Normalerweise schlängelt sich der kleine Eggenbach gemächlich durch den Markt Ebensfeld und das Seitental des Itzgrunds. Normalerweise. Gerade im Ort Eggenbach aber nimmt er, aufgrund des schnurgeraden und engen Bachbetts, Fahrt auf. Das kann bei Starkwasserereignissen zu gewaltigen Problemen führen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung beschäftigte sich das Gremium mit einer möglichen Renaturierung des Bächleins - und etwaigen Möglichkeiten für den Hochwasserschutz.

Wie Bürgermeister Bernhard Storath ausführte, habe das Wasserwirtschaftsamt Kronach im Zug der Planungen des Radwegs zwischen Ebensfeld und dem Itzgrund angeregt, gleich die im Gewässerentwicklungsplan vorgesehene Renaturierung des Eggenbachs umzusetzen. Dabei könnte man, quasi als positiver Nebeneffekt, eventuell Retentionsflächen schaffen, die auch vor Überschwemmungen schützen könnten.

"Das Wasserwirtschaftsamt hat eine Förderung von 75 Prozent in Aussicht gestellt", informierte der Rathaus-Chef. Die Crux an der Sache: Die Kosten dieser Maßnahme lassen sich noch nicht abschätzen. Ebenso wurde noch kein Planungsbüro beauftragt. Und das bereitet Heinrich Kunzelmann (Freie Wähler Kelbachgrund) "Bauschmerzen", denn: "Wir erteilen mit so einem Grundsatzbeschluss einen Freibrief, ohne nur eine vage Vorstellung von den Kosten zu haben."

"Es muss doch möglich sein, dass das Wasserwirtschaftsamt zumindest über den Daumen gepeilt sagen kann, was auf uns zukommt." Hinter vorgehaltener Hand werden Beträge von rund 100 000 Euro gehandelt. Franz Böhmer (Freie Wähler) bezweifelte außerdem, ob die Renaturierung wirklich Vorteile für Eggenbach mit sich bringe.

Gerhard Elflein (CSU) hatte beim letzten Starkregenereignis Bilder geschossen. "Es besteht dringender Handlungsbedarf", mahnte er. "Der Eggenbach braucht mehr Freiheit!" Wenn es etwas heftiger regne, stehe dieser bis zu zehn Meter in so manchem Privatgrundstück. Und die sind in Eggenbach so nah am namensgebenden Fließgewässer, dass es für eine Renaturierung im Ort kaum Handlungsspielraum gibt.

Deshalb würde der Bürgermeister das Bächlein gerne vor dem Dorf und nach dem Dorf renaturieren, also die Ufer neu befestigen, Bachschleifen anlegen und so den Lauf verlängern. Außerdem könnten extensiv genutzte Gewässerrandstreifen und ein standortgerechter Gehölzsaum entlang des Bachs entstehen.

"Und eventuell können wir auch den Feuerlöschweiher mit einbinden und als Rückhaltebecken nutzen", meinte Storath. Erste Eigentümer von Flächen in der Eggenbacher Flur hätten darüber hinaus schon Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Auf Nachfrage von Bernhardt Gehringer (CSU), ob denn auch die angrenzende Gemeinde Itzgrund eine Renaturierung des Eggenbachs auf ihrem Gebiet plane, antwortete der Rathauschef, dass es wohl auch dort entsprechende Überlegungen gebe. Letztlich fasste der Gemeinderat bei fünf Gegenstimmen den Grundsatzbeschluss zur Renaturierung des Eggenbachs. Nun werden die Grundlagen und die Kosten ermittelt.


Unterbrunn erhält ein Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrstellplatz
Für die Marktgemeinde Ebensfeld hat diese Zusage viele Vorteile: Im Gemeindeteil Unterbrunn soll am Dorfplatz via-à-vis der Kirche ein Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrstellplatz entstehen, "und wir fallen in ein einfaches Verfahren der Dorferneuerung und erhalten so einen höheren Fördersatz", informierte Bürgermeister Bernhard Storath in der jüngsten Sitzung.

Das war das Ergebnis einer Besprechung beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken in Bamberg. Der Markt Ebensfeld darf mit einer Förderung von 65 Prozent rechnen, die Bezuschussung umfasst das Gemeinschaftshaus und die Außenanlagen. Die Förderhöchstsumme ist auf 150 000 Euro festgesetzt.

Der Feuerwehrstellplatz wird vom Freistaat Bayern separat gefördert. Der gewährt eine Förderung in Höhe von pauschal 57 750 Euro. Außerdem darf die Marktgemeinde 5000 Euro vom Landkreis Lichtenfels einrechnen. Das bisherige Feuerwehrhaus, das sich in direkter Nachbarschaft befindet, wird nach heutigem Stand im Anschluss abgerissen.


Im Gemeinderat kurz notiert
• Der Gemeinderat Ebensfeld schlägt dem Landgericht Coburg Thomas Böhmer, Bastian Dusold, Daniel Gunzelmann und Anton Schatz als Schöffen vor. Der Beschluss fiel einmütig, Schatz enthielt sich.

• Roswitha Wich hatte in der Sitzung vom 27. Februar angefragt, wie die Abrechnung von Fehlalarmierungen aufgrund der Brandmeldeanlagen des Bezirksklinikums Obermain erfolge. Die Gemeindeverwaltung antwortete schriftlich. Man habe das Landratsamt Lichtenfels und den Bayerischen Gemeindetag um Stellungnahme gebeten, inwieweit diese Fehlalarmierungen abgerechnet werden könnten. Die Antwort stehe noch aus.

• Otto Weidner (Grüne Offene Liste) hatte im Januar einen Antrag gestellt, eine aktuelle Kostenaufstellung zum Projekt "Neubau der Staatsstraße 2187 Ebensfeld-Prächting" zu bekommen, da die bislang anvisierten 3,1 Millionen Euro wohl obsolet sein dürften. Daraufhin wandte sich der Markt Ebensfeld an das Staatliche Bauamt in Bamberg. Die Antwort: Die Grunderwerbskosten werden derzeit mit 150 000 Euro beziffert, die Baukosten werden auf 3,95 Millionen Euro geschätzt.

• Bei seinem jüngsten Besuch im Rathaus hatte MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) geäußert, dass auch die bestehende Staatsstraße 2187 hergerichtet werden müsse. Otto Weidner hakte in der Marktgemeinderatssitzung nach und fragte an, wie man sich das vorstellen müsse. Der Landtagsabgeordnete habe versprochen, sich zu kümmern, antwortete der Bürgermeister.

• Zwischen Café-Bäckerei Schedel und der Staatsstraße ist am Ortsrand von Unterneuses ein neuer Geh- und Radweg entstanden. Gemeinderat (und Polizeibeamter) Otto Weidner jedoch hat Zweifel an der Richtigkeit der aufgestellten Beschilderung. Die Bauverwaltung wird das prüfen.

• Das undisziplinierte Parken entlang der Café-Bäckerei Schedel erschwert laut Franz Böhmer das Vorbeikommen. Oft ragten die Fahrzeuge bis zu einem Drittel in die schmale Verbindungsstraße Unterneuses-Niederau. Er regte an, hier nur Parken längs zur Straße zuzulassen.

• Am Sonntag, 3. Juni, findet eine Neuauflage des Raderlebnistags statt. Tobias Walter von der Rathausverwaltung ist damit betraut. Das konkrete Programm steht jedoch noch nicht.