Auf der Internetseite der Feuerwehr läuft der Countdown bereits. Die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bis zum Beginn des Feuerwehrjubiläums werden heruntergezählt. Knapp drei Monate Zeit haben die Mitglieder des Festausschusses noch, um die 150-Jahr-Feier zu planen. Tausende von Gästen werden an den drei Festtagen im Mai erwartet. In der Adam-Riese-Halle und auf dem Gelände davor finden die Feierlichkeiten statt. Unter anderem sind der Festkommers mit Auftritt der "Stadelhofner", ein Abend mit den "Partyteufeln" und das Gemeinschaftstreffen der Spielmannszüge geplant.

An diesem Abend im Februar haben sich acht Angehörige des Festausschusses im Feuerwehrhaus zur Detailplanung eingefunden: Um Parkplätze und Einbahnregelungen geht es, um die Bühnendekoration in der Adam-Riese-Halle, aber auch darum, wie viele Kaffeetassen in der Halle vorhanden sind, wie viele Geldbeutel für die Bedienungen gebraucht werden und von wem die Geldbörsen entliehen werden können.

Kommandant Michael Ludwig und sein Planungsteam diskutieren ausgiebig und zielorientiert. Nicole Trapper, Jörg Breidenbach, Holger Hagla, Michael Liebl, Andreas Bieger, Stefan Ellner und Steffen Lieb haben gute Vorarbeit geleistet und berichten aus ihren jeweiligen Sparten. Reichen die 600 Kaffeetassen wirklich? Oder sollte man lieber noch mehr vorrätig haben? Wo ist das Banner mit dem Staffelberg am augenfälligsten? Wie lange halten die Helfer die Hitze in der Bratwurstbude aus? Viele solche Frage werden an diesem Abend pragmatisch gelöst.

Stefan Ellner stellt das Manuskript der Festschrift vor. Vor ihm liegt ein prall mit Texten und Bildern gefüllter Leitz-Ordner. Die Texte hat Hubert Kolling mit viel Liebe zum Detail und engagiertem Quellenstudium in den vergangenen Monaten verfasst. Nun gilt es, das Konvolut setzen zu lassen und der Druckerei zu senden.
Nicole Trapper ist für die Bar in der Adam-Riese-Halle zuständig. Sie hat bereits abgeklärt, wo Ausschankmöglichkeiten sind, wie viel Platz für welche Abläufe gebraucht werden und wer ihrem Team angehören wird.

Cocktailmaschine bestellt

An diesem Abend geht es auch darum, wohin die Cocktailmaschine gestellt wird und ob sie von der Feuerwehr in Eigenregie betrieben wird oder ob der Verleiher dafür Personal abstellen soll. Das Organisationsteam rechnet damit, dass 800 bis 1000 Cocktails an diesem Wochenende gebraucht werden. Nicole Trapper hat auch schon Hochrechnungen angestellt, wie viel Eis für die Cocktails gebraucht wird: "180 Kilogramm sind sicher nötig", sagt die Kreisbrandmeisterin und fügt hinzu, dass sie schon überschlagen habe, wie lange ihr Kühlschrank und ihre Gefriertruhe für diese Menge frosten müssen.

Wie die Essensmarken gestaltet sein sollen, ist ein weiterer Punkt, der geklärt werden muss. Für Fischbrötchen, Pommes, Gyros, Bratwürste und vieles mehr werden diese Bons gebraucht. Nicole Trapper legt Muster vor. Welche Schrift, welche Farbe des Papiers, mit Stadtwappen oder ohne? All das wird abgewogen und entschieden. Nicole Trapper ist nun gefordert, all die Vorlagen auf farbiges Papier zu kopieren - und die Marken dann einzeln auszuschneiden. Der Festbesucher merkt sicher nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt.

Helfer werden noch gesucht

Michael Ludwig ist unter anderem für Verkehrsregelung, Parkplatzkapazität sowie für die Grillbuden- und Küchenteams zuständig. Er braucht dringend noch Helfer für die beiden Grillbuden, denn wegen der Hitze sei an diesen Brennpunkten zu erwarten, dass nicht alle Helfer ihre Schicht ganz schaffen: "Ein Bräter kann nicht von 9 bis 21 Uhr durchhalten." Auch für die Küche sucht Michael Ludwig noch Helfer, um ein robustes Team auf die Beine zu stellen, das allen Anforderungen gewachsen ist.

Michael Liebl klärt zusammen mit den anderen, wie viele T-Shirts für die insgesamt rund Helfer gebraucht werden. Das ist auch eine Frage des Geldes, denn die T-Shirts müssen bezahlt werden. Deshalb wird die Frage ausgiebige erörtert, ob 200 oder 300 bestellt werden sollen. Erörtert wird auch, ob die T-Shirts mit Werbung versehen werden und wie viel ein potenzieller Sponsor für ein Werbebanner auf dem T-Shirt geben sollte. Zu viel Werbung auf die T-Shirts soll vermieden werden, damit die Helfer nicht bunt wie Christbäume daherkommen.
Nach über drei Stunden sind die acht Ausschussmitglieder ein gutes Stück weiter gekommen. Auch in der Frage der Fahnenbegleiterinnen haben sie eine Lösung gefunden: Zwei junge Damen werden die Fahne flankieren.
Doch welchen Namen gibt man den Mädels? Sind es Fahnenbegleitdamen, Fahnenjungfern oder vielleicht Fahnenbräute? Ist ja auch egal, denn sperrig und bürokratisch klingen alle drei Bezeichnungen. Vielleicht wäre hier ausnahmsweise mal ein Anglizismus angebracht, allein um solche angestaubten Begriffe zu ersetzen?

Einige Punkte heben sich die Ausschussmitglieder aber für die nächste Sitzung auf. Den Festzug zum Beispiel, über den ist bisher nämlich fast noch nicht gesprochen worden. Und die Frage, in welcher Sitzordnung die Adam-Riese-Halle bestuhlt werden soll, ist ebenfalls noch offen.

Nicole Trapper freut sich, weil sie vom Ausschuss die Genehmigung erhalten hat, die Bar mit einigen feuerwehrtypischen Accessoires zu schmücken: "Ich kauf' jetzt Blaulichter und einen Lichterschlauch."