Nein, wirklich spannend war diese Wahl nicht. Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) ist wiedergewählt, und daran bestand nicht der geringste Zweifel, denn er hatte keinen Gegenkandidaten. Von Interesse war natürlich, wie viel Zustimmung der Amtsinhaber bekommen würde und wie viele Leute sich am Sonntag überhaupt zur Wahl aufmachen würden.
Im Wahllokal im Kur- und Tourismus-Service schätzte das Helferteam gegen 17 Uhr, dass man dort wohl unter 30 Prozent Wahlbeteiligung bleiben würde. Als Gründe wurden - natürlich - das Fehlen eines Alternativvorschlags, aber auch das eher ungemütliche Winterwetter genannt. Zudem, so Hartwig Hümmer, der jede Menge Wahlerfahrung hat, wohnten in diesem Bezirk mehr ältere Menschen, von denen sich gerade unter diesen Vorzeichen dann eher nicht mehr so viele aufmachten.
Und was äußern die Leute so bei der Stimmabgabe? Ein Schmunzeln geht über die Gesichter. Geflachst werde bezüglich der mangelnden Auswahlmöglichkeit genug, heißt es. Theoretisch könnte aber jeder auch für eine andere Person aus dem Stadtgebiet votieren; der Name müsse nur eindeutig zuordenbar sein. Auch für solche weiteren Stimmen wird bei der Auszählung eine Liste angelegt.
Insgesamt sollte daraus schließlich keine Summe werden, die das Ergebnis für den Amtsinhaber hätte trüben können. 6,13 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf übrige Personen, der amtierende Bürgermeister erhielt 93,87 Prozent bzw. 2771 tatsächliche Stimmen und wertete das als Vertrauensbeweis, für den er dankbar sei. Zufrieden zeigte sich auch Jürgen Hagel von der CSU-Stadtratsfraktion. Dass es keinen Gegenkandidaten gab, könne man schließlich nicht Kohmann anlasten. Unterm Strich betrug die Wahlbeteiligung 35,21 Prozent.
Viele Glückwünsche - auch von den anderen Stadtratsfraktionen - erreichten den Wiedergewählten am Abend noch. Ins Rathaus gekommen waren unter anderem Landrat Christian Meißner, Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier (alle CSU) sowie weitere Kommunalpolitiker.
Was hat sich Jürgen Kohmann für seine dritte Amtszeit vorgenommen? Da nannte er an erster Stelle das "Bären"-Gebäude und den Bahnhof, für die es Pläne gibt. In den nächsten drei Jahren möchte er den Feuerwehrbedarfsplan umsetzen, das heißt auch, drei neue Feuerwehrhäuser (in Wiesen, Wolfsdorf und Uetzing) bauen.
Zur Feststellung des endgültigen Ergebnisses trifft sich der Wahlausschuss heute um 17 Uhr noch einmal im Rathaus.