Handwerkskurse, Großinstallationen, Festival oder Flechtobjekte. Der Verein Zentrum Europäischer Flechtkultur hat in den letzten Jahren einiges unternommen, um auf das Flechthandwerk aufmerksam zu machen. Und es wird schon für die Zukunft geplant.

In die Zukunft wurde mit den Projekten "Stadt und Geflecht" und "Visionen 2020" investiert. In diesen Plänen wurde laut dem Geschäftsführer des Vereins Zentrum europäisches Flechthandwerk (ZEF), Manfred Rauh, der Grundstock für die heutigen Ideen und Entwicklungen gelegt. In seinem Sachstandsbericht vor dem Stadtentwicklungsausschusses zieht der Geschäftsführer Bilanz.

Doch zuerst resümierte der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) den Korbmarkt 2018. "Es gab eine Weiterentwicklung bei der Gestaltung", resümierte Hügerich. Außerdem lobte er die Zusammenarbeit zwischen Vereinen, der Stadt und anderen Verantwortlichen der Lichtenfelser Korbmarktes.

Neuerung für Korbmarkt

Rauh fand dennoch kleine Verbesserungen, die im nächsten Jahr zum 40. Korbmarkt angegangen werden. So gibt es ein "neues Standkonzept", erklärt Rauh. Dabei werde es neue Zelte geben, die den Sicherheitsrichtlinien entsprechen.

Zusätzlich solle die Berufsfachschule wieder stärker einbezogen werden. In welcher Form sich das zeigen wird, wird noch geklärt werden, erläutert Rauh.

Denn das ZEF ist bemüht, eine "stärkere Verbindung zur Berufsfachschule aufzubauen", sagt Rauh. Die Schüler sollen mit der Erfahrung des Vereins und dessen Kontakte praktisch Flechten erleben können. Denn der Geschäftsführer stellt klar: "Die Schüler sind die Zukunft des Flechtens."

Verbesserungen bei Lichtenfelser Flechtkursen

Nicht nur dort wird das Flechten gelehrt. Seit Mai 2016 gibt es in Lichtenfels ein ganzjähriges Flechtkursangebot. Aktuell sei der ZEF dabei, ein neues Kursangebot zu entwickeln. "Nach so langer Zeit muss auch mal was Neues her", erläutert Rauh. Neu wird auch die Stadtmöblierung.

Verschiedene Sitzmöglichkeiten sollen mit Flechtwerk gestaltet werden. Im diesem Winter erfolgt die Ausschreibung. Ein Mitglied des Stadtrats wollte sicherstellen, dass die Sitzmöglichkeiten auch bis zum Frühjahr fertig sind. Hügerich antwortete ihm: "Das Ziel ist, dass sie bis Frühjahr stehen."

Dann stehen die Flechtobjekte nicht alleine in der Lichtenfelser Stadt. Die geflochtenen Skulpturen seien richtige Fotoobjekte geworden. "Die werden mindestens 100 000 mal fotografiert", schätzt Rauh.

Trotzdem gab es mit diesen Figuren ein Ärgernis: "Dem kleinen Jungen wurde die weiße Mütze als Souvenir gestohlen", sagt Rauh. Die Künstlerin schicke jedoch eine neue Kappe - inklusive Tipps, wie die Mütze stärker befestigt werden könne.

Neue Flechtskulpturen

Dem geflochtenem Korb vor dem Rathaus ist dafür nicht mehr zu helfen. "Der ist heftig marode", erklärt Rauh, "und braucht einen Ersatz". Zu diesem Zweck wird in Kürze ein "Ideen- und Gestaltungswettbewerb" ausgeschrieben.

Zusätzlich soll es weitere Wettbewerbe geben. Rauh erläutert die Idee, einen Lichtenfelser Einkaufskorb zu entwickeln. Dieser stehe für ein "nachhaltiges Denken". Diese Idee wurde auch von den Anwesenden Mitgliedern positiv aufgenommen: "Damit kann Lichtenfels ein Alleinstellungsmerkmal haben" - in einem weiteren Schritt eine papierfreie Stadt.

Mithilfe eines Wettbewerbs soll nun auch der Köstener Kreisel mit einer Flechtskulptur verschönert werden (wir berichteten). Dazu sollen mehrere Stadteingänge ebenfalls geflochtene Skulpturen erhalten. Dazu sollen beispielsweise die Coburger Straße zählen, wie ein Ausschussmitglied feststellte.