Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist der Außenbereich des Asylbewerberheims für dessen Bewohner ein beliebter Treffpunkt. Damit sich dort auch die 54 Kinder, die zurzeit in der Einrichtung in der Geutenreuther Straße untergebracht sind, wohl fühlen, wurde ein neu geschaffener Spielplatz eröffnet.

Während einer kleinen Feierstunde anlässlich des Spielplatzpräsentation zeigten sich die Asylbewerbern ebenso wie Vertreter von Regierung, Stadt und Firmen sowie ehrenamtlich engagierte Bürger angetan von dem Gelände, das binnen weniger Wochen schräg gegenüber des Haupteingangs entstanden ist: Dort stehen jetzt ein Block aus drei Sandkästen, die von der Schreinerei der Firma Dechant gefertigt wurden.

Zusätzlich wurden zwei Wipptiere und eine Doppelschaukel aufgestellt, deren Anschaffung eine Spende der aus Weismain stammenden Ute Stölzle ermöglicht hatte.

Geschenke für die Kinder

Ebenso gut wie die Spielgeräte kam bei den jungen Bewohnern eine weitere großzügige Geste an: Gilbert Bayer, der Seniorchef der Firma Bayer Design-Fritz Bayer aus Michelau, hatte anlässlich seines 70. Geburtstag eine Sachspende für die Flüchtlinge zugesagt.
Mit leuchtenden Augen öffneten die Mädchen und Jungen die vielen Kartons, die Puppen, Puppenwagen und sonstige Spielwaren enthielten.
Als Initiator des Spielplatzba us hieß Alois Dechant die Gäste willkommen und dankte nicht nur für die Übergabe der Geschenke, sondern auch für hervorragende Führung des Heimes, das nun bereits seit eineinhalb Jahren bestehe und vertraglich von Jochen Bauer von der Firma Akurat gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken betreut werde.

Das Gebäude technisch überholt

Wie Dechant erklärte, musste zwei Nottreppenhäuser angebaut und umfangreiche Elektroarbeiten verwirklicht werden. Für letztgenannte Abrbeiten zeichnete der Altenkunstadter Betrieb Elektro-Schramm verantwortlich, dessen Chef Matthias Schramm bei der Eröffnung ebenfalls anwesend war und Geschenke für die Kinder überreichte.
Anschließend hatte die Weismainer Firma Karlisch eine Brandmeldeanlage eingebaut, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, berichtete Alois Dechant.

Asylbewerber sind integriert

Der Stadtrat und Unternehmer unterstrich, dass sich die Asylbewerber in Weismain, aber auch in Vereinen, hervorragend integriert seien: "Bis heute hat es keinerlei Klagen gegeben."
Was den Bewohnern jedoch fehle, sei laut Dechant eine Arbeitserlaubnis. Schließlich hätten viele von ihnen eine gute Ausbildung genossen - vom Augenarzt bis zum Bauingenieur, aber auch Handwerker wie Maler oder Installateure seien darunter. Mehrere der Asylbewerber hätten nach Dechants Worten die Fähigkeit, die fehlenden Fachkräfte im Mittelstand zu ergänzen.
Johann Hümmer, Abteilungsdirektor für Sicherheit, Kommunales und Soziales an der Regierung von Oberfranken, lobte das Weismainer Asylantenheim auch als "ein Vorzeigeobjekt in ganz Bayern". Er dankte besonders den ehrenamtlich engagierten Damen Dagmar Dietz, Sengül Bali, Sabine Teschlade und Anja Dechant-Sundby, die Deutschunterricht im Heim geben. Durch ihren Einsatz werde die Integration wesentlich erleichtert, bekräftigte Hümmer.

Kinder lernen schnell Deutsch

Alois Dechant ergänzte, dass viele der Asylbewohner, insbesondere die Kinder, bereits nach eineinhalb Jahren die deutsche Sprache beherrschten.
Im Namen der Stadt Weismain dankte Stadträtin Janine Brunecker für den Spielplatzbau sowie für die Spenden und den freiwilligen Arbeitseinsatz. Sie sei glücklich darüber, dass das Heim für positive Schlagzeilen sorge.
Dagmar Dietz von den Aktiven Bürgern kündigte für Oktober eine Einweihungsparty für den Spielplatz und die Außenanlagen an, bei der ein Gedenkstein für die Gönner gesetzt werden soll.
Alois Dechant wies darauf hin, dass selbstverständlich alle Kinder aus Weismain und Umgebung eingeladen seien, den neuen Spielplatz gemeinsam mit den Asylantenkindern zu nutzen.