Die Band war richtig gut, das Publikum war gut drauf, nur beim Ambiente drum herum war noch viel Luft nach oben. Am Samstagabend begeisterte Leo Meixner mit seinen "Cubaboarischen 2.0" das Publikum auf der Seebühne im Bad Staffelsteiner Kurpark.

"Wir haben kubanisches Wetter mitbracht!" begrüßte der gebürtige Oberbayer Leo Meixner seine Gäste. Bunt gemischt wie die Kleidung der Zuschauer  war das gut zweistündige Programm der sechs Musiker. Bayerische Gaudi und kubanische Rhythmen verflossen bei hochsommerlichen Temperaturen nahtlos miteinander. Ein richtiges Energiebündel auf der Bühne war die Kubanerin Yinet Rojas Cardona: Wenn sie nicht gerade mit ihrer ausdrucksstarken Stimme gefühlvolle und temperamentgeladene Lieder von Liebe und Träumereien sang, sah man sie tanzend, springend, trillernd oder an der Gitarre spielend. Ewa  Bross, die zweite Frau der "Cubaboarischen 2.0", heizte mit bloßen Händen trommelnd und mit flotten Rhythmen an der Percussion ein. Nach kurzer Zeit war der Funke auf das Publikum übergesprungen: Zuerst nur Mädels, dann auch viele Pärchen tanzten zwischen den Sitzblöcken, vor der Seebühne oder oben auf den Hügeln.

Klatschend, teils barfuß, bewegten sich  geschätzt knapp hundert Besucher zu den heißen Rhythmen von Salsa, Rumba und Polka. Denn auch das spielten die "Cubaboarischen". Leo Meixner wäre kein Profi, wenn er bei der Moderation nicht auch seine Späßchen mit den Gästen machen würde. Er spricht ganze drei Sprachen: spanisch, bayrisch und fränkisch.

Spanische Liedtexte - die zugegebenermaßen für die fränkische Zunge zumindest schwierig auszusprechen sind - plus bayrische Stanzerl, ein Mix aus Cha-Cha-Cha und Jodeln, dazu beeindruckende Soli an Gitarre und Schlagzeug: Das war Lebensgefühl pur. Immer wieder Applaus der Gäste, besonders zu Beginn der Show, als die Band mitten durch das Publikum spazierte, gleich den kubanischen La-Comparsa-Trommelgruppen. Das gefiel.

Nicht so sehr allerdings das Ambiente: keinerlei Deko, nicht ein einziges bayrisches oder kubanisches Fähnchen - nichts, das auf eine musikalische Weltreise hinweisen würde.

Bertram und Gabi aus Bad Staffelstein waren enttäuscht: "Bei dem Eintrittspreis hätten wir mehr an Kulinarik erwartet", sagte sie: "Bratwürste und Steaks - das ist so abgedroschen." Die Auswahl an Getränken gefiel Bertram nicht: "Bier, noch dazu Pilsner, aus dem Plastikbecher? Nee, das geht gar nicht. Nicht mal ein Hefe- oder Landbier. Wo ist da Bayern?" Ähnlich sieht es auch ein Paar aus Nürnberg: Zumindest eine Kleinigkeit an Exotischem, Kubanischem, hätten sie erwartet. Freilich werden Getränke in diesem Bereich nicht in Gläsern eingeschenkt, aber ein Chili con oder sin carne, oder ein Mojito, eine fruchtige alkoholfreie Bowle hätten manche Gäste schon erwartet. Denn sie kamen getreu dem Motto des Abends in internationaler Kleidung: Lederhose und Trachtenbluse, Blumenhemd und Strohhut.