"Jetzt geht die Qualitätsmanagement-Arbeit erst richtig los", weiß Jacqueline Bolz. Stolz präsentiert die Diplom-Sozialpädagogin und Qualitätsbeauftragte an der Bezirksklinik das gerahmte Dokument, welches das Therapiezentrum für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige für die Bereiche Entwöhnungstherapie und Adaption zertifiziert.

Das Zertifikat bescheinigt der Klinik eine hohe Behandlungsqualität. Heute Abend findet die Zertifizierungsfeier für die 43 Mitarbeiter statt. Alle waren und sind beteiligt. Gemeinsam erstellten sie unter Anleitung von Jacqueline Bolz in zweijähriger Arbeit ein Qualitätsmanagement-Handbuch. Darin sind die wichtigsten Prozesse und Abläufe samt beteiligter Mitarbeiter beschrieben. Etwa die Patientenaufnahme, die von der externen Prüfungsfirma gelobt wird: "Der Aufnahmeprozess ist hochprofessionell geregelt und umgesetzt. Die Zusammenarbeit mit den Schnittstellen, Beratungsstellen, etc. ist eindeutig und nachvollziehbar."

Jacqueline Bolz erklärt: "Beim Prüfungstermin wurden sämtliche Mitarbeiter befragt. Neben dem Aufnahmemanagement wurden unter anderem die Arbeits- und Ergotherapie, die Mensa, die Medikamentenausgabe durch den Pflegedienst oder die Sport- und Freizeitaktivitäten unter die Lupe genommen."

Übergeordnetes Leitbild


Wichtig war es den Hochstadtern auch, ein übergeordnetes Leitbild sowie Qualitätsziele zu erarbeiten. "Ich bin ein Ordnungsfanatiker", sagt Jacqueline Bolz lachend. "Ich mag strukturierte Prozesse und die verantwortungsvolle Tätigkeit für die Klinik."

Die sieht Chefärztin Ulrike Leonow bei allen Mitarbeitern: "Innovativ zu bleiben, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und qualitativ immer auf dem höchsten Niveau zu arbeiten, ist für uns selbstverständlich." Jacqueline Bolz merkt an: "Die Zertifizierung war überlebensnotwendig. Nach gesetzlichen Vorgaben verlieren nicht zertifizierte Reha-Einrichtungen die Grundlage eines Versorgungsvertrages durch die Kostenträger."

Bruno Harmuth, Vorstand des Kommunalunternehmens "Kliniken und Heime des Bezirks Oberfranken", und sein Assistent Bernhardt Gehringer ergänzen, man kümmere sich um die Förderung der Gesundheit der Patienten sowie deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft, indem sie die Fähigkeit erlangen, abstinent zu bleiben. Die Zertifizierung sei Bestätigung einer guten Arbeit. Chefärztin Leonow sieht damit den ersten Schritt gegangen und weiß, dass weitere folgen müssen. "Nach der Zertifizierung ist vor der Rezertifizierung in 2015. Das Qualitätsmanagementsystem muss gepflegt und aufrechterhalten werden", unterstreicht auch Jacqueline Bolz. Intern würden die Qualitätsmanagement-Prozesse regelmäßig neu betrachtet und aktualisiert. Doch nun dürften die Mitarbeiter der Fachklinik erst einmal ihren Erfolg feiern.