Der Hausmeister hatte den Brand im Technikraum der Firma IBC Solar im Bürogebäude "Am Hochgericht" entdeckt. Ein Defekt an einer Waschmaschine hatte zum Brand mit enormer Rauchentwicklung geführt. Neben dem Hausmeister werden noch weitere fünf weitere Personen vermisst. Bei diesem Szenario handelt es sich glücklicherweise nicht um einen realen Einsatz, sondern um eine Übung, die am Montagabend stattfand.

Für zehn firmeninterne Brandschutzhelfer endete ihre Ausbildung mit einer Feuerwehrübung unter "realen" Bedingungen: Plötzlich wird es laut. Ein Fahrzeug nach dem anderen trifft am Alarmierungsort ein. Neben den Feuerwehren aus Bad Staffelstein, Unterzettlitz, Schönbrunn, Wolfsdorf und Uetzing trifft auch die Drehleiter aus Rödental ein.

Die rund vier Wochen alte Drehleiter verfügt über ein sogenanntes Knickgelenk. Die Lichtenfelser Drehleiter, die ebenfalls über ein Knickgelenk verfügt, befindet sich zeitgleich auf einen parallelstattfindenden Einsatz.

Als Beobachter waren Kreisbrandinspektor Gerhard Elflein und Kreisbrandmeister Siegfried Hammrich anwesend. "Übungen sind wichtig", sagt Elflein. Aktuell findet die Feuerwehraktionswoche statt. Die Übungen dienen letztlich auch dazu, sich mit den örtlichen Begebenheiten zurechtzufinden. Bei IBC Solar findet einmal im Jahr eine Großübung statt, jeweils an einen anderen Standort.

Im letzten Jahr war dies am der Hauptlogistik-Standort auf dem ehemaligen Alka-Gelände. In diesem Jahr war das Bürogebäude "Am Hochgericht" an der Reihe. Ein Gebäude, in dem tagsüber rund 170 Menschen arbeiten. Die Übung findet nach Dienstschluss statt. Die Rettung der Vermissten steht an erster Stelle. Mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Wehrmänner dringen über das Treppenhaus in den Keller ein. Hier soll auch der verschollene Hausmeister zu finden sein.

Unterdessen wird im Außenbereich am Anbau die Drehleiter ausgefahren, da sich ganz oben eine Person befindet. Am Glasvorsprung kommt das Knickgelenk zum Einsatz. Es dauert nicht lange und die Person ist in Sicherheit.

An anderer Stelle des Bürogebäudes ist der Löschvorgang voll im Gang. Die Löschwasserversorgung kommt aus vier Stellen der Ringleitung der Stadt Bad Staffelstein. Im Gebäude selbst sorgt eine Nebelmaschine für möglichst reale Verhältnisse.

Die Sicht beträgt nur wenige Zentimeter. Man kann kaum die Hand vor Augen sehen.

Zum Einsatz kommt eine Wärmebildkamera. Damit lässt sich auch im Ernstfall eine vermisste Person finden. Eine rote Feuerwehrleine hilft den Wehrmännern bei der Orientierung im unbekannten Terrain. Die Handgriffe sitzen.

Bald ist auch der vermisste Hausmeister gefunden. Er wird an die "frische" Luft gebracht. Einer nach den anderen, der verschollenen Personen wird gefunden und ins Freie gebracht. Dann über Funk die Meldung, laut den Brandschutzbeauftragten der Firma soll sich noch ein Mensch in der Kantine befinden. Noch einmal heißt es alles absuchen, bis er gefunden ist.

Insgesamt waren gut 60 Feuerwehrleute im Einsatz, davon acht Atemschutztrupps. "Insgesamt haben wir eine recht entspannte Übung gehabt", lautet das Resümee von Stefan Liebl, dem federführenden Kommandanten der Feuerwehr Stadt Bad Staffelstein. Firmeninhaber Udo Möhrstedt dankte den Aktiven für ihren Einsatz. Auch er war mit dem Einsatz der 60 Feuerwehrleute sehr zufrieden.