14:13 Uhr zeigte die Tafel im Sportlerheim der SV Borussia Siedlung an, als man gegen 19.30 Uhr von der Geselligkeit zum formalen Teil des Abends überging. Die Zwischenstände des Handball-Duells zwischen Deutschland und Norwegen sollte zur Information der 28 Gäste immer wieder mit Kreide und von Hand aktualisiert werden, und sich - ganz gleich, wer gerade einen Vortrag hielt - zu einem kleinen betuschelbaren Vergnügen entwickeln. Bis Harald Weis vom Landratsamt mit Zahlen aufwartete, die absolut nicht vergnüglich sind. Vertraut mit Verkehrsstatistiken bot er Ein- und Ausblicke zu Verkehrsärgernissen im Landkreis.
So sei die Entziehung der Fahrerlaubnisse aufgrund von Alkohol oder Betäubungsmitteln 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Fälle gestiegen, wobei die Tendenz zum verstärkten Griff nach Betäubungsmitteln gehe. "Wir können versuchen, was wir wollen - es wird einfach nicht besser!", so ein resigniert wirkender Weis. Aber gerade zu Vorgängen der Straßenverkehrssicherheit fühlt sich ein ADAC herausgefordert, und so sollte dieser Vortrag später von Oliver Freiburg zum Anlass genommen werden, dem Vertreter der Kreisverkehrswacht, Alfons Hrubesch, eine kooperative Aktion zu Verkehrssicherheit älterer Menschen in Aussicht zu stellen. Vielleicht sei auch die Frage, wie man Asylbewerbern deutsche Verkehrsregeln erklären könne, ein aufzugreifendes Thema, so Freiburg, der auch von einer Bitte der Stadt berichten konnte, die darauf abzielte, Erkenntnisse des ADAC in ein Verkehrsgutachten einfließen zu lassen.
Nicht unverwandt dazu auch die Einblicke zu einem anderen Verkehrsthema, gegeben von Dietmar Heinkelmann, Verkehrsreferent im Stadtrat. Er stimmte darauf ein, dass in Lichtenfels an verantwortlicher Stelle die Notwendigkeit für einen Kreisel anstelle der Ampelanlage an der Coburger Straße/Abzweigung Kösten gesehen würde. Auch darum, weil die Ampel hohe Wartungskosten zeitige. Doch auf mindestens 350 000 Euro käme die Errichtung eines Kreisels auch. Ein Ansinnen, welches bei der überwiegenden Mehrheit der Anwesenden auf Gegenliebe stieß.
Über den Schatzmeisterbericht, der den Verein als finanziell gesund auswies und auch in der Rechnungsprüfung keine Auffälligkeiten aufwies, näherte sich der Abend seinem Höhepunkt. Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer übernahm die Wahlleitung. Aber es gab keine Gegenkandidaten und nahezu einhellig wurde der alte Vorstand auch zum künftigen bestimmt. Als neuer alter Vorsitzender nahm Oliver Freiburg auch die Ehrung verdienter Mitglieder vor. Doch die kleinen Schatullen, welche die Ehrennadeln enthielten, stapelten sich auf dem Tisch - nahezu alle Auszuzeichnenden ließen sich aus Krankheitsgründen entschuldigen. Nur eine konnte an den Mann gebracht werden: für 50 Jahre Mitgliedschaft an Paul Gerdes.