Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) musste sich am Dienstagabend im Bauausschuss viel anhören - darunter viel Kritik. Diese galt aber nicht ihm, sondern Bürgermeister Robert Hümmer (CSU), der sich derzeit im Urlaub befindet. Vor allem die Tatsache, dass auf dem Schul- und Sportgelände in Röhrig bereits die Bagger rollen, erregte die Gemüter.

Verschleuderung von Geld

Unweit der Skaterbahn soll ein Festplatz für die Altenkunstadter Vereine entstehen. Die Erdarbeiten für die Planierung des Geländes haben bereits begonnen. "Ohne dass eine Ausschreibung erfolgt ist", empörte sich Edwin Jungkunz (CSU). Aus seiner Ablehnung für das Vorhaben machte der Christsoziale keinen Hehl: "Es ist so überflüssig wie ein Kropf." Für ihn ist der Bau des Festplatzes eine Verschleuderung von Resourcen und Geld. Die finanziellen Mittel hätte man besser für das geplante Lehrschwimmbecken auf dem Schul- und Sportzentrum verwenden sollen. Zudem hielt er das Gelände, auf dem der Festplatz entstehen soll, prädestiniert für den Neubau einer Grundschule.

In ein ähnliches Horn blies auch Gemeinderat Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU). Er warf dem Bürgermeister vor, nach Gutsherrenart zu verfahren und ohne Gemeinderatsbeschlüsse vollendete Tatsachen zu schaffen. "Das ist unterste Schublade", ereiferte sich das Ausschussmitglied, das zugleich klarstellte: "Ein Bürgermeister führt die Beschlüsse des Gemeinderates aus und nicht umgekehrt."

"Es läuft nicht ganz so rund", musste Deuerling den Kritikern zustimmen. Hans-Werner Schuster (CSU) verteidigte den Bürgermeister. Der Zeitpunkt für eine Planierung sei günstig gewesen, da Aushubmaterial von Bauherren vorhanden gewesen sei. Für das Material seien keine Kosten angefallen, hob der Redner hervor. Das Argument ließ Limmer nicht gelten. "Es stehen noch viele große Baumaßnahmen an, bei denen kostenlos Erdaushub anfällt." Jan Riedel (FBO) erkundigte sich, ob es ein Bodengutachten für den Erdaushub gegeben habe, was Deuerling bejahte.

Sicherungskonzept für die Stollen

Für reichlich Gesprächsstoff sorgte zum wiederholten Male der marode Gewölbekeller in Prügel. Die Gemeinde muss bis zum 15. November dem Bergamt Nordbayern ein Sicherungskonzept für die Stollenanlage vorlegen, über die eine Kreisstraße verläuft. Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) warnte davor, einen Schnellschuss zu produzieren. Er erinnerte daran, dass Experten vor einer Verfüllung des Kellers gewarnt hätten.

Deuerling erwiderte, dass man zahlreiche Anregungen an das Amt weitergeleitet habe. Auch eine Sondersitzung zu diesem Thema sei angedacht. Winkler hatte zudem angesprochen, dass wegen des maroden Kellers derzeit eine Tonnagebeschränkung von 3,5 Tonnen für die Kreisstraße durch Prügel gelte. Davon betroffen ist auch der Schulbus. Der Redner kritisierte, dass die Kinder bis zu einer Lösung des Problems außerhalb des Ortes an der Kreisstraße in den Bus einsteigen müssten. "Im Herbst und Winter frühmorgens bei Dunkelheit dort einzusteigen, ist nicht ganz ungefährlich", sagte Winkler.

"Die Gefährlichkeit möchte ich nicht wegdiskutieren, aber ich möchte auch nicht, dass es zu einem Unglück durch den maroden Keller kommt", entgegnete Deuerling. Winkler sprach sich für eine innerörtliche Lösung aus. Für denkbar hielt er eine Einstiegsmöglichkeit am Kulturstadel. Deuerling versprach, Alternativen prüfen zu lassen.

Im Ortsteil Pfaffendorf soll auf einem 0,61 Hektar großen Areal oberhalb der Staatsstraße 2203 ein Baugebiet erschlossen werden. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung Ende Juli gefasst. Ein Bürger hatte Walter Limmer darauf angesprochen, dass angeblich noch keine Zustimmung zum Verkauf des Geländes vorliege. "Es hat eine mündliche Zusage des Eigentümers gegeben", klärte Gerd Hofmann von der Bauverwaltung auf.

Derzeit wird im Gemeindegebiet von Altenkunstadt ein digitales Baumkataster erstellt. Im Rahmen der Baumaufnahme werden diese mit Tafeln versehen. "Die Erhebung hat ergeben, dass wir 768 Einzelbäume und 85 Baumgruppen mit insgesamt 1611 Bäumen haben", informierte Ludwig Winkler das Gremium. Zugleich schlug er vor, den zuständigen Gutachter in den Gemeinderat einzuladen, damit sich die Räte ein Bild von seiner Arbeit machen können. "Das werden wir tun", begrüßte Deuerling die Anregung.

Therapiewald beim Campingplatz

Dem chronischen Stress entgegenzuwirken - dieses Ziel verfolgt die Marmor Brenk GmbH aus Augsburg mit ihrem Therapiewald im Kleinziegenfelder Tal. Entstehen soll dieser unweit des Kleinziegenfelder Campingplatzes und der Gaststätte Hajek. Als Nachbarkommune muss Altenkunstadt Stellung dazu beziehen. Deuerling stellte dem Bauausschuss das Vorhaben vor. In naturnaher Umgebung sollen Einrichtungen zur Erholung und Therapie mit Baumhäusern, Waldhütten und einem Klettergarten zur Freizeitgestaltung entstehen. Die Angebote reichen von Ernährungsberatung und Kochkursen über Bogenschießen und einem kardiologischen Lauftraining bis hin zu geführten Rad- und Wandertouren sowie Yoga, Tai Chi und Meditation. Bis auf Ludwig Winkler begrüßten alle Ausschussmitglieder das Vorhaben. "Aus Naturschutzgründen bin ich dagegen. Das Areal, auf dem der Therapiewald entstehen soll, ist ein ökologisch sensibler Bereich", begründete der Gemeinderat sein Nein.

Keine Gegenstimme gab es gegen das Vorhaben der Stadt Lichtenfels, im Ortsteil Seubelsdorf gegenüber dem Unternehmen Concept Laser, das 3D-Laser-Metalldrucker herstellt, ein neues Gewerbegebiet (An der Reundorfer Straße) zu erschließen.

Am Obergeschoss des früheren Autohauses Korzendorfer nagt gehörig der Zahn der Zeit. Der Schandfleck kann nicht mehr saniert werden. Der Eigentümer des Gebäudes, Matthias Gehringer, erhielt einstimmig das gemeindliche Einvernehmen, es abzureißen und durch ein neues zu ersetzen. "Das sorgt für ein Aufwertung der Dr.-Anton-Sattler-Straße", begrüßte Deuerling das Vorhaben. Bürgermeister Robert Hümmer darf das Dachgeschoss an seinem Wohnhaus in Woffendorf erneuern und ausbauen.