Über 50 Waldbesitzer informierten sich, wie sie ih-ren Wald fit für die Zukunft machen und dabei auch noch finanziellen Ertrag erwirtschaften können. Die Lichtenfelser Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg und die Waldbesitzervereinigung (WBV) Lichtenfels-Staffelstein hatten zu drei Informationsveranstaltungen in Wäldern nahe Buch, Großziegenfeld und Uetzing eingeladen. Die Forstrevierleiter Wolfgang Weiß, Wolfgang Tschödrich und Joachim Esslinger veranschaulichten, dass es aufgrund des fortschreitenden Klimawandels wichtiger denn je ist, bei der Waldverjüngung auf Baumarten wie Eiche, Buche oder Tanne zu setzen.


Unterstützung durch die WBV

Genauso wichtig sei es, Wälder regelmäßig zu durchforsten und dabei klimatolerante Baumarten gezielt zu fördern. Mit den Durchforstungen sinke das Risiko für den Waldbestand, von Stürmen, Trockenperioden oder dem Borkenkäfer geschädigt zu werden. Wo erforderlich, unterstütze die WBV Waldbesitzer dabei, wie Hannes Sonanini und Marcus Weigel von der WBV erläuterten - angefangen von der Markierung der zu entnehmenden Bäume über die Organisation von Forstunternehmern und die Überwachung der Ausführung bis hin zum Verkauf des Holzes. Ob die Holzernte maschinell mit Harvester und Forwarder oder traditionell mit der Motorsäge durchgeführt wird, könnten die Waldbesitzer selbst entscheiden. Der Trend gehe aber zum Maschineneinsatz, der für die verbleibenden Bäume und den Waldboden meist sogar schonender sei. Beeindruckend war für die Waldbesitzer der unmittelbare Vergleich eines seit Jahrzehnten nicht mehr durchforsteten, "hageldichten", und eines durchforsteten Fichtenbestandes. Schnell war klar, dass Letzterer für die Zukunft deutlich besser gerüstet ist. Nicht minder beeindruckend war, dass sich mit Durchforstungen ohne nennenswerten eigenen Arbeitsaufwand auch nach Abzug der Kosten Erträge von mehreren tausend Euro je Hektar erwirtschaften lassen.

Forstamts-Bereichsleiter Oliver Kröner und WBV-Geschäftsführerin Iris Götting sind sich einig, dass der Bedarf für regelmäßige Durchforstungen im Landkreis Lichtenfels weiterhin enorm hoch ist. "Vielerorts tickt in den Wäldern eine echte Zeitbombe", sagte Kröner. Er wolle sich gar nicht vorstellen, welche Schäden der nächste Jahrhundertsturm oder Jahrhundertsommer mit sich bringen könnte. Laut Iris Götting sind daher weitere gemeinsame Informationsveranstaltungen geplant.