Für den noch auf dem Stromtrassengipfel im Landratsamt Lichtenfels weilenden Bürgermeister Christian Mrosek eröffnete zweiter Bürgermeister Ralf Reisenweber die Sitzung. Daniel Brehm vom für das Bürgerhaus beauftragten Architekturbüro BSS, Nürnberg, informierte das Gremium, dass der Altbau abgebrochen sei und zur Zeit die Baustelle für den Rohbau eingerichtet werde. Diese Arbeiten beginnen am 25. September. Ab Oktober seien die Vergaben für die Zimmerei- und Fensterarbeiten geplant, um das Gebäude über den Winter dicht zu bekommen. Die Vergabe der Ausbaugewerke sollen bis Januar 2018 abgeschlossen sein, um im Innenbereich zügig weiterarbeiten zu können. Folgend stellte er die verschiedenen Möglichkeiten der Gestaltung des Innenraums vor. Hier werde an Wänden und Decken Holz eingearbeitet, abwechselnd mit Putz, um im Vergleich zu einer ausschließlichen Holzverkleidung Kosten zu sparen. So werde eine Kostenminderung gegenüber der anfänglichen Kostenberechnung von ca. 42.000 Euro erreicht. Zwar könne noch weiter gespart werden, so der Architekt, doch mindere das die Qualität. Bedauert wurde aus dem Gremium, dass der Rohbau als größtes Gewerk mit den Kosten aus der Reihe geschlagen sei. Regelmäßig werde sich der Bauausschuss treffen, um den Bau des Bürgerhauses zu begleiten.

Bürgermeister Mrosek gab das Ergebnis der Umfrage bei Vereinen und Firmen wegen des Bürgerhauses bekannt. Der vom Arbeitskreis erarbeitete Umfragevordruck wurde an 48 Vereine und 39 Betriebe versandt. 27 Vereine (56 Prozent) und 15 Betriebe (38,5 Prozent) haben geantwortet. Ehnes bedauerte die zunächst geringe Nutzung des Bürgerhauses, die die Umfrage erbracht habe, und brachte seine Bedenken vor. Jürgen Gäbelein (FW) sah die geringe Nutzung darin begründet, dass die Nutzer nicht wissen, was sie erwarte. Quartiersmanager Michael Aulbach betonte, dass es um ein Bürgerhaus, nicht um ein Vereinshaus gehe. Niklas Welscher (CSU) erinnerte an seinen vor einiger Zeit vorgebrachten Vorschlag, die Vereine persönlich zu befragen. Christian Zorn (CSU) zeigte sich zufrieden, dass überhaupt Rückantworten eingetroffen seien. Ziel der Befragung sei es gewesen, Anregungen oder Wünsche zu erhalten, die man berücksichtigen wolle.
Günter Friedlein (SPD) befand, dass man zu wenig für dieses Haus geworben und die Vereine zu gering einbezogen habe. Karin Hafermann (CSU) stellte fest, dass das negativ behandelt werde, was man nicht wisse. Gäbelein appellierte, die Leute mitzunehmen. Aber das müsse auch gemacht werden. QM Aulbach schaute voraus und schlug vor, die Räumlichkeiten zu zeigen, wenn diese im Rohbau fertig gestellt seien und Begehungen durchzuführen. Alfred Leikeim regte Ansichten des Bürgerhauses am Bauzaun an.

Folgend stellte der Bürgermeister die Maßnahmen des Landschaftspflegeverbandes 2017/18 vor. Die beiden vorgeschlagenen Maßnahmen setzen unter anderem auch die in den Vorjahren begonnenen Arbeiten fort. Aufgenommen wurden nach einigen Jahren auch wieder Heckenpflegemaßnahmen. Aufgrund der Vielzahl der Anträge werden diese Maßnahmen nachgeliefert. Die Maßnahmen seien nach der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie (LNPR) förderfähig und werden mit staatlichen Mitteln bezuschusst. Der kommunale Anteil der Gemeinde Redwitz für diese Maßnahmen betrage 1.127,19 Euro. Im Einzelnen handele es sich um Offenhaltungsmahd von Extensivgrünland und Wiesenbiotopen sowie die Weiterentwicklung freigestellter Trockenstandorte. Dem stimmte das Gremium zu.

Verwaltungsrat Heinrich Dinkel stellte dem Gremium die Stellungnahme der Gemeinde im Rahmen der Konsultation des zweiten Entwurfs des Netzentwicklungsplans Strom 2030 vor. Für das Projekt P44 seien einschließlich der ursprünglich vorgeschlagenen Variante nunmehr folgende Alternativen vorgesehen:
P44: Altenfeld nach Grafenrheinfeld -
P44mod: Altenfeld über Würgau nach Ludersheim -
P44mod Variante 2: Altenfeld über Remptendorf und Würgau nach Ludersheim -
P44mod Variante 2+: Remptendorf über Würgau nach Ludersheim -
P44mod Variante 3: Altenfeld über Remptendorf nach Mechlenreuth.

