Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen? Das ist keine Aufgabe, die der Stadtrat allein beantworten möchte. Alle Lichtenfelser sind aufgerufen mitzumachen, wenn es um die "Vision 2030" geht. Ihre Ideen einbringen und über verschiedene Aspekte zur Entwicklung der Stadt diskutieren können sie in der "Zukunftswerkstadt", zu der am Freitag, 10. Mai, in die Stadthalle eingeladen wird. Es dürfte sich um die größte Bürgerversammlung handeln, die jemals in der Kreisstadt stattgefunden hat. Beginn ist um 12.30 Uhr, Ende um 19 Uhr. Während dieser Zeitspanne will man "in drei Wellen" ins Gespräch kommen, wie Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) in der jüngsten Stadtratssitzung informierte. Die erste Etappe ist ab 12.30 Uhr angesetzt, die zweite ab 14 Uhr und die dritte ab 17 Uhr. Je nachdem, ob sie berufstätig sind und wie sie es zeitlich am besten einrichten können, soll durch diese Einteilung möglichst Vielen Gelegenheit zum Vorbeikommen und Mitmachen gegeben werden. In allen Abschnitten werde das Gleiche behandelt, erklärte Hügerich, damit niemand etwas verpasst. Wenn die in dem vorgeschalteten Strategieentwicklungsprozess festgelegten Handlungsfelder und Projekte alle umgesetzt werden sollen, werde dies "ein harter Weg, den wir gemeinsam gehen wollen". Alleine seien die großen Ziele nicht zu schaffen. Schon in den Workshops sei intensiv gearbeitet und auch kontrovers diskutiert worden. Nun seien alle Bürger eingeladen, ihr Know-how mit einzubringen. Ziel sei es, aktiv Akzente zu setzen, nicht mehr nur zu reagieren - wie etwa jetzt bei der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen - sondern zu agieren.

Wirtschaftsstandort und grün

Sebastian Müller aus dem Bürgermeisteramt beschrieb anhand des Symbols der von einer Hand gehaltenen Glühbirne mit den Logos der sechs Handlungsfelder die bereits erarbeiteten Punkte. Ein erklärtes Ziel lautet etwa: Ab 2030 kann der jeweils vorhandene Wohnraumbedarf gedeckt werden - und zwar für Jüngere und Ältere bezahlbar. Beim Thema Bildung wird unter anderem an Konzepte für eine Ganztagsgrundschule und Kooperation sowie mehr Inklusion gedacht. Man möchte zudem idealer und innovativer Wirtschaftsstandort mitten im Gottesgarten sein. Und eine "grüne Stadt", was Stadtbild und Ressourcenverbrauch anbelangt, in einer touristisch attraktiven Region. Dass diese Positionen heute konträr zueinander erscheinen, merkte Bernhard Christoph (Grüne) an, sie schlössen sich aber nicht automatisch aus, fand er, wobei ihm der Bürgermeister zustimmte: "Man kann das eine nicht ohne das andere sehen." Christoph mahnte jedoch, nicht allein auf die hehren Zukunftsziele zu blicken: "Wir leben jetzt." Kleinere Dinge könne man schon heute angehen, wenn es etwa um mehr Grün in der Stadt geht.

Die "Grüne Hausnummer" beispielsweise, die man als Gütesiegel für ökologisch vorbildliches Bauen erhalten kann, wurde bereits vor knapp drei Jahren im Baugebiet Wende nstraße auf den Weg gebracht. Dort sind sieben Einfamilienhäuser entstanden sowie zwei Mehrfamilienhäuser; Letztere entsprechen definitiv den vorgegebenen Kriterien. Die offizielle Prämierung durch die Stadt steht noch aus.

Roland Lowig (WLJ) regte an, Bürger aus Ortsteilen mit einem Bus zur "Zukunftswerkstatt" und zurück zu bringen.

Strategieteam und Projekte

Ein Strategieteam hat sich mehrmals zu Workshops getroffen und sechs Handlungsfelder sowie 26 Projekte festgelegt. Dabei waren Menschen unterschiedlicher Lebensbereiche und Altersklassen: Roland Christeiner (ehem. Schulleiter), Andreas Eberlein (Stadt Lichtenfels), Brigitte Elflein (Landratsamt Lichtenfels), Bastian Girg (Marketingmitarbeiter Hofmann Impulsgeber, "Rückkehrer"), Jutta Glätzer (Aktionsgemeinschaft Treffpunkt, Ladeninhaberin), Ursula Göhring (Innenarchitektin, "Rückkehrerin"), Stefan Hofmann (ehem. Stadtrat), Steffen Hofmann (Stadt Lichtenfels), Andreas Hügerich (Bürgermeister), Siegbert Koch (Stadtrat), Denise Fritzmann (Stadtwerke), Günther Lorenz (Stadt Lichtenfels), Roland Lowig (Stadtrat), Sebastian Müller (Stadt Lichtenfels), Thomas Petrak (BRK), Sabine Rießner (Zweite Bürgermeisterin), Frank Rubner (Stadtrat), Anna Schaller (Stadt Lichtenfels), Dr. Arnt-Uwe Schille (Stadtrat), Dr. Andrea Starker (Stadträtin), Winfried Weinbeer (Dritter Bürgermeister) und Silke Ziegler (Stadt Lichtenfels). Die Handlungsfelder sind "Herausragende Bildung", Städtebau, "Grüne Stadt", "Sozialintegrative Stadt", Wirtschaftsstandort Lichtenfels und Mobilität.