Der Weltenbrand steht bevor. So jedenfalls heißt in gängiger Übersetzung, was als Ragnarök in die nordische Mythologie und als Festivalname in den Lichtenfelser Veranstaltungskalender eingegangen ist. Eine Rückschau und Vorschau auf ein alljährliches Spektakel aus Kostümen und Dezibel.


Mehr Besucher - höhere Preise


4000 - das ist die Besucherzahl, die seit 2012 immer wieder genannt wird, wenn das zweitägige Heavy-Metal-Spektakel in und an der Stadthalle steigt. Seit es 2006, zwei Jahre nach der Premiere, erstmalig an zwei Tagen stattfand, hat sich eine Menge getan. Auch auf dem Sektor der Eintrittspreise. Zogen die Konzertbesucher vor zwölf Jahren noch 25 Euro aus der Tasche, so mussten sie 2016 tiefer greifen und 55 Euro hervorholen.

An die 30 Bands werden am kommenden Wochenende auftreten und Scharen schwarz gewandeter Metal-Fans aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland in die Stadt locken. Doch wer räumt auf, wer sichert, wer schützt oder hat Bedenken?

Aus dem Stadtbauhof ist zu hören, dass die Mitarbeiter verantwortlich sein werden, links und rechts der Coburger Straße für Absperrungen zu sorgen. Für die Abfallentsorgung sei man nicht zuständig, denn hier sei ein Reglement mit dem Veranstalter Ivo Raab getroffen worden. In und im Umgriff der Stadthalle, dort wo Fans kampieren, obliegt es ihm, die Auflage der Abfallentsorgung zu erfüllen. Allerdings: So etwas wie eine kleine Bereitschaft stellt der Stadtbauhof doch. Ein bis zwei Mitarbeiter werden mit einem Auto früh und abends nachschauen und bei Bedarf mithelfen. Aber das sei bei jeder größerer Veranstaltung so.


Erhöhtes Verkehrsaufkommen


Hat Ragnarök Auswirkungen auf den Dienstplan bei der Polizei? "Ja, definitiv", antwortet Polizeihauptkommissar Jochen Haischberger. "Der Einsatz fängt für uns am Donnerstag vor dem Anreisetag an", sagt er und erklärt, dass es wie in jedem Jahr ein ausgearbeitetes Sicherheitskonzept gibt. Was das Mehr an Beamten notwendig mache, sei auch das wegen der Anreisen "höhere Verkehrsaufkommen".

"Intern machen mehr Leute Dienst", so Haischberger, der auch von vier bis sechs Beamten mehr im "operativen Ergänzungsdienst" spricht. Und obgleich Ragnarök nicht sonderlich für Gewalt bekannt ist, wolle man "auch schauen, dass wir mit Uniform Präsenz zeigen" am Festivalgelände. Zwei Beamte werden während der Festivaldauer zwischen 20 Uhr und 2 Uhr morgens am Platz zur Verfügung stehen.


BRK steht bereit


Stefan Schütz ist Kreisbereitschaftsleiter beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Auch er kennt Zahlen. Die der Fahrzeuge an der Stadthalle beispielsweise. Drei BRK-Autos werden direkt an der Stadthalle stationiert sein. Jetzt, knapp eine Woche vor dem Festival, so sagt er, würden sie mit allem Notwendigen versehen und durchliefen noch gewisse Prüfungen zwecks

Ausstattung. Eine mobile Rettungsstation gebe es auch, die Einsatzleitung werde in Bad Staffelstein untergebracht. 30 im Dienst des BRK tätige Männer und Frauen binde das Festival.

Von Zahlen weiß auch Christian Werner zu sprechen. Als Geschäftsmann muss er das. Wenn er von Ragnarök spricht, kann er lächeln und kritisieren zur selben Zeit. "Ich bin selbst Metal-Fan", sagt der Geschäftsführer des Edeka-Markts Werner, würde aber eine Sache als solcher selbst wohl nie begehen: den Klau von Einkaufswagen.


Kein Umsatzplus


Genau damit aber habe sein rund 500 Meter vom Festivalgelände gelegener Laden stets zu tun gehabt. Ein Umsatzplus während des Festivals habe es noch nicht gegeben. "Wir haben auch schon mal zehn Prozent weniger Umsatz gemacht. Es kommen zwar mehr Festivalbesucher, aber es bleiben auch Einheimische ihretwegen aus."

Dann gibt es noch die Zahl 240. Auf so viele Kundenparkplätze darf Werner zurückgreifen. Doch die seien zu Festivalzeiten zu einem Großteil durch angereiste Gäste belegt. "Es hat uns nie jemand gefragt, ob wir Parkplätze zur Verfügung stellen", sagt Werner. Er sagt es mit einem Lächeln, denn er kenne das ja auch vom Korbmarkt und vom Schützenfest her ...