Etwas Besonderes war wieder das "Kaulhaaz'n-Fieber" im Weismainer Fasching. Allein schon die Atmosphäre in den unteren Gewölben des Rathauses machte das Faschingsevent zu etwas Außergewöhnlichem. Die Besucher durften in den Kellergewölben ein abwechslungsreiches Programm erleben, das in seiner Qualität den TV-Faschingssitzungen nicht viel nachstand.

Zum Lachen gingen die Jurastädter und ihre Gäste wieder einmal in den Keller. Auch Bürgermeister Udo Dauer war wieder dabei, nahm seine "Quetsch'n" in die Hand und trällerte mit dem "Baschdoffer" (Edwin Jungkunz) "Dafür mach mer Fasching, dafür hau mer rein, was kann's Schöneres geben, als ein Narr zu sein".

Prinzenpaar tischte auf

Auch an der Verpflegung hat sich nichts geändert in den letzten 17 Jahren: Da wird kurzerhand daheim der Kühlschrank entleert und die Brotzeit mitgebracht. Wie sich es für ein Prinzenpaar geziemt, hatten Dietmar I. und Tanja I. ein kleines Buffet an ihrem Tisch aufgebaut. Käsecremes, Wurstspezialitäten, Gurken, Tomaten verschiedene Gebäcksorten dazu ein Gläschen Rotwein von der bewirtenden Feuerwehr - was will man mehr?

Jörg Daschner und Jürgen Bauer vom Musikverein hatten sich ebenfalls ins Zeug gelegt, um mit ihrer Musikanlage für den richtigen Sound zu sorgen. Dank der Nackenbügelmikrofone war der Keller bestens beschallt.

Wahlkampf durch den Kakao gezogen

Dass die Weismainer über Gott und die Welt und im Besonderen auch über sich selbst lachen können, wurde dann bei den meisten Beiträgen deutlich. Um 19.19 Uhr ging es los mit dem Einmarsch der "Närrischen Weiber", die als "Golden girls" durch den erbeuteten Rathausschlüssel so etwas wie das Hausrecht hatten. Dabei war auch der "Till" (Franz Besold), die Gallionsfigur des Weismainer Faschings. Die Narren durften vorab seine Büttenrede hören, die am nächsten Tag für Tausende bestimmt war. Besonders den Wahlkampf, die damit verbundenen politischen Themen und die Sicherheitsvorschriften für die Faschingsumzüge im Landkreis zog er mit Spott und Witz durch den Kakao. Dies war der Auftakt von vier Stunden mit Witzen, Sketches und Gags, die keine Langeweile aufkommen ließen.

Feuchtfröhliche Familie

Eine klasse Tanzeinlage boten fünf junge Damen der Gruppe "Fit and Fun" des TV Weismain.

Dass bei Anne und Birgit zu Hause Bier eine größere Rolle spielt, wurde bei deren Sketch klar. "Lieber saufen bis zum Abwinken, als nur noch winken beim Absaufen", riet die Mutter ihrer Tochter. Auch die Sicht des Vaters - "Sieben Bier sind auch eine Mahlzeit" - bestätigte diese Haltung.

Der "Nölla" blamiert sich

Der "Nölla" kam in diesem Jahr ohne schriftlich fixierte Büttenrede, denn diese hatte sich in Flitterpapier aufgelöst. Und so brachte er einiges durcheinander: Aus Doktortitel wurde Dottertitel und aus Eigernordwand Eiernordwand. Großes Gelächter rief sein Ansinnen hervor, mit seinem "Beichtfahrrad" von 1966 Bürgermeister Udo Dauer auf den Kordigast zu fahren.

Stefan Breitenthaler vom Faschings- und Karnevalsklub (FKK) präsentierte als Bauchredner "Das singende Schwein aus der Dose".

Nach den herrlichen Darbietungen, die eine tolle Stimmung verbreitet hatten, wurde noch weiter "Kaulhazia" gefeiert.