Das Rennen um die Pole-Position fiel in diesem Jahr äußerst knapp aus: Mit einem Hundertstel lag Simon Lamas Vazquez aus Bad Staffelstein, der den exzellenten Notendurchschnitt von 1,15 erzielte, vor Susanne Lache aus Obristfeld und Luisa Schneider aus Kleinziegenfeld, die beide 1,16 erreicht hatten.
Schulleiter Rudolf Kodalle, schrieb den insgesamt 151 Absolventen ins Stammbuch: "Fleiß und Beharrlichkeit sind der Schlüssel zu Erfolgserlebnissen. Solche Erfolge werden Euch das Gefühl der Zufriedenheit vermitteln."
In den vergangenen sechs Jahren reifte an der Realschule nicht nur ein besonders guter, sondern auch ein besonders starker Jahrgang heran. Christa Bänisch, stellvertretende Schulleiterin, machte in der Abschlussfeier in der Obermainhalle eine ganz besondere Rechnung auf, bei der sie sich einen ironischen Seitenhieb auf das Gymnasium Burgkunstadt nicht verkneifen konnte: "Als ich kürzlich zu einer Abiturfeier eingeladen war, erfuhr ich dort, dass von den ehemals angetretenen Fünftklässlern 57,7 Prozent des Abitur bestanden haben. Dies wurde als Erfolg gefeiert. An unserer Schule wurden aus 105 Pennälern 147. Das ist ein sensationelles Ergebnis von 140 Prozent."
Als erfahrener "Juror" gab Kodalle den Jugendlichen drei Ratschläge mit auf ihren weiteren Lebensweg. Ausgehend von der Erkenntnis, dass es wichtig sei, glücklich zu sein, ermunterte er sie zunächst, offen für He rausforderungen zu bleiben und mit Ausdauer an die Aufgaben des Lebens heranzugehen. Zugleich warnte der Pädagoge die jungen Leute vor dem naiven Glauben, im Leben müsste alles glatt gehen: "Ein Leben ohne Niederlagen und Rückschläge gibt es nicht."
Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) schlug eine gedankliche Brücke vom 3,8 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau an der Realschule, für den sich Kodalle bedankt hatte, hin zur Baustelle des Lebens, auf der die jungen Leute arbeiten. "Sie ist noch lange nicht fertig, wartet mit immer neuen He rausforderungen auf Euch", sagte er und ermunterte er die Absolventen zum lebenslangen Lernen.
Erfrischend, frech und unkonventionell: Für den bunten Farbtupfer unter den Rednern sorgte Elternbeiratsvorsitzender Peter Zimmermann, der es verstand, flotte Sprüche mit tiefsinnigen Gedanken zu verknüpfen und zu dem Schluss kam: "Lasst Euer Leben nicht vom PC diktieren. Es gibt eine Welt zu entdecken, die es nicht auf Festplatte gibt. Draußen vor Eurer Haustüre fängt sie an!"
Auch die Schüler trugen ihren Teil zum Gelingen der Feier bei: Sie ließen ihrer Musikalität freien Lauf oder schwärmten wie Christoph Kraus und Johanna Geßlein in ihrer Absolventenrede von den "coolen Lehrern, zu denen man ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen konnte". Darüber hinaus überraschten die Schüler ihre Lehrer mit pfiffigen Geschenken: Christoph Kraus und Tina Weich aus der Klasse 10d schenkten ihrem Klassenleiter Ralf Zech, der gerne rosa Kleidung trägt, einen Schirm mit den Unterschriften sämtlicher Schüler und einen Werkzeugkasten in dieser Farbe.