Das Erntedankfest gehört zu den ältesten Festen, die die Menschen feiern. Traditionell dankten die Christen in der St. Kilian-Kirche in Bad Staffelstein Gott dafür, dass er die Früchte, das Gemüse und das Getreide hat gedeihen lassen. Bei dem Festakt des Kreiserntedankfestes im Hof des ehemaligen Landratsamtes erinnerte der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Michael Bienlein daran, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, die Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen.
"Wer - wenn nicht die Bauern und der Bauernverband - weiß um die Notwendigkeit zu säen und mit Vertrauen auf Gott zu ernten", sagte Pfarrer Georg Birkel. Über ihm schwebte die 30 Kilogramm schwere-Kilo-Erntekrone im Altarraum, die die Bad Staffelsteiner Landfrauen kunstvoll geflochten hatten.
Beim Festakt rief der BBV-Kreisobmann die Gründung des Verbandes vor 70 Jahren im damaligen Staffelstein in Erinnerung. Er beklagte die niedrigen Einkommen der Landwirte. Wenn sich die Situation nicht ändere, werde es bald keine Bauern mehr im Gottesgarten geben, befürchtete Bienlein. Der Zeitgeist habe noch keinen satt gemacht, umriss er das Konsumverhalten der Bevölkerung, die Billigprodukte kaufe.


Gelebtes Brauchtum

Die Kreisbäuerin Marion Warmuth bezeichnete das Binden der Erntekronen als gelebtes Brauchtum. Erstmals hätten die Landfrauen an einem Wettbewerb teilgenommen. Aus 25 Garben, die mit der Hand geschnitten wurden, entstanden wahre Kunstwerke. Sieger waren die Landfrauen aus Uetzing, es folgte Bad Staffelstein.
Der Stellvertreter des Landrats, Helmut Fischer, zollte einem starken Bauernverband Respekt. "Wir brauchen die Landwirtschaft, auch wenn wir Flächen für Radwege und Solaranlagen abzwacken müssen", sagte er. Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Hans Vetter, gab bekannt dass das "Grüne Zentrum" im ehemaligen Landratsamt in Bad Staffelstein wohl im April eröffnet werde.