Sie sind die unermüdlichen Kümmerer, die das Wohl ihrer Mitmenschen im Blick haben. Am Montagabend haben sie sich auf Einladung der Gemeinde Altenkunstadt in der Grundschulturnhalle eingefunden. 240 an der Zahl. Jeden von ihnen schüttelt Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) beim Neujahrsempfang, der zum fünften Mal stattgefunden hatte, persönliche die Hand.

Vorbild für die Jüngeren

Der Abend wird zu einer Geste des Dankes an Menschen wie Lucia Krüger, die ihr ehrenamtliches Engagement mit folgenden Worten begründet: "Ich möchte der Gesellschaft etwas Gutes zurückgeben, mich einbringen in die Gemeinschaft." Die Schriftführerin der Altenkunstadter Frauenunion sieht sich aber auch als Vorbild für jüngere Generationen. Ihren Kindern und Enkeln wolle sie vorleben, was eine Macherin Wertvolles für die Allgemeinheit bewirken könne. Auf der faulen Haut liegen, dass kommt für die Menschen, die das Ehrenamt im Blut haben, nicht in Frage.

"Ich bin nicht der Couch-Typ. Ich muss immer in Bewegung sein", sagt Johann Pol. Der 69-Jährige ist seit 45 Jahren Platzwart beim FC Altenkunstadt-Woffendorf, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Was die Vereine für die Gemeinde leisten, das wäre für die öffentliche Hand unbezahlbar, meint Pol. "Ich kümmere mich jeden Tag rund drei Stunden lang um die Plätze für insgesamt sechs Teams, ohne etwas dafür zu kassieren."

Im Unruhestand befindet sich Georg Pittroff, der Vorsitzende der Chorvereinigung Altenkunstadt, der über sich selbst sagt: "Ich habe immer ein offenen Ohr, bin hilfsbereit und gerne unter Menschen." Den Neujahrsempfang empfindet er als Anerkennung für all jene, die sich uneigennützig zum Wohle der Allgemeinheit engagierten.

Bürgermeister Robert Hümmr freut sich in seiner Begrüßung, dass das Bürgerengagement in seiner Heimatgemeinde mit insgesamt 95 Vereinen und mehreren kirchlichen Institutionen blühe. "Vieles von dem, was zur Lebensqualität einer Kommune gehört, basiert auf dem Engagement und den Initiativen der hier lebenden Menschen", stellt er fest. Ohne sie, so Hümmer, wären die vielen Leistungen auf kulturellem und sportlichem Gebiet, aber auch die Veranstaltungen im Rahmen des Ferienprogramms nicht möglich. Der Redner dankt den Ehrenamtlichen für ihre Tatkraft und ihren Ideenreichtum und gelangt zu der Erkenntnis: "Sie alle tragen zu einem guten Zusammenleben bei."

Monika Hohlmeiers Rede

Hümmer wirft auch einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Erfreut hebt er hervor, dass man sich beim Lehrschwimmbecken auf der Zielgeraden befinde und sich das Mühlrad an der Neumühle, dem Wahrzeichen Altenkunstadts, wieder drehen werde.

Europaabgeordnete Monika Hohlmeier (CSU) dankt zu Beginn ihrer Rede, die immer wieder von spontanem Beifall unterbrochenen wird, all jenen, "die viel für ihre Heimat tun und nach keinen Lohn fragen". Die Rednerin erteilt mit Blick auf das Erstarken rechtsextremer Parteien in Europa dem Nationalismus ("Er hat viele Kriege geboren") eine klare Absage. Zugleich legt sie ein klares Bekenntnis zur Europäischen Union ab: "Sie hat unserem Kontinent Frieden, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und einen regen Handel gebracht." Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) stimmt die positive Bevölkerungsentwicklung frohgemut. "Wir wachsen seit drei Jahren im Landkreis Lichtenfels. Derzeit haben wir die gleiche Bevölkerungszahl wie 1975, nämlich 66 800 Einwohner", sagt er. Gedankt wird den engagierten Bürgern nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gaumenfreuden, die ein reichhaltiges Büfett offeriert. Mit schmissigen Klängen starten die Altenkunstadter Musikanten unter der Leitung von Dominik Lebek in das neue Jahr.