Die P44mod betreffe die Aufrüstung der gerade fertiggestellten 380-kv-Leitung von der Landesgrenze Bayern/Thüringen zum Umspannwerk Redwitz, entweder durch Errichtung höherer Masten oder durch eine neue Leitung parallel zur jetzigen Trasse. Die Varianten 2, 2+, und 3 der P44mod kommen vom Landkreis Kronach her und führen vorbei an Mannsgereuth, Trainau, Marktgraitz und Redwitz zum Umspannwerk Redwitz. Das Gemeindegebiet Redwitz wäre damit noch stärker betroffen als bei der P44mod. Abstände von 200 Meter zur Wohnbebauung seien nicht eingehalten. Die Variante 3 betreffe zusätzlich noch eine Teilstrecke des Ostbayernrings Richtung Obristfeld.

Aus dem veröffentlichten Prüfbericht der Bundesnetzagentur gehe hervor, dass auf jeden Fall die P44, die P44mod oder einer ihrer Varianten gebaut werden müsse. Zusätzlich werde festgestellt, dass die P44mod oder einer der Varianten Verbesserung gegenüber der P44 Basisvariante aufweisen. Alle Trassenvorschläge werden als bestätigungsfähig bezeichnet. Der Gemeinderat beschloss in seiner Resolution alle Varianten der P44mod abzulehnen. Die Gemeinde trage mit dem Ostbayernring, der neu gebauten Frankenleitung, der Leitung Richtung Remptendorf und der Leitung Richtung Würgau bereits einen erheblichen Teil zum Gelingen des Netzausbaus bei. Eine weitere Leitung sei nicht tragbar. Im Einzelnen habe die Gemeinde schon etliche Beiträge zur Energiewende geleistet. Weitere Leitungen beeinträchtigen erheblich das Orts- und Landschaftsbild, die Lebensqualität und somit die Schutzgüter Mensch, Pflanzen, Tiere, biologische Vielfalt, Boden und Landschaft. Der Neubau, ob als Freileitung oder Erdkabel, hätte weitere, erhebliche Beeinträchtigungen zur Folge und würde die Zerstörung der Landschaft weiter voran treiben. Es werde befürchtet, dass diese Bündelung von Stromleitungen eine massive Beeinträchtigung der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger durch elektromagnetische Felder zur Folge habe.

Es grenze schon an Unverschämtheit bei der vor einem Jahr neu gebauten Frankenleitung von einer Bestandstrasse auszugehen und einen weiteren Ausbau als Bauen im Bestand zu bezeichnen. Die Anstrengungen und die vielen Gespräche, die Trasse möglichst wenig die Wohnbebauung und das Landschaftsbild beeinträchtigend zu errichten, wären damit sinnlos gewesen. Es sei unverantwortlich, dass eine neue Leitung direkt neben einer gerade fertig gestellten Leitung errichtet werden soll oder diese Leitung noch einmal abgerissen werden soll.

Weiter stellte Dinkel die Jahresrechnung 2016 vor. Darin schloss der Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 7.763.711,73 Euro (Vorjahr: 8.568.665,69 Euro), der Vermögenshaushalt mit 4.385.901,32 Euro (Vorjahr: 4.021.395,52 Euro). ab. Der Gesamthaushalt belief sich somit auf 12.149.613,05 Euro (Vorjahr: 12.590.061,21 Euro). Veranschlagt war eine Zuführung vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt in Höhe von 231.070 Euro. Es konnte aber entgegen den Erwartungen eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt in Höhe von 827.767,00 Euro geleistet werden. Die Aufnahme eines Kassenkredites war nicht erforderlich.

Der Rücklage konnten statt des Ansatzes von 1.306.883 Euro insgesamt tatsächlich 3.268.282,46 Euro zugeführt werden, so dass die Rücklage zum Jahresende 3.273.777,23 Euro betrug. Davon werden zum Ausgleich des Haushalts 2017 1.413.872 Euro entnommen

Der Gemeinderat beschloss für die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde einen Zuschuss in Höhe von 1.000,00 Euro aus Mitteln zur Förderung der Denkmalpflege für die Sanierungsarbeiten der bestehenden Sandsteinmauer Am Mühlberg. Der Anteil der Kirche für diese Maßnahme beträgt 31.047,92 Euro, wovon 16.147,92 Euro als Eigenanteil der Kirche, 12.000,00 Euro als Zuschuss der Landeskirche, 1.900,00 Euro als Zuschuss vom Landkreis festgelegt ist. Baubeginn war am 11.September.

Genehmigt wurden die Bauanträge von Manfred und Manuela Engelhardt, Redwitz, über die Errichtung eines Lager- und Garagenstellplatzes sowie von André Rösch, Redwitz, über die Nutzungsänderung einer Scheune zum Wohngebäude.
Reichen Diskussionsstoff lieferte der Bauantrag der Firma NaturinForm, Redwitz, über das Aufstellen von Büro- und Lagercontainern sowie eines Alu-/Stahllagerzeltes. Hier kamen auch die Zuhörer zu Wort, die als angrenzende Bewohner über jahrelange Lärm- und Staubbelästigung sowie weitere Missstände klagten. Zudem werden vom Landratsamt Lichtenfels erteilte Auflagen nicht erfüllt und außer Acht gelassen. Gespräche mit den Betreibern blieben erfolglos. Der Gemeinderat beschloss, das gemeindliche Einvernehmen zunächst nicht zu erteilen. Die Entscheidung des Landratsamtes wolle man abwarten. Die rechtliche Seite werde überprüft. Bei einem Gespräch sollen Vorschläge für Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.