Das Hochwasser, dessen Auswirkungen sich am Obermain diesmal in Grenzen hielten, ist Vergangenheit, doch der Ebensfelder Gemeinderat hatte sich bei seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend auf anderer Ebene mit dem nassen Element zu beschäftigen. Es ging um die Installierung eines technischen Systems für die Abwasseranlage, um Störungen gezielt und schnell erkennen zu können. Darüber hinaus standen der Ausbau der Niederauer Straße in Unterneuses und die Jugendbegegnungsstätte Döringstadt auf der Tagesordnung.

Nutzung für Jugendliche?

Heftig diskutiert wird in Döringstadt die künftige Nutzung der Jugendbegegnungsstätte. Nun geht der Entscheidungsprozess in die heiße Phase. Mit Schreiben vom 1. Juni hatte Gemeinderat Dietmar Mayer (FW) offiziell angeregt, die Jugendbegegnungsstätte einer gemeindlichen Nutzung für Jugendliche, Jugendgruppen, Vereine und der Döringstädter Bevölkerung zuzuführen. Er hatte beantragt, darüber zu beraten.

Den Gemeinderäten ist natürlich klar, dass die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess über die Zukunft der Jugendbegegnungsstätte intensiv einzubinden ist. In der Sitzung wies Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) auf die Dorfversammlung hin, die am Dienstag, 2. Juli, um 19.30 Uhr in der Gastwirtschaft Senger in Döringstadt stattfindet. Die Einwohner des Ortes sind dazu eingeladen, sich an diesem Abend aktiv zu Wort zu melden.

Abwassereinrichtungen sanieren

Die gesamte Fernwirktechnik und Datenaufzeichnung entspricht schlichtweg nicht mehr dem Stand der Technik, erläuterte Bürgermeister Storath. Er erklärte, warum es notwendig ist, die Außenbauwerke im Gemeindegebiet - sprich die Kläranlagen, Pumpwerke, Hebeanlagen und Regenüberlaufbecken in allen Ortsteilen - an ein in der Kläranlage Ebensfeld zu installierendes Prozessleitsystem "fernwirktechnisch anzubinden".

Vor Beschlussfassung konkretisierte der Bürgermeister den Handlungsbedarf: In manchen der durchgängig bisher als Insellösungen konzipierten Außenwerke wurde von vornherein keine Störmeldealarmierung vorgesehen - und dort, wo welche installiert wurden, sind diese entweder bereits defekt oder nicht mehr in Betrieb.
Je schneller ein Fehler aber gefunden wird, um schneller kann er behoben werden. Die fernwirktechnische Anbindung der Außenbauwerke mit dann zentraler Steuerung, Protokollierung und Störmeldealarmierung und - archivierung verkürzt die Reaktionszeit bei Betriebsstörungen erheblich und gewährleistet die Sicherheit und eine gefahrlose Ableitung der Abwässer.

Anlagen werden angeschlossen

Das Gremium beschloss mit 18:2 Stimmen die fernwirktechnische Anbindung, deren Gesamtkosten sich nach dem vorliegenden Entwurf auf rund 290.000 Euro belaufen. Dem Beschluss zufolge werden die Außenbauwerke unter Berücksichtigung der finanziellen Haushaltslage in den kommenden vier Jahren nach und nach an das System angeschlossen. Den Auftakt machen dabei die Anlagen in Ebensfeld und Draisdorf, was einem Kostenvolumen von 57.000 Euro entspricht.

Sicher ist dies zwar noch nicht, doch aller Voraussicht nach werde die Modernisierung des Kläranlagensystems über Verbesserungsbeiträge finanziert. Laut Bürgermeister Storath habe die Nachfrage beim Gemeindetag ergeben, dass die Kosten umlagefähig sind.

Darüber hinaus hob Storath die Vorzüge der in der Ebensfelder Kläranlage derzeit testweise erprobten Schneckenpresse hervor. 40 Kubikmeter Klärschlamm könnten damit auf etwa zwei Kubikmeter komprimiert werden. In Bad Staffelstein habe man bereits positive Erfahrungen mit einer solchen Maschine gesammelt, die die Entsorgung erleichtere, zudem könne der entwässerte Schlamm auch als Brennstoff verwertet werden. Das Gremium wird in nächster Zeit das Für und Wider der Anschaffung einer Schneckenpresse erörtern.


Im Gemeinderat notiert

Straßenausbau Der Ausbau der Niederauer Straße in Unterneuses beschäftigte die Räte. Allein schon aus Verkehrssicherheitsgründen ist geplant, die Straße von der Einmündung in die Staatsstraße 2197 bis zur Einfahrt zur Bäckerei Schedel auf 6,5 Meter zu verbreitern und einen 1,5 Meter breiten Gehwege anzubauen. Was die Straßenverbreiterung betrifft, herrschte Einigkeit im Gremium. Einige Gemeinderäte meinten aber, dass ein Gehweg auf der genannten Zufahrtsstraße überflüssig sei. "Zu Fuß geht doch da eh keiner hin", sagte Hauke Petersen (CSU). "Wir können ja den Bebauungsplan beschließen und dennoch parallel eine Alternative zum vorliegenden Entwurf ausarbeiten", schlug Bürgermeister Storath vor; dies lasse alle Möglichkeiten offen. Dem konnte sich das Gremium anschließen.

Hochwasserschutz Die jüngsten Überschwemmungen warfen die Frage auf, ob zur Verbesserung der Hochwasserschutzes für die Gemeinde ein dreidimensionales Niederschlag-Abfluss-Modell entwickelt werden sollte, das verschiedene Hochwasser ereignisse simuliere und die Verhältnisse vor Ort berücksichtige . Demnächst, sagte Storath, werde der Gemeinde das Modell vorgestellt. Auch auf den Kostenaspekt ging er ein. Für den Kelbachgrund koste das Projekt etwa 30.000 Euro, wobei es allerdings in Höhe von 75 Prozent gefördert werde.

Dorferneuerung In Sträublingshof beginnt die Dorferneuerung in der nächsten Woche.