Schleppen wir nicht alle zu viel materiellen Ballast mit uns herum? Wer das Buch "Simplify your life" von Tiki Küstenmacher kennt, hat bestimmt schon darüber nachgedacht, welche Klamotten er weggeben, welche Schubladen er von Krimskrams befreien oder welche Folianten er in den offenen Bücherschrank stellen sollte. Manche Dinge sind uns aber ans Herz gewachsen, so dass wir uns ungern von ihnen trennen. Jeder hat wohl solche kleinen Schätze - Fotoalbum, erstes Grundschulzeugnis, von der Großmutter bestickter Bettbezug und Ähnliches. Wir haben vier Menschen befragt, welche geliebten Dinge sie haben.

Ein Tier mit liebevollem Wesen

Die Ärztin Désirée Torday aus Kutzenberg muss nicht lange überlegen: Ihre Stute Revia. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt sie. "Sie ist das Pferd aus meinen Träumen. Sie gewann die Herzen der Menschen durch ihre Sanftheit und ihr liebevolles Wesen - auch von den Menschen, die bisher Angst vor diesen großen Tieren hatten. Am Ende hatten sie meist ihre Ängste überwunden und sich gar in sie verliebt." Mit Revia sei einfach alles möglich gewesen, fährt sie fort, weil man ihr grenzenlos vertrauen konnte. "Sie wurde im Lauf der Jahre zu einem einmaligen Partner. Wir haben gemeinsam so viele Wahnsinns-Abenteuer erlebt, die man nicht in Worte fassen kann. Die Zeit bei meiner geliebten Stute ist mit Abstand die schönste Zeit in meinem Leben." Revia musste 2018 im hohen Pferdealter von ihren Leiden erlöst werden.

Die erste richtige Kamera

Krimiautor Helmut Vorndran aus Rattelsdorf denkt kurz nach und antwortet: "Meine erste richtige Kamera, die Pentax K 1000 SE Special Edition." Diese Kamera hat er sich 1984 gekauft und hält sie bis heute in Ehren: "Damit habe ich das Fotografieren gelernt, das war ein gutes Fundament."

Ihr Poesiealbum aus dem Jahr 1972 hat Christine Lunkenbein aus Bad Staffelstein ganz besonders ins Herz geschlossen. Dass es dieses Büchlein noch gibt, hatte sie bis vor einiger Zeit gar nicht gewusst. "20 Jahre war's weg", sagt die 54-Jährige, erst als ihre Tante gestorben war und sie den Nachlass ordnete, tauchte das Album wieder auf. Eingeklebt sind viele zeittypische Glanzbildchen aus den 1970ern mit Blumenornamentik. Ein Schulkamerad zeichnete sogar mit Bleistift ein Bild hinein. Die Sprüchlein, die sich darin befinden, kennt wohl jeder aus der Generation der Babyboomer so oder so ähnlich: "Sei wie die Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein, nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein." Oder: "So wie die Rosen blüh'n, so blühe stets Dein Glück, und wenn Du Rosen siehst, so denk an mich zurück."

Erinnerungen an Orte

Mit materiellen Dingen kann die Staffelsteiner Fitnesstrainerin Jennifer Michel wenig anfangen. "Es gibt keinen Gegenstand, den ich vermissen würde, wenn man ihn mir wegnähme", sagt die 30-Jährige. "Ich hänge nicht an Gegenständen, sondern an Orten - etwa einem Sonnenuntergang am Strand - oder an Menschen."