Ein Flickenteppich ist die Fahrbahn der Bergstraße in Burgkunstadt, Risse und Schlaglöcher klaffen im maroden Asphalt. Dennoch sorgte der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Bergstraße im nächsten Jahr zu sanieren, für eine Grundsatzdebatte im Stadtrat.
Gegen neun Stimmen (SPD und Bürgerverein) wurde der Auftrag für die Planung (Kosten 22 106 Euro) am Dienstagabend an das Planungsbüro Kellner vergeben. Der Ausbau für rund 360 000 Euro könnte 2019 erfolgen, da sich die vorgesehene Sanierung von Bahnhofstraße und Städelgasse/Fliehgasse wegen der Städtebauförderung auf 2020 verschieben wird. Es wäre sinnvoll, die überfällige Sanierung vorzuziehen, da 2019 keine anderen Straßenbauprojekte vorgesehen seien, sagte Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU).
Auf die Bedeutung der Erschließungsstraße für das ganzes Wohnviertel wies Günter Knorr (CSU) hin. Straßenbauarbeiten sollten zurückgestellt werden, bis geklärt ist, ob die Bürger nicht doch noch durch die Straßenausbaubeitragssatzung belastet werden können, warnte Wolfgang Sievert (SPD). Die Straßensanierung sei bereits das vierte Vorhaben, das nicht im Haushaltsplan enthalten sei, kritisierte Thomas Müller (Bürgerverein). Das sei gerade vor dem Hintergrund von Investitionen mit einem Umfang von rund 20 Millionen ab 2020 (von der Bahnhofstraße bis zum Schulberg) unverantwortlich.
"Es ist nicht Sinn des Haushaltsplans, starr an ihm festzuhalten, wenn sich die Chance bietet, mal etwas Notwendiges vorzuziehen", konterte Bürgermeisterin Frieß.


730 000 Euro für Eben

Die gleiche Diskussion gab's über den Ausbau der maroden Gemeindeverbindungsstraße von Eben nach Schmeilsdorf, den Ortssprecher Edwin Bauersachs beantragt hatte. Die Notwendigkeit einer Investition von rund 730 000 Euro für die Erschließung eines Weilers mit 31 Einwohnern bezweifelten Alexander Hanna und Thomas Müller (beide Bürgerverein). Sie forderten eine einfachere Lösung, da es auch Umfahrungsmöglichkeiten gebe. Auf die Verkehrssicherungspflicht verwies Ulf Müller (Freie Wähler). Ursache der Schäden sei der fehlende Unterbau, daher wäre eine einfachere Instandsetzung keine Lösung. Gegen drei Stimmen (Edith Berg, Thomas Müller, Alexander Hanna) wurde die Planung an das Planungsbüro Kellner für rund 32 000 Euro vergeben.
Die Kanäle im Gewerbegebiet zwischen der Bahnlinie und dem Main sowie in Mainroth sind zu klein, um Starkregen ableiten zu können. Um Überflutungen zu verhindern, hat die Stadt das Ingenieurbüro Miller mit der Untersuchung von Sanierungsmöglichkeiten beauftragt. In Mainroth drohen durch Rückstaus aus den Kanälen der B 289 und der Horlache Überschwemmungen der anliegenden Anwesen, wie Ingenieur Stephan Endres anhand von Simulationsberechnungen erläuterte. Um den besonders betroffenen Kanalschacht an der Kreuzung zur Horlache zu entlasten, könnte in einem ersten Schritt dieser Bereich für rund 100 000 Euro saniert werden. Die Gesamtkosten beziffert Endres auf rund 615 000 Euro. Auf rund 1,5 bis zwei Millionen Euro schätzt der Ingenieur den Sanierungsbedarf im Gewerbegebiet, wo elf Kanalschächte keinen Überflutungsschutz bieten. Betroffen wären bei einem 30-jährigen Hochwasser die Maschinenfabrik Fischer und die Baywa.
Statt der Erweiterung der Kanäle wäre in einem ersten Schritt auch der Bau eines Regenüberlaufs mit Pumpwerk zum Main hin, wie es auf dem Gelände des Baur-Möbellagers bereits besteht, eine Alternative.
Das Landratsamt hat die Stadt aufgefordert, die Beiträge und Gebühren für Abwasser und Wasser anzuheben, da die Ausgaben die Einnahmen überschreiten, teilte die Bürgermeisterin mit.


45 Euro pro Quadratmeter

Die Bauplätze im Baugebiet "Lerchenbühl III-Ost" werden 45,54 Euro pro Quadratmeter kosten. Das hat der Stadtrat ebenso beschlossen wie die Würdigung Träger öffentlicher Belange zur Änderung des Bebausplans "Lerchenbühl". Weil Überschwemmungsgefahren bei Starkregen und die Kritik an Baumfällungen nicht berücksichtigt worden seien, stimmte Thomas Müller dagegen.
Die Sanierung des Aufzugs im Rathaus wurde für 29 583 Euro an die Firma Schmitt und Sohn Aufzüge (Bayreuth) vergeben. Während Wolfgang Sievert (SPD) kritisierte, dass sich Menschen mit Behinderung deswegen nicht selbstständig im Rathaus bewegen könnten, verwies Michael Doppel (Freie Wähler) darauf, dass dieser Kompromiss sowohl dem Denkmalschutz als auch der Kosteneinsparung Rechnung trage. Ämter mit vielen Besuchern seien im Neubau leicht zu erreichen, außerdem gebe es einen Transportrollstuhl. red