Den Fang seines Lebens machte am Wochenende der Vorsitzende der Lichtenfelser Sportfischer, Werner Fischer, am vereinseigenen Wörthsee. Nach einem 20-minütigen Drill zog er ein kapitales Exemplar der überaus seltenen Rüssel brachse (Abramis proboscis) aus dem Wasser.

Nach Auskunft des leitenden Fischereidirektors Thomas Speirl von der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß handelt es sich bei dem Fisch um das erste Exemplar, das in Nordbayern nachgewiesen wurde. Das Tier entpuppte sich schnell als ein laichreifes Weibchen, das mit einer Länge von 79 Zentimeter und einem Gewicht von 6783 Gramm stark an die Rekordfische erinnert, die man bisher nur in großen Speicherseen gefangen hat. Bei diesen Fängen handelt es sich allerdings nicht um die Rüsselbrachse, sondern um die gemeine Brachse (Abramis brama), die auch in der Brachsenregion des Mains in kleineren Exemplaren beheimatetet ist.

"Es scheint, als ob die Renaturierungsmaßnahmen, die am Wörthsee durchgeführt wurden, erste Früchte tragen", erklärte Werner Fischer. Sollte der erfahrene Angler Recht behalten, dann ist damit zu rechnen, dass sich noch weitere Exemplare der seltenen Fischart hier ansiedeln werden. Speirl denkt bereits daran am Wörthsee eine Außenstation der Lehranstalt für Fischerei zu errichten, um das Verhalten der seltenen Rüsselbrachsen vor Ort studieren zu können. Ihr Kopf, dessen rüsselartiger Auswuchs an den Rüssel eines Schweins erinnert, lässt vermuten, dass die Tiere den Schlamm stehender Gewässer durchwühlen um sich zu ernähren.