Helle Zimmer mit schönem Ausblick, automatisch gedimmtes Licht und Fußbodenheizung - nein hier geht es nicht um ein Hotel, sondern um das neue Klinikum in Lichtenfels. Beim heutigen Bürgerfest können Besucher erstmals einen Blick in den Neubau werfen. "Aber nicht erschrecken, wir befinden uns noch in den Bauarbeiten", warnt Landrat Christian Meißner (CSU). Schon einen Tag vor der offiziellen Besichtigung präsentiert er zusammen mit Baukoordinator Tristan Rinker und Krankenhausdirektorin Eva Gill das Green Hospital. Zur Einweihung kann Meißner aufatmen: "Wir haben uns ganz schön was vorgenommen, aber ich kann sagen, dass wir mit der Qualität zufrieden sind und die Baukosten vielleicht sogar unterbieten werden." Rund 80 Millionen betragen diese.


Alle sollen sich wohlfühlen

Während des Klinikaufenthaltes sollen sich die Patienten wohlfühlen. Insgesamt gibt 276 Betten und vier Doppelstationen, eine Station umfasst 32 Betten. Diese sind auf Doppel- und Einzelzimmer aufgeteilt. Dreibettzimmer oder Betten auf dem Gang, das werde es, so Eva Gill, hier definitiv nicht geben. "Wenn das Krankenhaus voll ist, dann ist es voll", bestätigt der Landrat. Und das sei auch im Sinne des Patienten.
Mit einem neuen Bildschirm am Bett, einem schönen Ausblick in die Natur und einem automatischen Lichtsystem soll der Aufenthalt möglichst angenehm werden. Das vollautomatische Lichtsystem schaltet sich zur Weckzeit ein, mit einem sanften, gedimmten Licht. "Das Licht baut sich automatisch auf, es entspricht dem natürlichen Rhythmus des Tageslichts und passt sich auch an diesem an", sagt Gill. Zudem habe es einen warmen Farbton. Der Bauherr war zunächst skeptisch. Denn bisher gebe es keine Klinik, die dieses System eingebaut hat. "Da macht man sich als Bauherr natürlich Sorgen", gesteht er. Diese seien mittlerweile verflogen: "Es entsteht ein automatisches Wohlfühlklima."

Etwas erschüttert war der Landrat allerdings, als er die OP-Räume besichtigte. An den Wänden hängen Großformatige Landschaftsbilder. "Ich habe nichts gegen die Alpen und die Nordsee, aber hier sollten Heimatbilder sein." Deshalb werden die bald mit Bildern von Kloster Banz und Staffelstein überklebt. Denn auch das Personal soll sich in der neuen Klinik wohlfühlen.
Den originalen Blick darauf gibt es von der Cafeteria direkt am Eingangsbereich. Die Terasse soll auch externe Besucher locken.


Nachhaltiges Bauen

Hinter dem Gebäude steckt aber noch viel mehr: Das Green Hospital dient als Referenzobjekt und die Energiewerte werden wissenschaftlich ausgewertet. Etwa acht Millionen Euro hat der Freistaat für die Green-Hospital-Standards investiert. Baukoordinator Tristan Rinker gibt ein Beispiel dafür: "In allen Zimmern befindet sich Fußbodenheizung, die durch Erdwärme gewonnen wird. Zudem haben wir Photovoltaikanlagen auf dem Dach und in der Fassade des Hauses eingebracht." Im Jahr sollen geschätzt 65% weniger Energiekosten anfallen.
"Hinter dem Green-Gedanken steckt mehr als nur Energieeffizienz", sagt der Landrat. Bei jedem Baustoff wurde auf Recycling geachtet - in der Cafeteria werde es nur Bioprodukte geben und ein erholsamer Patientengarten ist angelegt, daneben ein Kindergarten. Man schaue ganzheitlich auf das Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Der Bauherr beschreibt die Entwicklung des Klinikums so: "Bis jetzt hatten wir einen Fischkutter - mit dem Green Hospital haben wir einen Flugzeugträger."
Das Klinikum will damit den Platinstatus für nachhaltige Bauten erhalten. Interessenten können sich heute ab 16 Uhr selbst ein Bild vom "Flugzeugträger" machen.