Diese Resonanz hatte Michael Bienlein, Kreisobmann des veranstaltenden Bayerischen Bauernverbandes (BBV) "erhofft, aber nicht erwartet". Weit mehr als 1000 Besucher erlebten am Sonntag ein Kreiserntedankfest, das nicht nur im Zeichen der Wertschätzung von Natur und Landwirtschaft stand, sondern durch seine Vielfalt eine Veranstaltung für alle Sinne war.

Dem Geist genüge getan wurde beim Familiengottesdienst in der Martins-Kirche. Anstelle der Predigt lieferten Mitglieder von Gartenbauvereinen Denkanstöße, "was wir vom Garten lernen können" (Geduld, Dankbarkeit, Sorglosigkeit). Blüten, Obst und Gemüse, zumeist in Körben transportiert von den Vereinen und ihren Jugendgruppe, leuchteten bei der vorangegangenen Kirchenparade in der Sonne. Etwa 300 Personen beteiligten sich an dem Zug.


Handwerk und Traktoren-Schau

Nach dem Gottesdienst marschierten die Beteiligten zum Festplatz bei der Püls-Bräu, wo Mittagessen serviert wurde. Darüber hinaus gab es auf dem Gelände, das sich im Lauf des Nachmittags stark füllte, viel zu entdecken: vom Marmeladenverkauf über eine Apfel-Ausstellung bis zu handwerklichen Vorführungen. Im Brauerei-Innenhof konnten die Besucher die neuesten Modelle von Traktoren und Landmaschinen diverser Hersteller bestaunen.

Breiten Raum nahmen die Ansprachen ein: Kreisobmann Bienlein schlug eine Brücke zum Weismainer Jubiläumsjahr, das ja Anlass geboten habe, das Kreiserntedankfest in der Jurastadt zu feiern: Schließlich habe der Namenspatron der Feierlichkeiten, Abt Mauritius Knauer, seinen Hundertjährigen Kalender geschrieben, um das Wetter für günstige Landbewirtschaftung vorherzusagen und so mehr Nahrung für die Bevölkerung erwirtschaften zu können.


Viele Themen angesprochen

Der unterfränkische Bauernverbandspräsident Bernhard Weiler griff viele Themen auf, darunter die Notwendigkeit von gemeinsamen Mittagessen der Familien sowie Nachhaltigkeit und Hochwasserschutz.

Kreisbäuerin Marion War muth nahm die Wetterkapriolen dieses Jahres zum Anlass, um die Lebensmittelverschwendung anzuprangern: "Nahrung ist nicht unendlich."

Der abschließende Höhepunkt war wieder etwas fürs Auge: Unter der Leitung von Kreisbäuerin Heidi Bauersachs präsentierten sechs Coburger Landfrauen Kleider aus dem Zeitraum vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er-Jahre. "Das sind alles Originale aus den Schränken von Bäuerinnen", verriet Bauersachs, während das Publikum die Modenschau mit großen Applaus belohnte.