"Schauen Sie sich das an: Und das an einem ganz normalen Montag!", sagt Hans-Josef Stich, Werkleiter der Obermain-Therme, und schaut durch das Fenster der Galerie hinunter auf den Außenbereich. Dort ist das Becken voll, die Thermengäste machen Übungen zu Musik, die ein Mann am Beckenrand vorgibt.
Unten in der Eingangshalle, es ist kurz nach 12 Uhr, öffnete gerade eine zweite Kasse, weil der Andrang zu groß wurde und sich vor dem Tresen eine Menschentraube gebildet hatte.

Der Eindruck täuscht nicht, es läuft in diesem Jahr gut für die Obermain-Therme. Stich gab bei der jüngsten Sitzung des Thermalzweckverbandes am Vormittag die Halbjahreszahlen bekannt. 369 200 Besucher zwischen Januar und Ende Juni bedeuten einen Zuwachs um 2,5 Prozent gegenüber dem selben Zeitraum im Vorjahr. Zu dem Anstieg trugen besonders die Sauna-Gäste bei: 97 070 Gäste kamen im ersten Halbjahr, das entspricht einem Plus von 6,9 Prozent.
Der Staffelsteiner Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) ergänzt: Auch bis September setze sich dieser Trend fort.

Rundgang über Baustelle

Das bedeutet aber auch: Etwa zwei Drittel des Zugewinns stammen aus dem Sauna-Bereich. Hier will die Therme künftig noch mehr bieten. Der Umbau der Saunalandschaft läuft. Gleich zu Beginn der Sitzung des Verbandes, hinter dem die Stadt Bad Staffelstein und der Landkreis stehen, machten die Gremiumsmitglieder einen Rundgang, um den Fortschritt der Bauarbeiten zu sehen. "Für die Anschlussgebäude wird schon die Baugrube ausgehoben", kündigte Kohmann die nächsten Schritte an.

Die Umrisse des großen Sees, der das Zentrum der neuen Saunalandschaft bilden wird, sind schon zu erkennen. Hellblaue Folien machen ihn gut sichtbar. Um diesen See herum liegen verschiedene Saunen.
"Wir liegen im Zeitplan", betont Jürgen Kohmann. Der ist ehrgeizig, wie Werkleiter Stich einräumt: "Bis September 2014 wollen wir fertig sein." Ob man ihn halten kann, hänge davon ab, wie sich das Wetter in den nächsten Monaten entwickelt.

Eine große Event-Sauna, eine See-Sauna, eine Meditations-Sauna, eine russische Banja-Sauna sowie eine Innensauna kommen zum bestehenden Angebot hinzu. Die Aufträge für den Bau hat der Thermalzweckverband gestern vergeben.

Das Auftragsvolumen liegt bei einer Million Euro, überschlägt Jürgen Kohmann. Die Firma B+S Finnlandsauna aus Dülmen errichtet die neuen Häuser.
Mitbewerber wie etwa das Bambados in Bamberg möchte man damit auf Distanz halten. Dort hat man im ersten Halbjahr einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen in der Sauna registriert, von 19 471 auf 27 303, ein Plus von etwas über 40 Prozent. Dafür gab es in Bamberg bei den Badegästen insgesamt einen Rückgang, von 135 000 auf 122 700 (-9,1 Prozent). In Bamberg will man künftig mit dem Bereich Sauna stärker werben. Ein Problem für Bad Staffelstein? Werkleiter Hans-Josef Stich sieht das eher ruhig. Der Personenkreis für Saunabesuche werde allgemein immer größer.

Und in Bad Staffelstein registriere er zudem einen weiteren positiven Effekt: Die Zahl der Ganztagsgäste steige vor allem unter den Saunagästen, betont er. 33 Prozent seien es im Jahr 2012 gewesen.17,50 Euro zahlen sie momentan dafür: "Wir sind Markt- und Preisführer in der Region." Nach dem Umbau wird der Besuch teurer werden, aber Stich ist sicher, dass die Gäste dies für das bessere Angebot gerne bezahlen.

Stromverbrauch soll sinken

Auf der anderen Seite hofft man aber auch, die Betriebskosten senken zu können. Die Stromlieferungen wurden europaweit neu ausgeschrieben. Für den Strom zahlt die Therme ab 2014 drei Jahre lang nur noch zusammen 700 000 Euro, 25 Prozent weniger als bisher. In der Therme hofft man, dass der günstige Bezugspreis nicht durch höhere Nebenkosten wie Leitungstarife aufgefressen wird.
Deshalb geht man das Thema auch von anderer Seite aus an. Bei der Generalsanierung, die nächstes Jahr schrittweise beginnt, soll durch neue Technik weniger Strom benötigt werden als bisher, sagte Kohmann.