Abdullah Machmadinedschad ist Scheich. Seine Stretch-Limousine trägt die Kennzeichen des Emirats Katarrh. An bayerischen Kurbädern, besonders an der Staffelsteiner Obermain-Therme, hat der Prinz seinen Narren gefressen. Von der Piscina ist der Wüstensohn am meisten beeindruckt. In diesen oasengleichen Wonnetempel zieht er sich mit Vorliebe in Begleitung der Honigblumen seines Harems zurück. Eine wunderbare Symbiose, ein Märchen wie aus Tausendundeiner Nacht: Großzügig sponsert der Scheich die Therme. Bis sich urplötzlich alles auf einen Schlag ändert...

Helmut Vorndran, Kabarettist a. D. und fränkischer Krimiautor, stellte am Donnerstagmittag bei einer Dichterlesung in der Piscine sein jüngstes Werk vor: "Thermentod - Das Horrorskop", lautet der Titel des skurrilen Kurzkrimis. Weil er sich bei Auftritten mit dem Totalen Bamberger Cabarett (TBC), aber auch privat schon seit vielen Jahren in der Therme wohl fühlt, musste er nicht allzu umfangreich recherchieren. Als Diana Geißendorfer, die in der Theme für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, ihn anstupste, ließ er sich nicht lange bitten: Sie hatte ihn gebeten, einen Thermenkrimi zu schreiben, der in Bad Staffelstein spielt.

Kein Wunder also, dass der scharfzüngige Autor viele seiner realen Bekannten aus der Obermain-Therme in den Text hineinmontierte. Saunameister Peter Zillig ist eine der Hauptfiguren. Er kommt mit seinem echten Namen vor. Thermenleiter Hans Josef Stich und Diana Geißendorfer hingegen bekommen die (leicht druchschaubaren) Pseudonyme Hans Josef Schnitt und Diana Bockstädter. Hinzu kommen völlig frei erfundene Figuren, etwa eine durchgeknallte, auf Männer fixierte Gräfin. "Das sind Archetypen, die's in jedem Bäderbetrieb gibt", lässt Helmut Vorndran sarkastisch durchklingen. Und den Inhalt des Büchleins skizziert er so: "Wenn man dieses Buch liest, wird man merken, dass es nicht immer etwas Negatives sein muss, wenn jemand stirbt."

"Gelungene Charakterisierung"

Thermen-Werkleiter Hans Josef Stich, der zunächst skeptisch war, ob ein solcher Krimi eine positive Auswirkung auf die Therme haben könnte, ließ sich überzeugen: Ja, das Konzept passt. Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) schwärmt: "Das ist eine einzigartige Zusammenarbeit eines heimischen Autors und der Therme." Landrat Christian Meißner (CSU): Es ist eine gelungene Charakterisierung der Thermenmitarbeiter und des Innenlebens. Ich bin hingerissen von der Idee und vom Text."

Wer die Therme besucht, kann sich nun das Krimi-Arrangement "Horrorskop" gönnen und darf sich auf einen schaurig-schönen Tag freuen - inclusive des Cocktails "Mai Scheich", kreiert von Helmut Vorndran.




Daten "Thermentod - Das Horrorskop" von Helmut Vorndran (ISBN 978-3-9812693-8-3) ist bei Guide Media erschienen, hat 55 Seiten und ist für 5,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Außerdem erhalten all jene Besucher der Obermain-Therme das Buch, die das Krimi-Arrangement "Horrorskop" buchen.

Autor Helmut Vorndran wohnt in Rattelsdorf; bis vor kurzem war er Mitglied des Totalen Bamberger Cabaretts (TBC); nun lebt er als freischaffender Autor vor allem von Krimis. Von ihm sind u. a. "Das Alabastergrab", "Blutfeuer", "Der Colibri-Effekt", "Tot durch Franken" und "Drei Eichen" erschienen.