Auf Frankens Straßen ist es nun so weit: der Winter kündigt sich an - und somit steigt die Unfallgefahr für Autofahrer infolge von Glatteis oder Schneeglätte. Laut Wetterprognosen sei die erste kritische Phase an diesem Wochenende zu erwarten, meint Jürgen Hagel von der Lichtenfelser Polizeiinspektion. Zwar sei der Polizei in diesem Herbst noch kein Glätteunfall gemeldet worden, doch bei einem heftigen Wintereinbruch könne sich das schnell ändern.

Die Gefahr wird oft übersehen

"Bei erkennbar schlechten Wetterverhältnissen wie Schneefällen passieren wesentlich weniger Unfälle als bei unvorhersehbaren Witterungsbedingungen", fährt Hagel fort. Hierzu zähle insbesondere die überfrierende Nässe, die stellenweise zu Glatteis führe. Vor allem nachts, wenn die Temperaturen sinken, könne es schnell anziehen und für den Autofahrer zu einer Gefahr werden.

In dieser Hinsicht seien viele Verkehrsteilnehmer aber auch zu nachlässig, moniert Hagel: "Sie steigen in ihrer Hektik ins Auto ein, mit dem Gedanken: "Naja, des geht scho' noch."

Seit 2010 besteht laut Straßenverkehrsordnung die Pflicht, regelmäßig Winterreifen aufzuziehen. Einen fest umrissenen Zeitraum, in der die Winterreifenpflicht in Kraft ist, gibt es jedoch nicht. Der Autofahrer hat sein Fahrzeug immer an die winterlichen Straßenverhältnisse anzupassen.

Das bedeutet für Verkehrsteilnehmer, dass sie bei winterlichen Bedingungen wie Eis- oder Schneeglätte, Schneematsch, Reifglätte und Glatteis zum Fahren mit Winterreifen verpflichtet sind. Winter- und Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung, die im Fachhandel gekauft werden können, erfüllen hierfür die notwendigen Voraussetzungen.

Wer jedoch gegen die Winterreifenpflicht verstößt und weiterhin mit Sommerreifen herumfährt, der riskiert ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister. Kommt es aufgrund falscher Bereifung zu einer Verkehrsbehinderung, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro und einen Punkt, bei einem Unfall muss sogar ein Bußgeld von 120 Euro gezahlt werden, und einen Punkt gibt's obendrauf.

Mit der Einführung der Winterreifenpflicht hatte der Gesetzgeber jedoch nicht nur die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im Blick, so Jürgen Hagel weiter. In erster Linie sollte damit erreicht werden, dass keine liegen gebliebenen Fahrzeuge die Straßen und vor allem Autobahnen verstopfen. Wer sich an die Winterreifenpflicht halte, sorge also nicht nur für die eigene Sicherheit und die anderer Menschen, sondern auch dafür, dass die Straßen nicht blockiert werden und der Verkehr reibungslos weiterläuft.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Aus der Statistik der vergangenen Jahre gehe hervor, dass die Zahl der Glätteunfalle in Lichtenfels nach Einführung der Winterreifenpflicht gesunken sei, so Hagel. Eine erkennbare Tendenz im Vergleich zu den Jahren vor der Einführung lasse sich jedoch nicht erkennen. Aus der Statistik von 2013 für ganz Oberfranken gehe hervor, dass es insgesamt acht Verstöße gegen die Winterreifenpflicht gegeben habe, wovon zwei zu Unfällen führten.
Der Streudienst arbeitet in Rufbereitschaft und versucht so gut und schnell es geht, die Fahrbahnen eis- und schneefrei zu halten. Doch wenn sich nachts jedoch schlagartig Glatteis bildet, dann ist es auch für die Mitarbeiter des Winterdienstes unmöglich, überall sofort zur Stelle zu sein.

Jürgen Kremer von der Lichtenfelser Polizei betont: "Der Wetterrundfunk ist die zuverlässigste Quelle. Wenn man bei schlechten Wetterverhältnissen ins Auto steigt, ist es immer ratsam, auf die Meldungen der Medien zu achten." Hinzu kommt, dass es wichtig sei, stets mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Denn wenn sich alle Autofahrer selbst in der größten Hektik daran halten würden, könnten noch mehr Unfälle vermieden werde