Die Stadträte in Burgkunstadt konnten sich bei ihrer Sitzung am vergangenen Dienstag nicht über mangelnde Zuhörer beklagen. Alle Plätze waren besetzt, der Rest erlebte stehend spannende Momente im historischen Rathaussaal. Es ging um die Bahnübergänge in Mainroth, die entweder saniert oder dicht gemacht oder so bleiben wie sie sind. Das Bürgerinteresse beruhte auf dem möglichen Abriss zweier bewohnter Häuser in der Straße Horlache 9 und 11.
Der Volkszorn entlud sich bei einer verbalen Auseinandersetzung mit Bürgermeister Heinz Petterich (FW), dem die Einmischung des Publikums gar nicht gefiel. Sein Hinweis, dass bei einer Stadtratssitzung die Zuhörer zwar zuhören, aber nicht reden dürfen, fruchtete zunächst nicht. Erst als Bürgermeister Heinz Petterich mit dem Rauswurf eines debattierfreudigen Mitbürgers drohte, war einstweilen das Auditorium beruhigt. Trotzdem wurde weiter munter gemunkelt und getuschelt.
Den verkehrsgerechten Umbau des Bahnübergangs Horlache hatten Landwirte beantragt, die durch den engen Kurvenradius den Übergang nicht mit großen Maschinen befahren könnten. Vom Ingenieurbüro Emch und Berger aus Nürnberg erläuterte Olaf Meißner den Sachstand. Aus Sicht der Deutschen Bahn ergänzte Johann Kreupl das Referat. Damit der Bahnübergang den Sicherheitsanforderungen entspreche, müssten die Kurven ausgebaut und ihr Radius vergrößert werden, sagte Meißner. Dann sei Voraussetzung, dass bei der Variante 3 das Haus Nummer 11 und bei Variante 4 die Nummer 9 abgerissen werde. Beide Varianten wurden mit rund 1,1 Millionen Euro Baukosten veranschlagt.
Den Vorzug gab schließlich das Gremium der Variante 1, außer Günter Knorr (CSU), der die Varianten 3 oder 4 befürwortete.