Matthias einwag

Zwei schwimmende Wasserzirkulationsanlagen wurden am Badesee installiert und zu Wasser gelassen. Die elektrisch betriebenen Geräte sollen künftig ein Fischsterben verhindern, wie es in den vergangenen Jahren mehrmals passiert war. Doch nicht nur für die Fische soll die Anlage eine Verbesserung bringen, sondern auch für die Badegäste. Der Ebensfelder Gemeinderat hatte die Anschaffung der Anlage, die rund 70 000 Euro kostet, vor einigen Wochen beschlossen.
Die Anlage funktioniert denkbar einfach: Das Seewasser wird angesaugt und durch ein Rohrleitungssystem permanent umgewälzt. So wird verhindert, dass der Sauerstoffgehalt durch Algenbildung und vor allem durch das Absterben der Algen dramatisch absinkt.


Zwei Fördermodule auf dem See

Um das zu erreichen, werden zwei schwimmende Fördermodule auf dem See verankert - eines mit drei Strömungskanälen und ein kleineres mit zwei. Diese Module schöpfen zunächst Oberflächenwasser ab. Das nachströmende sauerstoffarme Wasser vom Seegrund wird permanent durch die so erzeugte Zwangszirkulation ausgetauscht. Im kompletten See entsteht somit eine Rotationsblase, die im 24-Stunden-Betrieb sauerstoffarmes Tiefenwasser mit sauerstoffreichem Oberflächenwasser vermischt. Durch den zum Seegrund geleiteten Sauerstoff wird die Bakterienwelt dort wieder belebt. So kann die Schlammablagerung am Grund nach und nach abgebaut werden. Nach Schätzung des Angelsportvereins ist sie derzeit 40 Zentimeter bis einen Meter dick.
Durch den Einsatz der Anlage verspricht sich Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) eine wesentliche Verbesserung der Wasserqualität: "Ich hoffe, dass das Geld, das wir da ausgegeben haben, allen dient - den Badegästen und den Anglern."
Allein im vergangenen Jahr waren der Gemeinde, der der See gehört, Schäden in Höhe von rund 17 000 Euro entstanden - allein für den Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die das Wasser mit Sauerstoff anreicherten.


Seit fünf Jahren sterben Fische

Der Vorsitzende des Angelsportvereins, Stefan Fink, freut sich, dass die Anlage in Betrieb genommen wird. In den vergangenen fünf Jahren, sagt er, habe sein Verein viele Tausend Euro verloren, weil die Fische in dem umgekippten See verendet waren - "Fischbestände, die wir über Jahre aufgebaut haben". Der Verein, fährt er fort, setze jährlich rund 500 Kilogramm Karpfen, 200 Kilogramm Schleien, 100 Kilogramm Hechte und 100 Kilogramm Zander in den See ein. Wenn der See umkippe, seien die Raubfische wie Zander und Hecht besonders betroffen. Diese Fische seien die ersten, die sterben, sagt Stefan Fink.
Am Mittwoch wurden die beiden Anlagen mit einem Kran in den See gehievt und angefahren. Sie dümpeln jetzt in der Seemitte. Für Mensch und Tier sind die Ansaugmodule völlig ungefährlich, versicherte Alexander Hirth von der Firma "aquamotec", der die Apparate zwei Tage lang in Ebensfeld zusammengebaut hatte.