Wenn nur alle Kranken so gute Chancen auf Heilung hätten wie bei der Frühförderstelle in Lichtenfels: Kinder mit Entwicklungsverzögerung werden nach einer Behandlung bei der Frühförderstelle symptomfrei entlassen, erklärt Maria Wiehle, Gesamtleiterin des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) der Caritas im Landkreis Lichtenfels.
Die Einrichtung existiert seit 1979, also 33 Jahre. Maria Wiehle ist fast von Anfang an dabei. Angefangen hat sie als Buchhalterin, hat sich dann hochgearbeitet, wie sie sagt. Inzwischen ist sie Gesamtleiterin und damit nicht nur für die Frühförderstelle, sondern für viele weitere Einrichtungen der Caritas im Landkreis Lichtenfels verantwortlich.

20 Prozent der behandelten Kinder bei der Frühförderstelle haben eine chronische Behinderung, 80 Prozent eine sogenannte Entwicklungsverzögerung. Das heißt, dass die Kinder Sprachschwierigkeiten haben, oder dass ihre Motorik für ihr Alter nicht weit genug entwickelt ist. Sie können dann nicht richtig greifen, laufen oder krabbeln. Das lasse sich aber behandeln, so Wiehle, und man merke den Kindern anschließend nichts mehr an.
Doch oft sei die Hemmschwelle für Eltern groß. Deshalb sei es wichtig, dass die Frühförderstelle nicht nur in Lichtenfels, sondern zusätzlich in Bad Staffelstein und Altenkunstadt vertreten ist - direkt vor Ort.
Zum Team von Maria Wiehle gehören 15 Mitarbeiter, darunter Psychologen, Pädagogen, Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Ärzte.

Die Kosten der Einrichtung tragen die Krankenkassen und der Bezirk. Dies beinhaltet allerdings keine Anschaffungen, sondern nur die laufenden Kosten. Deshalb sei man, so Wiehle, immer auf Spenden von Sponsoren angewiesen. Wichtig sind dabei vor allem Autos, da die Mitarbeiter häufig zu den Familien fahren, um dort die Kinder zu behandeln.

Viele Mitarbeiter sind mit ihren privaten Pkw für die Frühförderstelle unterwegs. "Bei den heutigen Benzinpreisen, wollten wir unsere Mitarbeiter entlasten und haben deshalb beschlossen, uns um ein neues Auto zu bemühen", erklärt Wiehle. Man war also auf der Suche nach einem Spender.
Bereits mehrfach war die VR-Bank in Bad Staffelstein mit einer solchen Spende zur Stelle, so auch in diesem Jahr. Am Freitag wird Wiehle einen neuen "VW up!" in Empfang nehmen. "Wir sind natürlich sehr dankbar, da wir die Ausstattung im mobilen Bereich verbessern konnten", sagt Wiehle. Da nahm man das halbe Jahr Wartezeit gerne in Kauf.

Heute müsse man immer auch die finanzielle Seite einer solchen Einrichtung im Blick behalten, "so dass zumindest eine schwarze Null herauskommt." Das sei bei der Frühförderung aufgrund der geringen Zuschüsse nicht möglich. Der Träger der Einrichtung - die Caritas - muss dann das Defizit begleichen.
Kinder werden im Frühförderzentrum von der Geburt bis zum Schuleintritt behandelt. Die Zusammenarbeit mit den Eltern wird immer gesucht, in einzelnen Fällen erhalten die Eltern auch Anleitungen, wie sie ihrem Kind im Alltag helfen können. Behandelt werden die Kinder entweder in der Kindertagesstätte, zu Hause in der Familie, oder ambulant in einer Frühförderstelle.

Maria Wiehle ist seit 1980 bei der Caritas. Das besondere an ihrer Arbeit ist für sie das "Glücksgefühl, wenn man etwas geschaffen hat, was die Situation der Menschen verbessert." Man könne zwar nicht immer das ganze Leben verbessern, aber doch einzelne Bereiche erleichtern. Hätte Wiehle die Wahl, dann würde sie sich wieder für ihren Beruf entscheiden. Warum ist klar: "Es geht um die Menschen."