Auf ihm steht: "Junger Mann zum Mitreisen gesucht". Dieses Schild führen längst nicht mehr alle Schaustellerbetriebe mit sich. Die wenigsten, im Grunde genommen. "Die meisten Schaustellerbetriebe nehmen sich Leiharbeiter aus dem Ausland", sagt Marco Walz, Besitzer des Fahrgeschäfts "Walzerfahrt".

Das Schild hat er noch, aber er braucht es nicht, da die Leiharbeiter schon vor Saisonbeginn feste Abmachungen mit ihm treffen. Männer aus dem östlichen Europa zumeist. Männer die zupacken, die Deutschen seien sich dazu zu fein. Die jungen Deutschen, sagt er außerdem, seien heute zum Mitfahren nicht mehr abenteuerlustig genug. Vielleicht hätte es aber auch keiner "mehr nötig". Walz' Schaustellerkollege Monty Lagerin sitzt ihm in einer Entfernung von 100 Meter Luftlinie gegenüber. Er betreibt eine riesige Schaukel und erinnert sich noch an die Zeit, als sein Vater einen Auto-Scooter hatte. "Mein Vater kam mit dem Auto-Scooter in die Stadt, da haben die jungen Leute schon gewartet. Das ist heute nicht mehr und Mitreisende gibt's schon mal gar nicht. Das Schild wurde mit dem Auto-Scooter verkauft." Der Auto-Scooter 20 Meter nebenan besitzt dieses Schild auch nicht mehr.