Im Urlaub spielt Patrick Zenk zum ersten Mal Fußballgolf. Die Idee fasziniert ihn - er fängt an, ein Feld auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen zu planen. Nun befinden sich dort 18 Bahnen mit einer Gesamtlänge von über einem Kilometer.Eine Person steht auf dem Rasen, der Ball liegt vor ihr, das Loch ist in Sichtweite. Der Ball muss in das Loch. Doch für den Versuch wird kein Schläger benötigt, der Fuß kommt zum Einsatz.

Fußballgolf heißt die Disziplin, die seit kurzem in Grundfeld angeboten wird. Auf insgesamt 18 Bahnen müssen Besucher bunte Fußbälle an Hindernissen vorbei in Löcher treten und beispielsweise Baumstämme, Weidenringe oder Torwände bezwingen. Die Bahnen besitzen zusammen eine Länge von 1350 Metern - verschießen die Besucher, was öfter vorkommt, laufen die Spieler fast zwei Kilometer ab.


Sport und Kultur kombiniert

Die Hindernisse und Bahnen lehnen an die Traditionen und das Leben im Landkreis Lichtenfels an. Der "Frankenschnellweg" bezieht sich auf die A73, der "keltische Steinkreis" erinnert an die ehemaligen Kelten in Bad Staffelstein. Aber auch die Landschaft ist ein Teil des Spielfeldes. Ein Blick durch den fliegenden Weidenring auf Bahn 13 - angelehnt an die Korbstadt Lichtenfels - beschert den Besuchern einen Ausblick auf den Staffelberg.


Zweieinhalb Jahre tüftelt Patrick Zenk an dem Projekt. "Von der Planung bis zur Umsetzung, die Homepage, die Hindernisse, die Werbung - ich habe alles selbst gemacht", erklärt der 40-Jährige. Die Idee kam ihm im Urlaub auf der nordfriesischen Insel Föhr. Zusammen mit der Familie und Freunden macht er eine Fahrradtour. "Die Frauen wollten eine Pause machen und wir haben Fußballgolf im Regen gespielt." Die Idee für einen eigenen Fußballgolf-Platz in Bad Staffelstein ist geboren. Das landwirtschaftliche Anwesen besitzt Zenk bereits.


Für Traum Hürden überwinden

Die Stadt und der Landkreis begrüßen seine Pläne - der Bund Naturschutz äußert Kritik. Denn: Das Feld liegt im Naturschutzgebiet. Patrick Zenk muss zahlreiche Auflagen erfüllen. "Wir hatten Bedenken, dass zu viel Autoverkehr entsteht. Bis jetzt sind die Befürchtungen nicht eingetreten", freut sich Anton Reinhardt von der Kreisgruppe Lichtenfels vom Bund Naturschutz. "Es ist relativ gut gelungen. Es ist eine sehr naturnahe Bahnbepflanzung."


Momentan bereitet dem 40-Jährigen aber etwas anderes Probleme: das Wetter. Durch die Hitze und Wärme ist das Gras verbrannt und der Boden teilweise brüchig. "Eine Bewässerung kommt noch. Ich hatte gedacht, ich komme dieses Jahr noch über die Runden." Doch das ist nicht der Fall und der Bau eines Brunnens sowie die Bewässerung der Anlage sind nicht billig, erklärt der Inhaber. Allein für die Anlage mit den Hindernissen bezahlt Patrick Zenk einen sechsstelligen Betrag - ohne finanzielle Unterstützung. Das Angebot wird, so Zenk, bislang gut angenommen. Egal ob Junggesellenabschied, Kindergeburtstag oder Vereinstreffen: Über 100 Personen könnten theoretisch gleichzeitig auf der Anlage spielen.

"Unser Fußballverein hat gerade ein Trainingslager", erklärt der 17-jährige Max Fendrich von "Siedlung Lichtenfels". Seine Mannschaft nutzt das Angebot als Trainingseinheit. Aber auch Nicht-Fußballer kommen auf ihre Kosten. "Gut, dass sowas in der Region angeboten wird. Wir können dieses Jahr nicht in den Urlaub und jeden Tag Freibad ist etwas viel", erklärt Diana, die mit ihrem Mann und Sohn das Spiel in der Sonne genießt.