Christine Frieß, Kandidatin der CSU, hat die Bürgermeisterwahl in Burgkunstadt knapp gewonnen. Sie erhielt von 3278 gültigen Stimmen 1265, Amtsinhaber Heinz Petterich von der Freien Wähler-Gemeinschaft musste sich mit 1197 Stimmen geschlagen geben. SPD-Kandidat Wolfgang Sievert verbuchte 816 Stimmen.

Während beim Urnengang Petterich mit 627 Stimmen, gegenüber 624 für Frieß, die Nase vorn hatte, konnte die CSU-Bewerberin bei der Briefwahl deutlich punkten: Sie erreichte 641 Stimmen gegenüber 570 für Petterich. Auf rund 50 Prozent war der Anteil der Briefwähler gestiegen. Da keiner der beiden Kandidaten die absolute Mehrheit erzielte, wird die Entscheidung bei einer Stichwahl in zwei Wochen fallen.

Unfairen Wahlkampf moniert

Bürgermeister Heinz Petterich zeigte sich von dem Wahlergebnis überrascht und enttäuscht. Gegenüber unserer Zeitung machte er einen unfairen Wahlkampf für den Vorsprung der CSU verantwortlich. "Sie haben Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten werden können", schimpfte der Rathauschef.

Darüber hinaus sei der Schlagabtausch auch unter der Gürtellinie erfolgt. Insbesondere seine Person hätte Tiefschläge hinnehmen müssen. Der ausgetragene Wahlkampf sei in einer Härte erfolgt, wie er sie noch nicht erlebt habe. Es sei wohl der Stil der Zeit, mit persönlichen Angriffen den Wahlkampf zu führen. Das Ergebnis werde aber nichts an der Marschroute der Freien Wähler ändern, sagte Petterich.

"Umschwung in der Bevölkerung"

Er war überzeugt davon, dass die Wähler auch weiterhin eine unabhängige, nicht von Parteizwängen geprägte Politik zu würdigen wissen. Er wolle stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Bürger haben und keine Realisierung von Prestige-Objekten vor den Pflichtaufgaben der Stadt. Burgkunstadt für Neubürger attraktiv zu machen und eine Wiederbelebung der historischen Innenstadt sind Ziele, die er sich setze.

Christine Frieß freute sich über den Etappensieg. "Ich habe das Ergebnis nicht erwartet", zeigte sie sich überrascht. Sie sah einen Umschwung in der Bevölkerung, die eine andere Lokalpolitik wünsche.

Auch für die Stichwahl am 30. März bleibe es bei der gleichen Marschrichtung: "Unser Ziel ist die Mehrheit im Stadtrat", sagte die 46-jährige Lehrerin. Den Grund für den Erfolg sah sie in einer kontinuierlichen CSU-Kommunalpolitik zum Wohle der Stadt und zum Wohle der Bürger gleich welchen Alters. Frieß bedankte sich bei ihren Wählern und ihrem Wahlkampf-Team, das sie stets motiviert habe.

SPD-Kandidat Wolfgang Sievert machte für den Wahlsieg von Christine Frieß auch Wechsel- oder Trotzwähler verantwortlich. Die Konfession spiele bei vielen Wählern auch eine Rolle. Seine Hoffnung galt nun der Stichwahl. Seine Prognose war salomonisch: "Wer mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, wird Bürgermeister."

Sitzverteilung im Stadtrat

Im Stadtrat sind die Sitze wie folgt verteilt: sieben Plätze CSU (Christine Frieß, Günter Knorr, Manfred Hofmann, Marco Hennemann, Joachim Ruß, Benedikt Vonbrunn, Christian Macion), fünf SPD (Wolfgang Sievert, Hans Peter Marx, Ulrike Koch, Sabine Heppner, Mathias Heppner) und jeweils vier BV (Marcus Dingelreiter, Thomas Müller, Veronika Filerl und Alexander Hanna) und FWG (Heinz Petterich, Franziska Ramming, Ulf Müller, Ingrid Kohles).