Für Gemeinderätin Judith May (CSU) ist das Thema eine rein verwaltungstechnische Angelegenheit mit der der Gemeinderat nichts zu tun hat. Paul Habich (SPD) sah dies anders: er sprach sich ein weiteres Mal vehement gegen eine Verlängerung der Michelauer Kirchweih aus.

"Der Dauerlärm über 14 Tage ist der Bevölkerung nicht zuzumuten." Anders als in den Jahren zuvor soll die Michelauer Kirchweih diesmal über zwei Wochen gehen. Zuvor hatte Bürgermeister Helmut Fischer (CSU) das Gremium über einige Eckpunkte aus dem zehnseitigen Bescheid zur Michelauer Kirchweih informiert. Demnach sind Musikveranstaltungen von Donnerstag, 4. August, bis Montag, 8. August, und wieder von Freitag, 12. August, bis Montag, 15. August, mit unterschiedlichem Ende vorgesehen.

Ein Lärmschutzbeauftragter soll mit entsprechendem Gerät den Lärmpegel stichpunktartig überwachen. Paul Habich hätte die Entscheidung über eine Verlängerung lieber im Gemeinderat getroffen und warf Bürgermeister Fischer Inkonsequenz vor. "Man kann klipp und klar sagen, es waren acht Tage Kirchweih. Jetzt soll Ruh sein", argumentierte Habich. Norbert Eiser, der geschäftsleitende Beamte, machte deutlich, dass eine Veranstaltung zwar angemeldet werden muss, die Verwaltung aber nur eine Gesetzesvorlage abarbeitet. So wie es in Michelau im Verlauf eines Jahres rund 30 bis 40 Mal geschieht. Es brauche nicht mal eine Genehmigung.


Wohnmobile am Rudufersee

Am Rudufersee plant die Gemeinde die Einrichtung von acht Wohnmobilstellplätzen. Konkret sind zwei 4er-Blöcke geplant, die jeweils über einen Stromanschluss verfügen. Roland Braun (SPD) gab zu bedenken, dass der Rudufersee ursprünglich als Naherholungsgebiet für die Michelauer Bevölkerung gedacht war, jetzt aber auch von Gästen von außerhalb genutzt wird. Laut Braun sollte das gute Verhältnis zu den Angelfreunden nicht gefährdet werden, nicht das Wohnmobilbesitzer morgens im Angelbereich baden gehen. Der Bereich der Angler werde durch den Wohnmobilstellplatz nicht berührt, versicherte Fischer. Die Gemeinde rechnet mit Investitionskosten von rund 60 000 Euro.

Wenn Judith May Kinder und Jugendliche nach ihren Wünschen und Erwartungen befragte, wurde immer wieder der Wunsch nach einem Minifußballfeld laut. Ein Wunsch, der sich durch alle Altersklassen bis hin zur Altliga durchziehe. Der Gemeinderat beschäftigte sich daher mit ihrem Antrag auf Anlegung eines Minifußballfeldes im Bereich des Angers. Laut Fischer müsste die Gemeinde einen Teil des Geländes vom Turnverein erwerben, die Kosten für einen Teilabbruch und die Entsorgung der Laufbahn tragen, den Untergrund vorbereiten und einen Ballfang zum Mühlbach hin anbringen.

Weiter gab Fischer zu bedenken, dass ein Spielfeld auch regelmäßiger Kontrolle und Reinigung bedarf. Dritter Bürgermeister Jürgen Spitzenberger (SPD) befürwortete die Anlage, gab aber zu bedenken, dass es möglicherweise zu Beschwerden wegen Lärmbelästigung kommen kann. Der Turnverein sei bereit einen Teil des Grundstücks abzutreten, sagte Clemens Weisser (SPD). Er sprach sich für eine zeitliche Begrenzung der Nutzung aus. Nach einem einstimmigen Beschluss soll die Maßnahme in den Haushalt 2017 aufgenommen werden und konkrete Planungen erfolgen.

Aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats teilte Bürgermeister Fischer die Vergabe folgender Aufträge mit: Die Vergabe der tiefbaumäßigen Erschließungsmaßnahme "Am Räslein" im Gemeindeteil Schwürbitz für 541 500 Euro an die Firma NEWO-Bau, Theres-Horhausen; die Anschaffung von Ausrüstung für die freiwilligen Feuerwehren im Gemeindegebiet für 15 480 Euro an die Firma Ludwig Feuerschutz, GmbH, Bindlach sowie die Auftragsvergabe für die Verlegung eines neuen Fußbodens in der Schulturnhalle der Johann-Puppert-Mittelschule für 47 000 Euro durch die Firma Kupris & Sohn, Rattelsdorf.