Mit Kreditaufnahmen von 280 000 Euro rechnete Zapfendorfs Bürgermeister Josef Martin (CSU) für das Jahr 2013; der Haushalt 2013 kommt jedoch ohne Neuverschuldung aus. Das ergaben die Beratungen zum Haushalts- und Finanzplan in der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag. Aber: Nur durch erhöhte Einnahmen aus Grundstücksverkäufen wird dies ermöglicht. In den kommenden Jahren muss sich Zapfendorf jedoch weiter verschulden.
2,67 Millionen Euro betrug der Schuldenstand der Gemeinde zum 31. Dezember 2012; im laufenden Jahr sollen knapp über 200 000 Euro getilgt werden, so dass die Schulden auf 2,45 Millionen Euro oder 490 Euro pro Einwohner sinken. Bis 2016 sollen sie sich zwar nicht weiter erhöhen, zwischenzeitliche Kreditaufnahmen werden aber unumgänglich sein.

Dorferneuerungen und Bahnbau

Denn Zapfendorf hat viel vor: Dorferneuerungen laufen, die Westtangente wird geplant, der Bahnübergang im Ort durch eine Überführung im Norden ersetzt. Und auch an den Wasser- und Abwassernetzen stehen umfangreiche Sanierungen an, die Feuerwehren erhalten neue Fahrzeuge und der Ausbau der Kinderbetreuung wird zu einem immer größeren Kostenfaktor.

Ausblick aufs Jahr 2014

Ab 2014 ist folgendes zu erwarten: die Schlüsselzuweisungen sinken, die Kreisumlage steigt. So umfasst der Haushalt des Jahres 2013 insgesamt 12,93 Millionen Euro, das sind über 1,5 Millionen Euro mehr als 2012. Während der Verwaltungshaushalt mit 8,72 Millionen Euro fast auf dem Niveau von 2012 verblieb (8,56 Millionen Euro), fallen die Steigerungen vor allem im Vermögenshaushalt auf. Dieser liegt 2013 bei 4,2 Millionen Euro, 2012 waren es 2,78 Millionen Euro. Hier sind die Beschaffung von Fahrzeugen für die Feuerwehren in Unterleiterbach und Lauf (332 000 Euro), der Neubau der Krippe am Kindergarten St. Christophorus (890 000 Euro), die Dorferneuerung Oberleiterbach (420 000 Euro) sowie Sanierungen der Kanäle- und Wasserversorgungseinrichtungen in Zapfendorf, Unterleiterbach und Oberleiterbach (insgesamt fast 800 000 Euro) die größten Blöcke.
Die wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde werden 2013 die Gewerbesteuer (1,1 Millionen Euro), die Einkommenssteuerbeteiligung (1,85 Millionen Euro) und die Schlüsselzuweisungen (1,3 Millionen Euro) sein. An den Landkreis Bamberg fließen über 1,4 Millionen Euro als Kreisumlage ab. "Diese wird in 2014 weiter steigen, die Schlüsselzuweisungen werden gleichzeitig zurückgehen", sagte Bürgermeister Josef Martin mit Blick auf die kommenden Jahre.

Weiter Verluste beim Aquarena

Ein Thema ist auch jedes Jahr das Schwimmbad Aquarena, bei dem 2013 den Einnahmen von 282 000 Euro den Ausgaben von 669 000 Euro gegenüberstehen. 613 000 Euro nahm die Gemeinde durch den Verkauf von Grundstücken ein; in den kommenden Jahren werden derart hohe Einnahmen in diesem Bereich keinesfalls erneut zu erzielen sein.
Nachdem die Marktgemeinderäte dem Haushaltsplan 2013 einstimmig zugestimmt hatten, stellte Bürgermeister Martin den Investitionsplan bis 2016 vor: Im kommenden Jahr soll der Sportplatz mit einem Kunstrasenspielfeld ausgestattet werden; 425 000 Euro sieht der Finanzplan dafür vor. Teuer werden auch die Maßnahmen rund um den ICE-Ausbau: eine Unterführung im Süden und die Überführung im Norden. Bis 2016 sind für diese Projekte über vier Millionen Euro eingeplant.

Städtebauliche Entwicklung

Ein weiterer großer Kostenblock werden die Folgemaßnahmen des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (SEK) sein. Hierfür sieht die Gemeinde 886 000 Euro vor.
Auch der Finanzplan wurde einstimmig vom Gremium angenommen, ebenso wie eine Erhöhung der Wassergebühren ab dem 1. Oktober. Bisher kostet der Kubikmeter 1,20 Euro, künftig werden 1,35 Euro fällig. Hintergrund sind die hohen Sanierungskosten für Kanäle und Versorgungseinrichtungen im Gemeindegebiet.