Auch wenn die derzeitigen Temperaturen eher eine Rückkehr des Sommers vermuten lassen: Kalendarisch stehen Herbst und Winter vor der Tür. Ob der Winter diesmal mit Schnee aufwarten wird, wer weiß das schon. Besser man sorgt schon mal vor. Rund ein Dutzend Interessierte hatte sich am Samstag zu einem Flechtkurs in das Stadtmuseum in Bad Staffelstein eingefunden. Unter Anleitung von Flechtwerkgestalterin Gitti Klitzner entstanden "Futtertüten aus Weide". Die vielseitigen Objekte können entweder mit Äpfeln, Nüssen oder Meisenknödeln gefüllt werden und Vögeln im Winter als Futterquelle dienen. Ein Holzplatte mit Löchern dient bei der Herstellung der Futtertüte als einfaches, aber wirkungsvolles Hilfsmittel. In diese wird zunächst eine Reihe senkrechter Staken, so nennt man die senkrechten Weidenruten, die später umflochten werden, eingesteckt. Als Flechtweide dient eine biegsamere französische Weide mit grünem Schimmer.
"Wir flechten mit drei Weiden gleichzeitig", erklärt Klitzner, und zeigt, wie es geht. "Kimmen" heißt die Technik, aus der sich besonders stabile Geflechte aus drei bis vier Weidensträngen herstellen lassen. Damit sich beim Flechtschlag über zwei Staken ein gleichmäßiges Bild ergibt, ist es wichtig, mit dem Teil der Weide anzusetzen, mit dem der vorige aufgehört hat - also Spitze an Spitze, Ende an Ende.
Unter den Teilnehmerinnen sind erfahrene Flechterinnen, aber auch Anfängerinnen. "Ich wollte das schon lange mal ausprobieren", sagt eine Teilnehmerin.
Eine erfahrene Flechterin ist dagegen Carina Zapf aus Weismain. Normalerweise sei sie als "Tochter-Mutter-Gespann" dabei, erklärt die junge Frau. Doch dieses Mal ist sie in Begleitung einer Freundin. Was Carina Zapf an diesem Urhandwerk am meisten gefällt, ist der Umgang mit dem Naturmaterial Weide und seine Eignung für den Naturgarten. Carina Zapfs Futtertüten werden im Garten der Familie einen Platz finden und mit Äpfel und Nüssen gefüllt der heimischen Vogelwelt im Winter ein Überleben sichern. Die Futtertüten aus Weide lassen sich nicht nur im Garten aufhängen, sondern sind auch im Haus eine schöne Dekoration, Beispielsweise mit einer Lichterkette und gefüllt mit Glaskugeln zu Weihnachten.
Gitti Klitzner hilft, wenn eine Teilnehmerin nicht mehr weiter weiß. "Nicht so viel darüber nachdenken", lautet ihr Ratschlag an eine Teilnehmerin, die darüber zweifelt, ob sie alles richtig macht. Für die junge Frau ist es der erste Kontakt mit dem Handwerk. Schließlich sind alle fertig und die Referentin zeigt, wie eine Spirale und der Anschluss der Arbeit hergestellt werden. Am Ende können alle Teilnehmer eine Futtertüte aus Weide mit nach Hause nehmen. Der Veranstalter dieses Flechtkurses war die Umweltstation des Landkreises Lichtenfels in Weismain.