Einen regelrechten Rekordbesuch bescherten seine Anhänger Michl Müller in Altenkunstadt. Dabei war die Kordigasthalle mit rund 1300 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt. Dem fränkischen Kabarettisten gelang es dabei, mit einem mehr als dreistündigen Unterhaltungsprogramm sein Publikum restlos zu begeistern.

Einen besonderes Event vermittelte die Freiwilligen Feuerwehr von Altenkunstadt, die im übernächsten Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern kann, den Kabarettfreunden mit dem Auftritt von Michl Müller. Zwar erforderte dies schon im Vorfeld viel Aufwand und am Veranstaltungsabend den "Einsatz" von rund 80 Helfern, dennoch war organisatorisch alles bestens vorbereitet.

Beifall brauste auf, als Michl Müller die Bühne in der Dreifachturnhalle betrat und voller Elan begann. "Müller, nicht Shakespeare" lautet dabei das Motto, und selbst einige Reminiszenzen an den altehrwürdigen William Shakespeare, der Werke wie "Hamlet", "Die lustigen Weiber von Windsor" oder die Tragödie "Romeo und Julia" hinterlassen hatte, durften daher nicht fehlen. Deshalb stand an diesem Abend auch der wichtigste Teil des englischen Dramatikers, sein Kopf, als Büste mitten auf der Bühne, sodass eine Konversation mit ihm möglich war.

Von einem Thema zum nächsten

Und Müller legte dann auch so richtig lebensnah los. Natürlich wurde die Politik aufs Korn genommen. Auch an der aktuellen Jahreszeit, in der es häufig an Allerheiligen die sogenannte "Friedhofs-Rally" gebe, kam er nicht vorbei.

Zwar habe der Fasching schon begonnen, jedoch war ihm der Martins-Tag diesmal wichtiger. Und er erinnert, auch aus eigenen Erfahrungen, mit launigen Worten daran, dass früher der Heilige St. Martin mit der Rüstung, dem roten Mantel und dem Schimmel unterwegs war. Eigens dafür seien in der Familie sogar Laternen mit dem bekannten Teelicht und zuvor nicht selten einige Prototypen gebastelt worden. Heute sei alles aus Plastik, es gebe nur noch Batterien und auf dem Pferd, meist einem Shetland-Pony, sitze nur eine Erzieherin.

Gerade in Anbetracht der bevorstehenden Weihnachtszeit, die ja schon an vielen Stellen im Oktober begonnen habe, erinnerte Michl Müller daran, dass in vielen großen Städten dann ein "Winterdorf" aufgebaut werde. Hiervon konnte er interessante Eindrücke wiedergeben und damit die Lachmuskeln des Publikums strapazieren.

Erlebnisse an einer Autobahnraststätte, der Blick über die Landesgrenze nach England, die Tatsache, dass alles teurer wird und dann die Bemühungen hinsichtlich der Hygiene lieferten dem Kabarettisten weiterhin jede Menge Gesprächsstoff. Aber auch einige Pointen aus dem Alltag, wie in der Nacht, wenn sich mancher mit der kleinen Zehe am Nachtschränkchen gestoßen hat, anschließend verschlief und dann auch noch den Bus verpasste, lieferten Michl Müller jede Menge Gesprächsstoff für einen derartigen "Scheißtag". Vortrefflich passte zu alledem auch die Melodie "Maschin' kaputt".

Danach rückte dann William Shakespeare in den Mittelpunkt und Müller griff die Liebe, das Glück und die Unsterblichkeit auf - und jeder im Publikum wusste, dass damit die Tragöde "Romeo und Julia" gemeint war. Er habe sich, trotz der Bodenversiegelung und der Tatsache, dass Grünflächen immer seltener werden, deshalb schon jetzt für eine lebendige Ruhestätte entschieden und könnte sich dabei gut Gemüse und Radieschen als Bepflanzungen vorstellen, sagte er.

Publikum wird miteinbezogen

Das Gesundheitsbewusstsein mit den markanten "Globoli", die für "alles" taugen, nahm der Unterhaltungsprofi ebenso aufs Korn wie den Spruch aus der Damenwelt, dass das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liege - was nur bedeute, das diese keinen Lebenspartner haben. Gestenreich konnte Müller dann noch Helene Fischer nachahmen, natürlich auch gesanglich.

Das Schönheitswesen bei den Männern sprach er zu Beginn seines zweiten Programmteils dann mit "Bauchstraffung" an und nahm das Ernährungswesen humorvoll aufs Korn. Kräftig stimmten alle mit ein, als der Franke an dieser Stelle mit seinem begeisterten Publikum das Lied: "Wenn es Nacht wird am Kilimandscharo" anstimmte.

Müller bezog das Publikum immer wieder mit ein und erfreut alle, als er das sogenannte: "Shopping" - sie geht im Stechschritt voraus und er folgt mit dem entsprechenden "Sicherheitsabstand" - und das Hervortreten aus der Umkleidekabine mit dem neuen Outfit wirklichkeitsnah vermitteln konnte.

Der Humorist begab sich dann zwar gesanglich auf die weitere Wegsuche, durfte aber die Bühne nicht so ohne weitere verlassen: Stehende Ovationen der 1300 Besucher animierten Müller zu einer fest viertelstündigen Zugabe, wobei selbst ein Medley mit Weihnachtsliedern erklang. Kurzum es war ihm gelungen, seinem Publikum einen mehr als dreistündigen Abend, unterhaltsam, packend und mitreißend, zu bescheren.