Matthias Jung aus Michelau ging mit auf Weltreise. Damals, 2004, als sich Bernd und Susanne Mansholt mit ihren Kindern und ihrem Segelboot Nis Randers von Oldenburg aus auf die "Suche nach der schönsten Insel der Welt" machten. Jung erlebte mit, wie sich die Mansholts durch Flauten und Stürme manövrierten, in nicht ganz ungefährliche Abenteuer verwickelt waren und auf Sri Lanka mit den Auswirkungen des Tsunamis konfrontiert wurden. Nächtelang saß er am Computer und hat die Reise via Internet mitverfolgt. "Bernd Mansholt war einer der Ersten, die auf ihrer Weltumsegelung von Anfang an ein durchgängiges Tagebuch führten", sagt Jung.
Mansholt hat während seiner rund zweijährigen Reise über die Weltmeere alle Ereignisse täglich über Kurzwellen ins Internet gestellt. Rund 2500 User haben seine Erlebnisse mitverfolgt, als wären sie selbst mit an Bord. "Matthias hat mir oft frühmorgens erzählt, was er in der Nacht im Internet gelesen hat", erinnert sich Ehefrau Steffi Jung.
Auch der Michelauer Matthias Jung ist leidenschaftlicher Segler, seit sieben Jahren ist er im Besitz eines Segelscheins. Davor war er begeisterter Gleitschirmflieger. "Mit Luft und Wind hatte ich es schon immer", sagt er schmunzelnd.
Kennen gelernt haben sich der Oldenburger Segler und der Inhaber einer Michelauer Werbeagentur erst vor kurzem. Matthias Jung hat dem Weltumsegler Anfang des Jahres angeboten, dessen Internetseite neu zu gestalten. Auf der Internetseite von Mansholt liest sich das folgendermaßen: "Der Segler Matthias Jung mailte mich vor knapp acht Wochen an und fragte, ob er mir vielleicht beim Aufbau einer neuen Website unter die Arme greifen könnte/dürfte. Anschließend hatten wir ein längeres Telefonat, und ich betone hier an dieser Stelle ausdrücklich, dass er NICHT gesagt hat, dass meine Website Scheiße aussieht, nein, das hat er nicht gesagt." Am Donnerstagabend, zum Firmenjubiläum ( 25 Jahre) der Werbeagentur, hat Mansholt in Michelau einen Vortrag über seine Weltreise gezeigt und dabei auch sein neuestes Projekt vorgestellt.
Am 2. Juni startet er mit dem Flensburger Seemann Janek Plathe, vom Oldenburger Stadthafen aus, zu einer mehrmonatigen Grönland-Expedition. Von Helgoland, der ersten Station der Reise, geht es, je nach Wetterlage, über die Shetland-Inseln in Richtung Nordwest, an die Südspitze Grönlands, nach Kap Farvel. Von dort führt die geplante Route weiter auf Frederick Cooks und Robert Pearys Spuren, so weit wie möglich Richtung in Norden.
Seit zwei Jahren bereitet Mansholt die Grönland-Expedition vor. Das Schiff, eine über elf Meter lange Kunststoff-Yacht, wurde speziell für die Reise ins Eis ausgerüstet und umgebaut. Das Schiff segelt ebenfalls unter dem Namen Nis Randers; es ist nach einem Gedicht von Otto Ernst benannt.

5000 Meilen - und jede zählt

Rund 5000 Meilen werden Mansholt und sein Partner zurücklegen. "Und jede Meile zählt", sagt der Weltumsegler. Bei seiner ersten Weltreise hat er, von Sri Lanka aus, über Internet einen Spendenaufruf zugunsten der Opfer des verheerenden Tsunamis, der 2004 die Region heimsuchte, gestartet. Damals konnte er den Menschen direkt vor Ort helfen. Er selbst befand sich zum Zeitpunkt der Katastrophe auf hoher See. Mit seinem "Grönland-Spendenlauf Sailing 4 Money" möchte er Firmen und Privatpersonen einladen, für das Kinderhospiz "Löwenherz" in Syke bei Bremen zu spenden. Das Kinderhospiz möchte auch Jugendlichen und ihren Familien helfen. Doch dazu ist ein Anbau notwendig, der zum Teil durch Spenden finanziert werden muss. "Wer sich mit einen Cent pro Meile an der Grönland-Expedition beteiligt, ist am Ende mit rund 50 Euro dabei", sagt Mansholt. Er selbst ist Vater von vier gesunden Kindern. Auf die Idee haben ihn seine beiden Kinder Mike und Maria gebracht, die bei einer Schulveranstaltung bei einem Spenden-Lauf zu Gunsten eines Sportvereins viel Ausdauer bewiesen haben. "Damals dachte ich, ich komme mit ein paar Euro ,billig‘ davon, dann aber waren es 26 Euro", erinnert er sich.
Auf Mansholts neugestalteter Internetseite www.wirhauenab.de sind ab Sommer täglich - auch von hoher See und aus dem Eis aus - seine Erlebnisse zu verfolgen. Bereits jetzt ist dort viel über die Vorbereitung und Hintergründe der Reise zu erfahren.