Es handelte sich wieder um ein Flechtseminar, das der Kreisfachberater Gartenbau, Michael Strohmer, und Kursleiter und Weidenanbauer Heinrich Geßlein in der Steinachtal-Ranch abhielten. Eine große Vielfalt im Alltag beinhaltet das Flechten.

Wer Mut habe, etwas auszuprobieren und das Arbeiten mit natürlichen Rohstoffen mag, sei bei einem derartigen Flechtkurs richtig, erklärt Heinrich Geßlein. Die Teilnehmer kamen aus der näheren Umgebung, aus Steinach bei Mitwitz oder Roth bei Lichtenfels, hatten aber teilweise auch eine weitere Anfahrt aus Bad Kissingen und aus Zeulnroda.

"1000 schöne Sachen lassen sich aus Weiden machen", heißt es in einem Sprichwort. Man muss sich nur trauen. Flechten kann im Grunde jeder. Die Weidenwoche richtet sich daher an alle, die aus Naturmaterial etwas entstehen lassen wollen und sich dabei gegenseitig austauschen. Und praktische Hinweise gibt dazu Seminarleiter Heinrich Geßlein.

Die Kursteilnehmer lernten dazu die nötigen Rohmaterialien kennen. So zeigte Heinrich Geßlein auf seiner "Weidenplantage", wie die zu verarbeitenden Materialien geerntet werden. Wichtig für das Wachstum der Weiden sind viel Feuchtigkeit und Licht.

Im Marktgraitzer Flechtatelier in der Rosenau entstehen danach die ersten Weidenkörbe und -kränze. Eine prima Idee hatte Kreisfachberater Michael Strohmer. So entsteht gerade zwischen Grundfeld und Vierzehnheiligen ein "Fußball-Golfplatz", der kurz vor seiner Fertigstellung steht und eine Freizeitattraktion im Landkreis darstellen wird. Auf diesem Platz war das Ziel, ein Weidentipi zu bauen.


Acht Meter lange Ruten

Über acht Meter lange Weitenruten wurden in einem Durchmesser von sieben Metern aufgesteckt und zusammengeflochten. Und tatsächlich, nach getaner Arbeit fügt sich das an ein Indianerzelt erinnernde Kunstwerk ganz toll in die Landschaft ein. Und hier blickten die Teilnehmer schon mit ein bisschen Stolz auf das Bauwerk aus Weiden.

Es seien tolle Kunstwerke, die aus der Natur entstehen können, meint Carina Kirsten aus Steinach bei Mitwitz. Das Fertigen von Weidenpyramiden und Rankengerüsten haben sich - in der Steinachtal-Ranch zurück - die Kursteilnehmer ausgesucht. Beim Flechten als Hobby ist die Vorstellung zu einem beruflichen Ausgleich, sich in Ruhe und Geduld zu üben, sehr hoch angesiedelt.
"Das könnte ich auf diese Art und Wiese den ganzen Tag immerzu machen", gibt Martina Mehnert aus Breitengüßbach zu. Und Nadia Eichelkraut aus Zeulnroda verspricht: "Ich werde Wiederholungstäterin sein, wenn es das Angebot der Flechtwoche wieder gibt."

Die Erwartungen wurden weit übertroffen und hoffentlich gelinge es, auch zu Hause Flechten als Hobby weiter zu betreiben, war die allgemeine Aussage über die Weidentage.