Kurseelsorger Helmuth Bautz eröffnete am Gründonnerstag eine interreligiöse Ausstellung in der Magistrale der Schön-Klinik Bad Staffelstein. Die Wanderausstellung des Instituts für interreligiöse und interkulturelle Begegnung Occurso trägt den Titel "Dialogtüren" und wurde vom Evangelischen Bildungswerk des Dekanatsbezirks Michelau in die Badstadt geholt. Mit dem Durchschreiten von fünf Türen soll man die Religionen besser verstehen und sich dem interreligiösen Dialog nähern. Neben Pfarrer Bautz freute sich Klinikleiterin Marya Verdel über die Exposition in der Klinik. Gerade Patienten beschäftigten sich mit existenziellen Fragen und seien in ihrer Situation offen für religiöse Themen.
Die Ausstellung "Dialog-Türen" zeigt in fünf Türen Aspekte des Dialogs der Religionen. Wer sie besucht, durchschreitet fünf Stationen in Form von fünf Türen. Jede Tür eröffnet neue Perspektiven. Jeder Schritt ebnet den Weg zum Dialog. Religion ist Dreh- und Angelpunkt. Ausgehend von ihr lassen sich die unterschiedlichsten Lebensstationen über kulturelle Grenzen hinweg erfahren.
Von persönlichen und offiziellen Positionen und Herausforderungen über Anknüpfungen im Lebensweg bis hin zu Beispielen in der Gebetspraxis wird konkret gezeigt, wie die jeweiligen Religionen ihre Gedankenwelt umsetzen. Und so wird deutlich, wie Dialog zwischen den Religionen beginnen kann und Lernprozesse ermöglicht werden. Viele Beispiele gelungenen Dialogs und Erfahrungen aus der Praxis eröffnen dem Betrachter unterschiedlichste Zugänge zum Thema.
Eine Hörsäule lädt ein, anhand von Audiomaterial tiefer in die Materie einzudringen und Songs zum Thema, Interviews, Gebete der Religionen oder Zitate aus historischen Ansprachen zu hören. Ein Lesepult zeigt die Positionen der Kunstausstellung "Übertreten geboten" und lädt ein, eigene Hoffnungsvisionen oder Erfahrungen im Dialog der Religionen niederzuschreiben.
Als Vorsitzende des Evangelischen Bildungswerks betonte Pfarrerin Anne Salzbrenner aus Lichtenfels die Bedeutung des interreligiösen Dialogs. Aus ihrer Alltagserfahrung wisse sie, dass Angehörige anderer Religionen mit Christen das Gespräch suchten und auf ein gedeihliches Zusammenleben großen Wert legten. Als Organisator der Ausstellung wünschte sich der Leiter des Bildungswerks, Joachim Wegner, dass auch viele Nichtchristen in die Schön-Klinik kommen und sich diese Ausstellung anschauen. Die fünf Türen verkörperten im weitesten Sinne die fünf Weltreligionen. Sie zeigten Grenzen auf und seien gleichzeitig Wegbereiter. Dieses Spannungsfeld kann man hier in der Magistrale der Schön-Klinik noch bis 7. April erfahren. jhw