Der neue Gebäudekomplex soll Raum für Tagespflege, Betreutes Wohnen, Arztpraxen und Büros schaffen. Zuvor wird die Stadt die drei alten Häuser Kirchgasse 12, 14 und 16, deren Eigentümerin sie ist, abreißen lassen, um dem künftigen Bauherren eine freie Fläche übergeben zu können. Die Verhandlungen der Stadtverwaltung mit einem Investor stehen kurz vor dem notariellen Abschluss. Bis dahin lehnt man es ab, den Namen öffentlich zu nennen. Wie ernst es dem Partner jedoch ist, wurde in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich. Einstimmig wurde beschlossen, einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Dafür wird viel Geld in die Hand genommen: 100 000 Euro. Einen Beitrag von 10 bis 20 Prozent dieser Summe müsste der Investor leisten und sich auf die Vorauswahl einlassen; im Gegenzug würde er Planungskosten sparen. Dem Vernehmen nach ist er dazu bereit.
Die Regierung von Oberfranken, die schon den geplanten Abriss zu 80 Prozent mit Mitteln aus der Städtebauförderung bezuschusst, hatte diese Vorgehensweise angeregt. Sie unterstützt den finanziellen Aufwand für den Wettbewerb mit einem Anteil von 60 Prozent. Für die Stadt wird laut Kämmerer Johann Pantel ein Eigenanteil von 30 000 bis 35 000 Euro bleiben.

Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) erhofft sich durch den Architektenwettbewerb das bestmögliche Ergebnis. Schließlich handele es sich um eine markante Achse im Stadtbild, an der man einen weiteren Impuls setzen wolle. Schritte zur Gestaltung der Stadt unter dem Motto "Visionen 2025" würden bereits am Gebäude Marktplatz 2 greifen, merkte er an. Die dortige Neubauplanung wird von einem unabhängigen Fachgremium, einem "temporären Gestaltungsbeirat", unterstützt. "Es geht doch nach vorne, unsere Bemühungen tragen Früchte", stellte Hügerich fest.

Rita von Frantzky von der Bayerngrund-GmbH, die für die Stadt als Sanierungsberaterin tätig ist, sprach sich ebenfalls für einen Wettbewerb für die Neubebauung an der Ecke Kirchgasse/Mauergasse/Bürgermeister-Dr.-Hauptmann-Ring aus. Dieser könnte bis Ende Mai 2018 abgeschlossen sein. Um keine lange Brache zu haben, werden die Abbrucharbeiten erst kurz vor Beginn einer neuen Bebauung erfolgen, wie Pantel ergänzte.

Preisgelder soll es für die drei besten Entwürfe geben, insgesamt 42 000 Euro. Die genannte Summe von 100 000 Euro enthält ferner 10 000 Euro Honorare für das Preisgericht und 36 000 Euro für die Betreuung des Wettbewerbs sowie 12 000 Euro für sonstige Nebenkosten.