Aus der Partnergemeinde in der Diözese Chichester in England hat die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde in Schney den Brauch übernommen, im Advent ein geschmücktes Fenster mit einer kleinen Geschichte und einem Moment des Innehaltens zu öffnen. Ein Adventsfenster wurde am Donnerstag am Schneyer Gemeindehaus geöffnet. Es zeigt eine Krippenszene, gestaltet und schmückt hatten es die diesjährigen Präparanden. Dazu stellte Pfarrerin Tanja Vincent eine moderne Form der biblischen Geschichte vor. Dabei wurde deutlich, dass es nicht auf die prächtigen Kleider und Ausstattung einer Krippe und ihrer Figuren ankommt, sondern auf die Botschaft selbst und die Bereitschaft zu helfen.

Im Anschluss an die Fensteröffnung lud Pfarrerin Tanja Vincent zur Adventsausstellung ins Gemeindehaus ein. Insgesamt waren 31 Krippen zu sehen, die einen Eindruck von der Vielfalt und Fantasie ihrer jeweiligen Erbauer zeugte. "Das besondere ist, dass jede Krippe ihre eigene Geschichte hat", sagt Pfarrerin Tanja Vincent.

Die Idee zur Krippenausstellung in der Schney geht auf Klaus und Brigitte Fortunat zurück. Was letztlich daraus geworden ist, das erstaunte selbst die Pfarrerin. Seit drei Jahren wohnen Klaus und Brigitte Fortunat wieder in Schney. Als Klaus Fortunat pensioniert wurde, suchte er nach einem Hobby. Dieses fand er bei einer Krippenausstellung in Klagenfurt. Hier riet man ihn, bei einem Krippenbauer einen Kurs zu belegen. Da noch ein Platz frei war, blieb er gleich dort.


In Abbruchhäusern fündig

"Die Kunst ist, das richtige Material zu finden", erklärt Klaus Fortunat. Seine Liebe gilt den alpenländischen Krippen und einer gewissen Liebe zum Detail. Material und Anregungen findet er oft bei alten Abbruchhäusern. Alte Holzschindeln beispielsweise, oder alte Balken. Rund zwei Monate arbeitet der Krippenbauer dann an der Umsetzung einer Idee.

Auch der dreizehnjährige Nico Till aus Weismain holt sich Material und Anregungen aus der Natur. In die Hände des jungen Krippenbauers fiel ein morscher Baum. Von diesen wurde ein Stück abgesägt, und von Nico weiter ausgehöhlt. "Da waren einige Knorzen drin, aber es ging", erzählt der Junge. Auch bei der Ausstattung bewies der Junge Fantasie. Das Stroh, auf dem die heilige Familie steht, zerkleinerte er in einer elektrischen Kaffeemühle. Die Bodenplatte bedeckt Moos und die Kante wurde mit Baumrinde kaschiert. "Ich heb manchmal auch etwas auf, wofür Nico noch Verwendung hätte", berichtet Oma Maria Till.

In der Ausstellung sind auch Exponate der Weismainer Krippenfreunde zu sehen. Wie eine in einem 300 Jahre alten Balken eingebaute Krippe von Erwin Herrmannsdörfer. Südtiroler Schnitzkunst zeigt die Krippe, die Roswitha und Peter Schmidt beigesteuert haben. Mehrere Mini-Krippen in der Streichholzschachtel steuerte ein Sammler aus Neubanz bei. Neben einer alpenländischen Krippe ist auch eine fränkische Version zu bestaunen.

Viel Arbeit hat sich Valerie Kraus aus Schney gemacht, die zu den Stricknadeln griff und die Heilige Familie nebst den Heiligen drei Königen, Schäflein, Esel und Hirten aus Wolle herstellte.

Die sehenswerte Krippenausstellung im evangelischen Gemeindehaus in der Schney ist noch am heutigen Samstag von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr und zweiten Adventssonntag von 10 bis 11.30 Uhr zu sehen. Weitere Adventsfenster werden an den kommenden Donnerstagen um 17.30 Uhr bei Gerda Hillmann (14.Dezember), Bürgermeister-Stamm-Sraße 4 und eine Woche später bei der Familie Goller, Bürgermeister-Strähnz-Straße 13 geöffnet.