Ab sofort verfügt der Markt Ebensfeld über ein Goldenes Buch. In der Jahresschlusssitzung am Dienstagabend wurde es im Gremium vorgestellt. Anschließend trugen sich die drei Bürgermeister und 18 Gemeinderatsmitglieder namentlich ein.

Günter Lipp aus Frickendorf bei Ebern hat auf Vermittlung von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold die Gestaltung des Buchs übernommen. Lipp ist Kreisheimatpfleger im Kreis Haßberge. Er betreut seit rund 50 Jahren das Goldene Buch der Stadt Ebern und anderer Kommunen. Den Ebensfelder Räten erläuterte er die Geschichte der Goldenen Bücher und erklärte, wer sich in ein solches Buch eintragen sollte.

Das Ebensfelder Buch besitzt einen imposanten Einband aus Holz, auf dem das Gemeindewappen prangt. Die Seiten, die Günter Lipp kalligraphisch gestalten wird, sind aus handgeschöpftem Büttenpapier. Die Einträge sollten nicht mit schnödem Kugelschreiber erfolgen, sondern stilvoll mit Füllfederhalter, führte Günter Lipp aus. Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) hatte deshalb bereits vorab einen Füller beschafft.

"Was ist eigentlich ein Goldenes Buch?", fragte Lipp. Kaum ein Bürger habe dasjenige seiner Kommune jemals selbst gesehen - "und wenn, höchstens aus der Vitrine". In Deutschland seien Goldene Bücher relativ jung. Erst seit ungefähr 150 Jahren gebe es diese Bücher in den Städten und Gemeinden. Mit ihrer Unterschrift verewigen sollten sich darin Ehrengäste und verdiente Bürger der Kommune. "Es ist ein Ehrenbuch, kein Gäste- und kein Kondolenzbuch", sagte er. "Eintragen sollten sich nicht Hinz und Kunz, sondern Heinrich und Konrad."

Die Einträge könnten zum Beispiel bei einem offiziellen Besuch des Landrats, des Regierungs- und Ministerpräsidenten angelegt werden, aber auch bei einer Visite des Erzbischofs und Kreisdekans. Die Entscheidung, ob sich Stars wie Helene Fischer darin verewigen dürfen, liege im Ermessen des Bürgermeisters. Möglich seien ferner Sonderseiten anlässlich hoher Ehrungen von Gemeindebürgern, etwa wenn jemand das Bundesverdienstkreuz verliehen bekomme oder die Ehrenbürgerwürde erhalte. Angemessene Anlässe seien zudem besondere Vereinsjubiläen, wie etwa das 150-jährige Bestehen der Ebensfelder Feuerwehr im kommenden Jahr.

Die entsprechenden Seiten werde er gern gestalten, fuhr Lipp fort - so wie die ersten Seiten, die er mit Redisfeder und goldener Tusche ausführte. Zur Formfrage erklärte Lipp, dass er die Texte zum jeweiligen Anlass vorschreibe und die Namen der Persönlichkeiten nachschreibe. Denn neben der Unterschrift sollte in jedem Fall der ganze Name des Ehrengastes gut lesbar im Buch vermerkt sein. Die Einträge bestehen meistens nur aus dem Namen, nur gelegentlich schreiben die Ehrengäste eine Widmung dazu, erläuterte er.

Ein Goldenes Buch werde mit der Zeit zur Chronik einer Kommune, zu einem Geschichtsbuch, aus dem sich genaue Daten schnell ablesen lassen, sagte Günter Lipp.

Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) informierte darüber, dass der Haushaltsplan der Katholischen Kirchenstiftung bezüglich des Betriebs einer Gruppe im Waldkindergarten fürs Haushaltjahr 2017/18 mit Einnahmen von 109 665 Euro und Ausgaben von 127 220 Euro abschließe. Den voraussichtlichen Fehlbetrag von 17 555 Euro trage aufgrund vertraglicher Verpflichtungen die Marktgemeinde Ebensfeld. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Bedarf an Kindergartenplätzen aufgrund zahlreicher Geburten weiter steige.

Für die Feuerwehr Ebensfeld wird ein Ersatzfahrzeugangeschafft, beschloss der Gemeinderat einstimmig. Die Kosten werden auf 350 000 Euro geschätzt. Die europaweite Ausschreibung erfolgt 2019.