgewinnung zu unterstützen.

Landrat Christian Meißner (CSU), der die Ausbildungsmesse eröffnete, betonte, dass die "hervorragende Ausstellerbeteiligung auch die ausgezeichnete wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis" widerspiegele. Es herrsche Aufbruchsstimmung, was sich nicht nur bei der Firma Baur als größtem Arbeitgeber im Landkreis oder dem Unternehmen "Concept Laser" mit seinem im Bau befindlichen Leuchtturmprojekt im Seubelsdorfer Industriegebiet, sondern auch bei vielen anderen Betrieben zeige.


Suche nach Mitarbeitern

Der Kampf um die Köpfe schlage immer mehr in eine Richtung aus. Die Betriebe seien auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern, so dass sich den jungen Leuten viele Chancen in beruflicher Hinsicht bieten würden. Sie hätten bei der Ausbildungsmesse die Gelegenheit, sich bei den Firmen aus erster Hand - nämlich von Auszubildenden, den Ausbildungsleitern oder sogar den Chefs - beraten zu lassen. "Wir sind auf dem Weg zur Bildungsregion, weil wir von den Grundschulen bis zu den weiterführenden Schulen Wege öffnen", betonte der Landrat.

Anschließend begab sich Meißner zusammen mit dem Schulleiter, dem Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) und weiteren Gästen auf einen Rundgang durch die weitläufige Messe.

Gleichzeitig erfolgte ein Ansturm der Schüler auf die Stände der Betriebe. Über alle Etagen verteilt machten viele Firmen auf sich und ihre Ausbildungsplätze aufmerksam. An vielen Ständen konnten die Schüler bei praktischen Übungen ihr handwerkliches Geschick beweisen. So konnte man beispielsweise unter Anleitung bei der Polstermöbelfirma Koinor mittels Bohrer und Hammer einen Hocker fertigen, bei der Maschinenfabrik Karl Eugen Fischer ein Gewinde schneiden, bei der Firma Robert Hofmann eine Ameise aus kleinen Metallteilen zusammensetzen, bei Kaeser-Kompressoren durch Löten und Schrauben einen elektronischen Würfel bauen oder sich bei dem Bauunternehmen Otto Mühlherr als Maurer versuchen.


Dienstleistung und Verwaltung

Aber nicht nur die Industrie, sondern auch die Bereiche Dienstleistung und Verwaltung haben viele interessante Berufsfelder zu bieten. So zeigten unter anderem Bankinstitute, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Versicherungen, Krankenkassen, Bundeswehr, Polizei und die Stadt Lichtenfels und der Landkreis den Jugendlichen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auf. Gerade in den Pflegeberufen werden Auszubildende gesucht. So sind auch noch für die im Oktober an der Berufsfachschule für Krankenpflege des Klinikums Lichtenfels beginnende Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger Plätze frei.

Zudem hatten die Schüler die Möglichkeit, bei 16 Arbeitskursen noch mehr über eine bestimmte Berufsausbildung zu erfahren und auch gleich praktische Erfahrungen zu sammeln. Sehr viele Schüler, darunter auch Asylbewerber, nutzten die Gelegenheit, sich über einen Ausbildungsberuf oder ein duales Studium zu informieren. Selten hatten aber auch die Jugendlichen eine so große Auswahl an zukunftsträchtigen Berufen zur Verfügung.