Vermutlich war es selbst den zahlreich vertretenen Fieber-Stammgästen kaum bewusst: Der Großteil der Protagonisten ist ohne Unterbrechung seit 2004 dabei, als die Idee geboren wurde, das Loch am närrischen Samstag zu füllen und zugleich zusätzliche Einnahmen für den kostspieligen Fasching zu generieren.

Ulkiges Knieballett

Dass dies Jahr für Jahr ohne Abnutzungserscheinungen gelingt, liegt an der Fähigkeit der Keller-Urgesteine, sich immer wieder Neues einfallen zu lassen. Die besten Beispiele dafür lieferte die Schützengesellschaft, die diesmal ein ulkiges Knieballett aufführte; oder der eigentlich für Schülerwitz- und Sägemagie-Auftritte bekannte Stammtisch Haabücha, der in Zweier-Besetzung (Markus Leikeim und Stefan Stadelmann) das Gögerlied von Hühnerwirt Jürgen aus der Fernsehsendung Bauer sucht Frau darbot.

Von Schnecken verfolgte Beamte

Bezogen auf die Art ihrer Beiträge, stehen dagegen Franz Besold mit seiner Till-Büttenrede sowie Birgit Bräutigam und Irene Holhut als Die Schönsten von der Stoad für Kontinuität. Gewohnt deftig kommentierten Letztere aus der Sicht zweier Metzger-Gehilfinnen das Stadt- und Weltgeschehen, nahmen von Schnecken verfolgte Stadtbeamte ebenso aufs Korn wie den Schwarzen Pressack im Rathaus und den Eiersollbruch-Verursacher Jürgen.
Verkaufsschlager in der neu eröffneten Rathaus-Metzgerei sei, neben einer Extra-Kräuterhimmel-Wurst, vor allem Darm im Tütla, der seit der Schlecker-Schließung in Weismain ansonsten nicht zu bekommen sei. Aber auch die täglich eintreffenden Brotzeitholer für die Bausstelle des Wolkenkratzers in Weismain-City (Do kummt an Stockwerk nochn annern drauf, wanns dadsächlich fäddich ist, waas ka Mensch) treiben die Umsätze in die Höhe.
Von Maria Winkler und Ingrid Zapf mit zwei Sketchen bestens vertreten wurde der mit Ersatzteil-Einbau beschäftigte Baaschdoffä Edwin Jungkunz. Irmgard Denzler komplettierte als laszive Putzfrau die textlastigeren kabarettähnlichen Darbietungen.

Musikalische Stimmung

Das Kaulhaaz'n-Fieber bezog einmal mehr seinen Reiz mit aus der musikalischen Stimmung, für die Tänze von den Turnermädels und den närrischen Weibern, Polonaisen und Mitmachrunden sorgten. Dabei ließen die Brüder Thomas und Roland Säum mit ihrer abschließenden Version des Gangnam-Styles das Fieber im Rathauskeller in die Höhe schnellen und lieferten damit ein würdiges Highlight für das Jubiläum.