Der Schnee im Dezember kam gerade rechtzeitig: "Da bin ich auf den Veitsberg gegangen und habe diese Aufnahme gemacht", sagt Burkard Becker. Und nun ist die St.-Veit-Kapelle im Winterkleid auf der Seite 21 des neuen Gästeverzeichnisses des Ebensfelder Tourismusvereins zu sehen.
"Bilder sind wichtig, damit die Leute sehen, wie es bei uns ist", sagt Becker, der Vorsitzende des Vereins ist. Vorgestern hat er die Hefte aus der Druckerei geholt. 5000 Exemplare hat der Tourismusverein aufgelegt, um Werbung für den Ort zu machen. Mit vielen Fotos: "Damit der Gast sieht, was ihn hier erwartet."
Doch hinter den Seiten steckt noch mehr. "Das Tor zum Gottesgarten" ist der Slogan, mit dem der Markt Ebensfeld um Besucher wirbt. Doch über das neue Gästeverzeichnis gelangt man auch an virtuelle Orte: Konsequent hat Becker auf so genannte QR-Codes gesetzt. Der QR-Code wurde ursprünglich entwickelt, um Baugruppen und Komponenten für die Logistik in der Automobilproduktion des Toyota-Konzerns zu markieren. Dieser Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, die die kodierten Daten binär darstellen.
Wer das nicht versteht, muss sich keine Sorgen machen, denn für die Bedienung spielt das keine Rolle. Jeder, der ein so genanntes Smartphone besitzt, braucht mit dem Gerät nur über das Zeichen halten und erhält so eine Verbindung zu verschiedenen Internet-Seiten. "Das ist überhaupt die Zukunft", sagt Becker über die Informationen auf den nicht gedruckten Seiten.
Die bieten einen Mehrwert für die Nutzer. Zum Beispiel gibt es auf den Seiten 14 und 15 eine Übersicht zum Thema "Barrierefreiheit " - über den QR-Code kann man sich das aufs Handy laden.

Motive wechseln

Das Layout des Titels ist dagegen konservativ. "Der blieb in den vergangenen zehn Jahren immer ähnlich, denn der Wiedererkennungswert ist mir ganz wichtig." So ist die Aufteilung durch die Rahmen immer gleich, nur die Motive darin wechseln, erläutert er. Ein Highlight sei natürlich immer der Veitsberg, aber man punkte auch in einer anderen Hinsicht: "Wir sind ein Zentrum, von dem aus man überall hinkommt."
Überall, das sind die Sehenswürdigkeiten in Städten wie Bamberg und Coburg, die Giechburg bei Scheßlitz, die Festung Rosenberg in Kronach, oder auch das Bayreuther Festspielhaus. Auch hier, auf Seite 57, fehlt das kleine Feld nicht: Es führt zu weiteren Informationen auf der Homepage des Vereins.
Die Zahl der Übernachtungen liegt in Ebensfeld bei etwa 50 000 im Jahr. "Das stagniert seit einiger Zeit, was aber auch daran liegt, dass es keine neuen Angebote gibt", spielt Becker auf den Umstand an, dass keine weiteren Übernachtungsmöglichkeiten hinzugekommen sind. Und es gibt auch Lücken im Angebot. Zum Beispiel ist kein Gasthaus im Gemeindegebiet Ebensfeld groß genug, um einem Bus mit Reisenden eine Unterkunft zu bieten, nennt er ein Beispiel.
Gegenüber dem großen Nachbarn Bad Staffelstein mit seiner Therme kann man in einem Bereich punkten: 75 Prozent der Ferienwohnungen im Gemeindegebiet von Ebensfeld sind zertifiziert, 25 Prozent nicht. "In Bad Staffelstein ist das umgekehrt. Aber man muss natürlich auch sagen, dass es bei uns ein kleineres Angebot gibt." Auch hier findet der Leser im Internet weitere Infos.
Becker hat seine Ferienwohnung 1984 errichtet, als er sich ein Haus in Ebensfeld baute. "Damals gab es noch nicht die Therme in Bad Staffelstein", erinnert er sich. Und man war zusammen mit den Staffelsteinern noch auf Messen unterwegs. Inzwischen haben sich die Gewichte etwas verschoben, die Bad-Stadt hat deutlich stärker zugelegt als Ebensfeld. "Klar, dass man das irgendwann auch professionell betreuen muss. Aber auch wir als kleiner Verein mit rund 100 Mitgliedern wollen uns so professionell wie möglich präsentieren." Das gelingt auch, weil Becker nicht nur ein engagierter Fotograf ist, sondern auch ein kleines Werbestudio betreibt. "Sonst wäre so ein Heft nicht zu finanzieren." Auch an anderer Stelle spürt er den Wandel: Jeder zweite neue Gast bei ihm schicke die Anfragen über das Internet.
Wer sich das neue Gästeverzeichnis anschauen will, wird im Internet fündig: Unter www.tourismusverein-ebensfeld.de steht das 70-seitige-Heft als PDF-Datei bereit.