Wie Ping-Pong-Bälle flogen die Argumente im Gemeinderat hin und her. Befürworter und Gegner der 8,7 Millionen Euro teuren Generalsanierung der Schule schenkten sich am Donnerstag nichts.

Zwei Herzen schlugen in der Brust von Stephanie Dittrich (Bündnis Grüne): "Ein Neubau auf dem Schul- und Sportzentrum wäre mir am liebsten", ließ sie die Gegner aufhorchen, schränkte aber ein: "Aber ich bin auch Mutter. Zum Wohle der Kinder sind große Klassenräume, die bei einem Neubau nicht gegeben wären, das Beste."

Verärgerte Gegner

Eine Aussage, die Edwin Jungkunz (CSU) ärgerte: "Wenn die Schüler zwei Jahre Staub und Lärm ertragen müssen, dann ist das sicherlich nicht zum Wohle der Kinder." Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU), der ebenso wie Jungkunz zu den Befürwortern eines Neubaus zählt, hatte zuvor verraten, was sein Sohn, der nächstes Jahr eingeschult wird, nach zwei Jahren schreiben wird: "Einen Aufsatz über die Baustelle."

So lautstark die Sanierungsgegner auch für einen Neubau trommelten, am Ende zogen sie wieder den Kürzeren: Mit dreizehn zu sieben Stimmen wurde eine Generalsanierung beschlossen. Um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte Hümmer bereits vor zwei Jahren betont, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Sobald die Regierung grünes Licht für einen vorzeitigen Baubeginn gegeben habe und der Fördersatz feststehe, werde man erneut abstimmen. Am Donnerstag war es zu der versprochenen Sondersitzung gekommen.

Walter Limmer (JWU) hatte zu Beginn beantragt, die Abstimmung zu vertagen. "Es liegen keine Zahlen und keine Beschlussvorlage mit Erläuterungen vor. Auch eine Vorbesprechung hat es nicht gegeben. Das habe ich in 22 Jahren noch nicht erlebt", empörte er sich. Der Bürgermeister wies den Vorwurf zurück. In den vergangenen zwei Jahren habe man sich immer wieder im Bauherrenausschuss und im Gemeinderat intensiv mit den Zahlen auseinandergesetzt.

Ein Antrag der JWU lag vor, in dem sich die Wählervereinigung für einen Neubau der Grundschule auf dem Schul- und Sportzentrum in Röhrig ausspricht. Dort soll auch das Lehrschwimmbecken errichtet werden. Das würde nach Ansicht der JWU zu Synergieeffekten bei Planung, Bau und Betrieb führen. Schüler könnten das Schwimmbecken fußläufig erreichen.

Bekanntlich sollen in der sanierten Grundschule auch ein Hort und eine offene Ganztagsschule untergebracht werden. "Schafft es die Küche der Mittelschule auch, diese 80 Kinder mit Essen zu versorgen?", fragte Almut Schuhmann (SPD).

Walter Limmer und sein Sohn Michael (beide JWU) störten sich daran, dass das Sanierungskonzept keine Lüftungsanlage vorsehe. "Eine solche ist sehr wartungsintensiv", klärte sie Norbert Henkel vom Ingenieurbüro Reichenbach und Henkel aus Kirchlein auf. Die Klassenzimmer müssten nach jeder Schulstunde manuell gelüftet werden, ergänzte Hümmer, was Michael Limmer als rückständig anprangerte.

Was passiert mit dem jetzigen Grundschulgebäude? Die JWU hat konkrete Vorstellungen. Aus dem Gebäude, in dem bereits Vereine untergebracht sind, könnte man ein Haus der Vereine machen.

Auch die Einrichtung eines Jugend- und Seniorentreffs sowie einer Bibliothek wäre denkbar. "Die anderen Vereine haben bereits Räumlichkeiten. Jugend- und Seniorentreff gibt es ebenso und die evangelische Kirchengemeinde unterhält eine Bücherei", widersprach der Bürgermeister. Ein Haus der Vereine könnte die Gemeinde finanziell nicht schultern, meinte Hans-Werner Schuster (CSU).

Die Kosten für das Vorhaben stiegen in den vergangenen zwei Jahren von 7,1 auf 8,7 Millionen Euro. Zugleich erhöhten sich laut Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff die staatlichen Fördermittel aus dem Finanzausgleichsgesetz von 45 auf 65 Prozent. Dadurch bleibt es weiterhin bei einem Eigenanteil von 3,78 Millionen.

Wie halten es Elternbeirat und Lehrer? "Sie stehen alle hinter der Sanierung", erklärte Schulleiter Stefan Kern.