Die "Grippewelle" hatte auch Weismain erreicht, dabei war es allerdings keine "Erkrankung" der üblichen Art, sondern das "Kaulhaazn-Fieber". Im Rathauskeller zogen bis um Mitternacht viele Persönlichkeiten und die heimischen Vereine nochmals alle Register ihres karnevalistischen Könnens.

Gleich zu Beginn setzten sich dabei die "närrischen Weiber" mit ihren prächtigen Kostümen in Szene und bewiesen, dass sie die vergangenen Tage der diesjährigen Faschingssaison, selbst den Rathaussturm, relativ unbeschadet überstanden hatten und sich graziös, sogar begleitet von klassischer Musik, in Szene setzten.

"Kaulhaazi helau" lautete dabei der gemeinsame "Schlachtruf". Die Faschingsgesellschaft des MCC Mainleus mit ihrer Prinzessin Andrea I. bedankte sich stellvertretend für die Einladung bei Erstem Bürgermeister Udo Dauer mit der Verleihung eines Faschingsordens.

Jeder durfte dabei in dieses historische Gemäuer seine Brotzeit selbst mitbringen, während die Freiwillige Feuerwehr von Weismain die Schankmannschaft stellte.

Gegensätze im Zug

Es bedurfte gleich zu Beginn bei einem Sketch von Georgine Fugmann und Hedwig Treubel mit dem Titel "Im Zug" keiner großen Worte, denn sie beeindruckten mehr durch ihre Darstellungen. Köstlich anzusehen, wie eine ganz feine Dame und eine Bauersfrau den Zug bestiegen, denn schließlich wollten sie etwas erleben, und sich dafür rüsteten.

Hier die Schminke, dort die Margarine, dann wieder der Schokoriegel auf der einen Seite und eine handfeste Brotzeit mit einem Seidla Bier beim Gegenüber. Lippenstift und Marmelade, Zigaretten und Zigarren, Schminke und Semmelmehl, die Kontraste hätten kaum größer sein können.

Bei "Die Schönste von der Stadt"entführten Irene Holhut und Birgit Bräutigam in die "Damenwelt", wobei der Besuch der Vorabendmesse natürlich jede Menge Gesprächsstoff lieferte. "Ob vielleicht die häufigen Gottesdienstbesuche gar am neuen Pfarrer liegen?", mutmaßte die Freundin. "Man habe zwar nicht das schönste Rathaus, aber bestimmt den attraktivsten Pfarrer, zudem jetzt noch von der Urlaubssonne gebräunt.

In Anbetracht des Valentinstags ging es dann um einen "besonderen Liebesbrief" mit brisantem Inhalt, der das eheliche Zusammenleben offenlegt und dem Selbstbewusstsein der "Schönheiten" so manchen Dämpfer versetzte.

Shopping-Wanderweg

Doch ging der Gesprächsstoff den Damen nicht aus, als es beispielsweise um das künftige neue "goldene Örtchen" in Altenkunstadt, die Zufahrtsmöglichkeiten zum Kastenhof und einen einkaufswagentauglichen "Shopping-Wanderweg" vom Nachbarort nach Weismain ging, wobei der Abstecher in das Maisfeld nur deshalb vorgenommen wurde, damit nicht jeder sehen konnte, was eingekauft worden war.

Wie im richtige Leben dann der nächste Auftritt mit dem Titel "Der Rausch". Schon als der treusorgende Ehemann mit der kühlenden Wärmflasche auf dem Kopf an den Frühstückstisch kam, wurde deutlich, dass Edwin Jungkunz diesmal von seiner Schauspielpartnerin Maria Winkler eine gehörige Predigt erhalten würde, denn zu tief saßen die Ereignisse des vorausgegangenen Abends. Bis in Mark und Bein habe er seine Ehefrau anlässlich der Einladung bei ihrer besten Freunden blamiert, sagte sie mit resolutem Ton.

Die Bemerkung, dass ihm ein Presssack lieber gewesen wäre und dann der Kommentar zum Geschmack der Lendchen, dass man bei Hunger letztlich alles (frisst) isst, waren der Gipfel, ganz abgesehen vom abschließenden Toilettengang und seinen Begleiterscheinungen.

Die Freiwillige Feuerwehr präsentierte als Startgast Helene Fischer, die mit ihren Liedern für langanhaltende Beifallstürme sorgte.

Franz Besold, der wie immer als Till in die Bütt stieg, fand ebenfalls treffende Worte indem er feststellte: "Die Narren sind an der Macht, Weismain wie es singt und lacht".

Auch der Nachwuchs aus dem Hause Besold ließ sich nicht lumpen und Sebastian und Martin wandten sich mit einem regelrechten Liebeslied an ihr Publikum. Wer allerdings erhoffte, dass sie eine weibliche Schönheit besingen oder von schlaflosen Nächten berichten würden, sah sich getäuscht. Es war ihr Heimatort, den sie sich mit gelungenen Versen besangen. Immer wieder von neuem mussten die Gebrüder Besold diesen Kaulhaazen-Song anstimmen.

Schokoladenlied und Spielkasino-Erlebnisse

Mitglieder des Schützenvereins präsentierten sich in Bambusröckchen und mit dem "Schokoladenlied".
Einmal mehr rückte dann Edi, gemeint war der Baaschsdofer Edwin Jungkunz, ins Blickfeld und berichtete dabei von seinen Erlebnissen im Spielkasino.

Nach so mancher Tanz- und Schunkelrunde - selbst Michael Jackson gastierte mit seinen attraktiven Tänzerinnen - kündigten die beiden Conférenciers Gerhard Treiber und Franz Eitzenberger das große Finale an. In einem regelrechten Show-Down betraten dabei Bauer Wastl, Schäfer Heinrich und sein Lamm, Alfons Schuhbeck und Conchita Wurst, Helene Fischer und Roberto Blanco als Startgäste die Bühne und bereiteten alle eine wirklich gelungene Überraschung. Dieter Radziej