Es ist immer wieder eine einmalige Atmosphäre wenn auf dem historischen Marktplatz eine größere Veranstaltung stattfindet. Das wunderschöne Ambiente des Marktplatzes, Musik der heimischen Blaskapelle, Bratwurstduft und schöne Begegnungen sind dabei die Kernpunkte gewesen. Aber es gab noch so viel mehr bei der 16. Burgkunstadter Schusternacht.

Mit dem Traditionsmarsch "Gruß an Kiel" eröffneten die Musiker unter Thomas Besand den Abend. Im Mittelpunkt standen dann die Wandergruppen, die an der Sternwanderung teilgenommen hatten. Mit zwölf Teilnehmergruppen war ein Rekordergebnis zu verzeichnen. Es war schon ein tolles Bild, als dann die erste Gruppe der Schützengesellschaft Burgkunstadt mit ihren grünen Shirts auf den Platz einmarschierten und von Rudi Fetzer vom Förderverein "Deutsches Schustermuseum" begrüßt wurden.

Handwerk und Insustrialisierung

In seiner Ansprach zur Schusternacht erinnerte Peter Heib vom Förderverein an die Geschichte der Schuhmacher in Burgkunstadt. Laut Stadtarchiv hatte es bereits im Jahr 1631 Gerber und Schuhmacher in größerer Zahl gegeben. 1888 begann die Industrialisierung. In Blütezeiten produzierten 2300 Mitarbeiter rund 12 000 Paar Schuhe am Tag. Dies hatte für Burgkunstadt den Begriff vom "fränkischen Pirmasens" zur Folge. Leider schloss 1990 die letzte Schuhfabrik ihre Pforten.

Erinnerung an frühere Zeiten

Rudolf Barth und Elmar Bergmann schafften es in den 1990er-Jahren in mühevoller Kleinarbeit, die Erinnerung an diese Zeit in dem gemeinsam mit der Stadt gegründeten Schustermuseum zu bewahren. Dann wurde das Deutsche Schustermuseum umgebaut und mit neuem Konzept die Leitung an die St.-Josef- Werkstätten übertragen. Der Förderverein wird das Museum weiter unterstützen, und die Schusternacht soll dabei ein wesentlicher Bestandteil sein.

Prolog des Schusterbuben

Bürgermeisterin Christine Frieß überbrachte die Grüße der Stadt und zapfte mit drei Schlägen das erste Fass "Schusteröl" an. Mit dem Prolog des Schusterbuben Lenz Callens und den Böllerschüssen von Hubert Mahr hatte das Treiben seinen endgültigen offiziellen Beginn gefunden.

Komposition zu Schusternacht

Höhepunkte waren dann ein Auftritt des Chores der St.-Josefs-Werkstatt, die für sich eine Komposition von Udo Langer zur Schusternacht eingeprobt hatten: "Zauber der Schusternacht, denk nicht an morgen, lass deine Sorgen im Schuhschränkla steh'n". Etwas fürs Auge und fürs Ohr war dann der Auftritt der "Schusterkinder". Zunächst sangen sie " Ach du lieber Schuster du, flick mir endlich meine Schuh, die Schuhe sind entzwei, komm Schuster, mach sie neu". Eine Augenweide war der dazugehörige Tanz der "Schusterbum und Madla".

Erstmals war der Arbeitskreis Ökumene bei einer Sdchusternacht dabei. Das Symbol des Lichtes verteilten dessen Angehörige in Form von Teelichtern auf den Tischen, so dass eine wunderbare Illuminierung entstand.

Chorklang und Weinseligkeit

Der Chor "Querbeet" gab eine klangvolle Kostprobe seines Könnens. Fränkische Weinseligkeit herrschte im Schusterkeller mit Bernhard Wilsch am Schifferklavier. Auf dem Marktplatz sorgten stimmungsvolle Blasmusik und die angenehmen sommerlichen Temperaturen bis spät in die Nacht dafür, dass fröhlich gefeiert wurde.