Etwas Neues haben sich die Landfrauen im BBV-Kreisverband einfallen lassen: Sie luden am Montag den Kreistag und die Vertreter der Fachbehörden an einen gedeckten Tisch im Hof der Korbfachschule ein. "Wir wollen Ihnen zeigen, wie vielfältig und schmackhaft die landwirtschaftlichen Produkte sind", sagte Kreisbäuerin Marion Warmuth.
Die Tische waren mit unterschiedlichen Käsesorten auf Roggenbrot gedeckt. Um die Milch ging es in erster Linie bei der Veranstaltung. "Wir sind eine milchbetonte Region", stellte die Kreisbäuerin fest. Obwohl sich die Zahl der Milchkühe seit 1980 halbiert habe, werde die gleich hohe Menge produziert. Die Eigenvermarktung der Milch als Käse finde in eigenen Betrieben statt. Sie nannte den Milchbauer Schnapp aus Hochstadt und die Familie Schmitt aus Thelitz, wo der Käse herstellt und vermarktet wird. "Und einen weißen Käs' kann jede Milchbäuerin herstellen", betonte Warmuth.


Keine Massenviehhaltung

Stolz sei man auf die Milchwerke Oberfranken-West. Der Genossenschaftsmilchhof sei aus den Landkreisen Coburg und Lichtenfels entstanden. Für den Landkreis spiele die tierhaltende Landwirtschaft eine besondere Rolle, so die Kreisbäuerin. Der Viehbesatz liege deutlich unter einer Großvieheinheit pro Hektar. Das entspreche einer Milchkuh oder sechs Mastschweinen. "Damit entstehen Umweltprobleme erst gar nicht", sagte sie. Der Dünger werde umweltgerecht produziert und ersetze anteilig Mineraldünger. 72 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen bewirtschafteten die Bauern mit Extensiv-Auflagen. "Es gibt keine Berufsbranche, in der die Biodiversität so hoch ist wie bei uns", machte die Kreisbäuerin deutlich. Seit 1980 habe sich die landwirtschaftliche Fläche um mehr als 3000 Hektor reduziert. Von 2305 Betrieben seien heute noch 870 übriggeblieben. Durch immer neue Gewerbe- und Neubaugebiete, Straßen, Bahnlinien und Parkplätzen auf der grünen Wiese gingen immer mehr landwirtschaftliche Flächen verloren, bedauerte Warmuth. Genauso durch den Kiesabbau und der fehlenden Wiederverfüllung mit abgetragenem Humusboden. "Damit verschwinden unsere Flächen unter Teer, Beton und Wasser", sagte sie.
Die Landwirtschaft sei auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Landkreis. Der Gesamtumsatz betrage 80 Millionen Euro im Jahr, den 1000 Arbeitskräfte erwirtschafteten, erläuterte die Kreisbäuerin. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf 20 Millionen Euro jährlich. Die Meisterbetriebe böten jedes Jahr 20 Ausbildungsstellen an.
Nicht vergessen dürfe man den vor- und nachgelagerten Bereich. Sie nannte die Metzgerbetriebe, den Lebensmittelhandel, die Brauereien, den Landhandel, die Mühlen und die Bäcker. Hier wies sie auf das "Roggerla" hin, das vom Getreide aus dem Landkreishergestellt werde.
Marion Warmuth stellte außerdem fest, dass die Landwirtschaft innovativ sei. Zum Beispiel durch die Nutzung regenerativer Energien bei Biogasanlagen, Biodiesel, Pflanzenöle oder Photovoltaik. Elf Biogasanlagen hätten eine elektrische Leistung von 2500 Kilowatt und versorgten damit 5000 Familien mit Strom.
Die Kreisräte ließen sich die Spezialitäten munden. Kreishandwerksmeister Mathias Söllner war von den Köstlichkeiten fasziniert. Zweiter Bürgermeister aus Bad Staffelstein, Hans-Josef Stich, fand die Idee super, die Bedeutung der Landwirtschaft auf diesem Weg darzustellen.